Jetzt sei die Zeit gekommen, sich wieder dem Alltag und seinen Herausforderungen zu stellen, sagte Toni Brühlmann-Jecklin im Stürmeierhuus in Schlieren. Es sei nun aber auch die Zeit, sich mit wichtigen aktuellen Themen auseinanderzusetzen. Dazu gehöre unter anderem das Projekt Limmattalbahn oder das Schlieremer Zentrum, das zur Mitte der Stadt werden soll – zum Ort, wo das Leben in Zukunft stattfindet. Aber auch das Thema Alter oder das Stadtentwicklungskonzept solle auf den Prüfstand gestellt werden. Und letztlich müsse man das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum im Auge behalten. Kämpferisch lies Brühlmann verlauten: «Machen wir Nägel mit Köpfen.»

Ein Slogan, der auch im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen passend platziert war. Brühlmann trug übrigens denselben Anzug, auf dem man ihn in Bälde auf seinen Wahlplakaten sehen wird. «Sie wissen ja, wie das mit dem Wiedererkennungswert ist», witzelte Brühlmann.

Von Barock bis Moderne

Zum Dreikönigskonzert hatte die reformierte Kirche geladen, den anschliessenden Apéro im Stürmeierhuus offerierte die Kulturkommission der Stadt Schlieren. Bevor angestossen und im Dreikönigskuchen nach der Königsfigur gesucht werden durfte, stand die Musik im Mittelpunkt. Organist Gilberto Fischli und Solist Peter Rey sorgten mit Klängen aus Barock bis Moderne für viele akustische Höhepunkte. Ob Händel oder van Beethoven, die italienische Einkehr zu «Il Silenzio» von Nini Rosso oder eine japanische Liebeserklärung – der mittlerweile 76-jährigen Orgel der reformierten Kirche von Schlieren entlockte Organist Fischli Töne, die so gar nicht zu kirchlicher Nostalgie passten. «Einer Kirchenorgel solch moderne Töne zu entlocken, ist eine grosse Herausforderung», sagte Organist Fischli, der das Dreikönigskonzert vor 18 Jahren ins Leben gerufen hat. Von der Anstrengung merkte man aber nichts, als am Ende des Konzerts der unverkennbare Hammond-Sound zu swingenden, jazzigen Stücken ertönte.

Und dies, obwohl das Instrument schwer krank sei, wie die für Gottesdienst und Musik zuständige Kirchenpflegerin Martina Caviezel zu Konzertbeginn erklärte. «Nicht nur die Knie- und Hüftgelenke müssen ersetzt werden. Mittlerweile sind auch die Herzklappen marode», sagte Caviezel, als sie um eine Kollekte für die Komplettsanierung warb. Diese soll auch eine klangliche Optimierung mit sich bringen.