Oberengstringen

Janet Dawkins: Sie stand auch schon mit Céline Dion auf der grossen Bühne

Janet Dawkins singt für «Four for the Blues»

Janet Dawkins singt für «Four for the Blues»

Die Sängerin Janet Dawkins zog vor vielen Jahren der Liebe wegen in die Schweiz. Doch ihre grosse Leidenschaft ist die Musik, und auch «es bitzeli» das Schweizerdeutsch.

Als junges Mädchen habe sie stets einen Kassettenrekorder griffbereit gehabt. Bereits damals hat die Sängerin Janet Dawkins, die heute mit ihrer Tochter in Oberengstringen lebt, damit ihre Ideen für Texte und Melodien aufgenommen. Musikalisch sei ihre Familie aber keinesfalls gewesen: «Meine Mutter kann überhaupt nicht singen», sagt sie lachend. Ein Cousin war es, der sie damals für das Musikmachen unter Bekannten begeistern konnte.

«Übung macht den Meister»

«Nach und nach wurde das Singen immer wichtiger», so die gebürtige Londonerin, die zuerst Modedesignerin werden wollte. Mittlerweile kann sie auf eine spannende musikalische Laufbahn zurückblicken. Unter anderem ist sie an bekannten Orten wie der Wembley Arena, dem Hammersmith Odeon oder dem Manchester Apollo in England aufgetreten. Zu ihren Bühnenpartnern zählen Weltstars wie Céline Dion, Udo Jürgens oder Kool and the Gang.

Auch in Oberengstringen konnte man Dawkins bereits singen hören. Mit dem Quartett «Four for the Blues» trat sie unlängst im Jazzclub Allmend in Oberengstringen auf. Und auch der Gospelchor der örtlichen reformierten Kirchgemeinde kam in den Genuss einer musikalischen Zusammenarbeit mit der Sängerin.

«Übung macht den Meister», ist Dawkins überzeugt. Früh habe sie begonnen, zu Hause zu üben und über Gesangstechniken zu lesen. «Übungen sind unabdingbar, damit man sich verbessern kann.» So habe sie bereits in London Gesangsunterricht genommen. Diesen setzte sie hier, als sie der Liebe wegen in die Schweiz kam, bei einer Opernsängerin fort.

Neue Heimat

Heute fühle sie sich in der Schweiz zu Hause. «Es ist eine bewusste Entscheidung, in einem anderen Land ein neues Leben zu beginnen», so die Sängerin, welcher die hiesige Sprache besonders ans Herz gewachsen ist. «Ich hoffe, dass noch lange möglichst viel Schweizerdeutsch gesprochen wird», sagt Dawkins, die selbst fliessend Dialekt spricht.

Auf die Frage, was sie in Oberengstringen im Vergleich zu London vermisse, antwortet sie lachend: «Shopping und grosse Museen.» Sie sei eben schon «es bitzli» ein Stadtmensch. Und doch erinnert sie hier das eine oder andere an ihre alte Heimat: «Wir wohnten etwas ausserhalb von London. Mit dem Zug konnte man in kurzer Zeit das Stadtzentrum erreichen – genauso ist es hier, wenn man von Oberengstringen nach Zürich fährt», sagt sie. Das schätze sie sehr.

Mit ihrer Mutter, die immer noch in London wohnt, telefoniert Dawkins täglich. «Sie ist ein grosses Vorbild für mich – sie ist ein sehr positiver Mensch», sagt die Sängerin über die 83-jährige gebürtige Jamaikanerin.

Vielseitig beschäftigt

Zurzeit habe sie vor allem Engagements in der Schweiz, sagt Dawkins. Gerade der Januar sei streng gewesen. Unter anderem sei sie mit ihrer Band, wie bereits mehrere Jahre zuvor, für einen Auftritt ans WEF nach Davos gereist: «Die ganze Fahrerei und die Security-Kontrollen waren anstrengend.» Nun freue sie sich auf eine etwas ruhigere Zeit. Zu viel Ruhe komme jedoch selten auf: «Ich lerne gerne Neues und bin gerne beschäftigt». Sie habe deshalb in der Schweiz eine Ausbildung als Kosmetikerin abgeschlossen. «Auch mag ich die Arbeit mit alten Menschen, wofür ich mich ebenfalls habe ausbilden lassen.»

Zu ihren aktuellen Beschäftigungen gehört auch das Schreiben neuer Songs. Diese Leidenschaft lebt sie zurzeit mit ihrem Produzenten und ihrer Band aus. «Wir machen viel Jazz. Auch Old School Soul mag ich sehr», so Dawkins. Ihr Repertoire des Weiteren Gospel, R&B und Dance Music umfasst.

«Es muss von Herzen kommen»

«Ich bin glücklich, Musik zu machen», sagt Dawkins über die vielen schönen Momente als Sängerin, von denen keiner gleich wie der andere sei. «Es ist jedes Mal ein Erlebnis, wenn durch die Musik eine Verbindung zum Publikum entsteht.» Gerade wenn sie Gospel singe, durch das Publikum gehe, in die Gesichter der Gäste schaue und ab und zu spontan mit ihnen tanze, sei das einmalig. «Ich bin eine bodenständige Person», sagt sie über sich. «Ich hatte nie den Wunsch auf den grossen Durchbruch.» Sie singe aus Freude und nicht des Geldes wegen. «Es muss von Herzen kommen. Das Publikum spürt das», ist sie überzeugt.

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