Die Ankündigung von Martin von Aesch, dem Präsidenten des Jazzclubs Allmend, schraubt die Erwartung hoch: «Diese Band ist irrsinnig gut. Sie spielt sehr leicht, aber auf einem extrem hohen Level», verspricht er. Er übertreibt nicht.

Mit Daniel Schenker an der Trompete und am Flügelhorn spielen der Pianist Stefan Aeby, der Kontrabassist Dominique Girod und der Schlagzeuger Elmar Frey. Das Quartett besteht seit 2001, wobei Aeby erst 2009 hinzu kam. Die Lieder komponiert Schenker, der mehrmals in Brasilien war und deshalb Elemente der brasilianischen Música Popular in seine Kompositionen einfliessen liess. Zu hören ist dieser Einfluss auf der CD «Jardim Botânico», die in diesem Frühling erschienen ist.

Fliessende Ereigniskulisse

Mit dem Lied «Rua Caxundé» versetzt die Band das Publikum an diesem Freitagabend gleich in die Stimmung einer lebendigen Strasse einer südländischen Grossstadt. Schlagzeug, Bass und Piano malen eine fliessende Ereigniskulisse, die mal aufregend, mal ruhiger ist. Dann setzt Schenker mit der Trompete ein, die wie ein verträumter, sorgloser Tourist durch diese Kulisse wandert. Das Publikum würdigt den Einsatz mit Applaus.

Die Band spielt sowohl neuere wie auch ältere Stücke aus ihrem Repertoire. «Jetzt kommt ein sehr neues Stück, es hat noch keinen Namen, wir nennen es ‹Neu›», kündet Schenker an. Die Zuschauer schmunzeln über die Leichtigkeit der Namensgebung. Die brasilianischen Baião-Rhythmen machen das Lied verspielt. Mit «Moon Palace» nimmt die Band das Tempo wieder etwas zurück. Sein Titel ist eine Referenz an Paul Austers gleichnamigen Roman. Der Zuhörer fühlt sich wie das Flügelhorn oder der Protagonist, der das flimmernde Hotelschildchen des «Moon Palace» anschaut und die letzten Gäste dabei beobachtet, wie sie aus den Bars kommen.

Leidenschaftliches Schlagzeugsolo

«Mir gefällt die Musik. Sie ist melodiös und romantisch», sagt Ingrid von Passavant. Im Stück «Jardim Botânico» sei das Schlagzeugsolo so leidenschaftlich, das habe sie gepackt, fügt von Passavant hinzu. Für den Besucher Fred Ulmer aus Hamburg ist der Jazzclub «ein kulturelles Highlight in einem kleinen Dorf» und das Konzert «genau das Richtige, um einen schönen Sommertag ausklingen zu lassen».