Limmattal
Jahresrückblick: Das waren die Schlagzeilen in den Monaten Januar bis März

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Hier gibt es einen Rückblick auf alle wichtigen Ereignisse im Limmattal in den Monaten Januar bis März.

Sandro Zimmerli
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Hohe Wellen schlug beispielsweise der Bundesgerichtsentscheid über die beiden Schlieremer Polizisten, die einen Rentner verprügelt haben sollen.

Hohe Wellen schlug beispielsweise der Bundesgerichtsentscheid über die beiden Schlieremer Polizisten, die einen Rentner verprügelt haben sollen.

Florian Niedermann

5. Januar

Der vierbeinige «General» zieht ins Limmattal

Der «General», die wohl begehrteste Katze in Zürich, hat ein neues Plätzli. Der Kater, der jahrelang das Maskottchen der Kaserne Birmensdorf gewesen ist, dort aber wegen zu häufiger Besuche in der Küche ausgemustert wurde, zieht nach Unterengstringen zu Stefan Guggisberg. Das hat das Tierheim Pfötli, wo der «General» zwischenzeitlich zu Hause war, entschieden. Guggisberg war einer von vielen Bewerbern, die den Kater aufnehmen wollten.

7. Januar

Die Identität der Leiche von Weiningen ist geklärt

Beim Toten, der Anfang Dezember bei der Umfahrungsstrasse in Weiningen gefunden wurde, handelt es sich um einen 50-jährigen Österreicher mit Wohnsitz in der Dominikanischen Republik. Rechtsmedizinische Untersuchungen haben ergeben, dass er nicht etwa einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen, sondern an einer Überdosis Kokain gestorben ist. Wer die Leiche in Weiningen abgelegt hat, ist bis heute ungeklärt.

20. Januar

Der Seelsorgeraum wird aufgelöst

Der katholische Seelsorgeraum Dietikon-Schlieren wird aufgelöst. Dies entscheidet der Bischofsrat des Bistums Chur im Einvernehmen mit den Kirchgemeinden. Der Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden ist zwischen 2010 und 2014 um rund 2000 Mitglieder gewachsen und mit 16 000 Gläubigen nun zu gross, um von einem Pfarrer geleitet zu werden. Der Seelsorgeraum wurde 2003 ins Leben gerufen, um den Priestermangel zu entschärfen.

26. Januar

Oberengstringen erhält Recht im Rastplatz-Streit

Die Notwendigkeit eines Rastplatzes ist nicht hinreichend geklärt.

Die Notwendigkeit eines Rastplatzes ist nicht hinreichend geklärt.

ZVG

Braucht es an der A1 bei Oberengstringen einen Rastplatz oder nicht? Aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts ist diese Fragen nicht hinreichend geklärt. Es heisst deshalb eine Beschwerde der Gemeinde Oberengstringen gut. Will das Bundesamt für Strassen den Autobahnrastplatz erneuern, muss es zuerst nachweisen, dass dieser überhaupt noch notwendig ist.

27. Januar

Zwei Festnahmen nach Tötungsdelikt

Ein 49-jähriger Mann und seine 33-jährige Ehefrau werden im Zusammenhang mit dem Tod der Mutter des Mannes festgenommen. Die 84-jährige Mutter des Verhafteten wird tot in ihrer Wohnung in einem Oberengstringer Wohnquartier aufgefunden. Der Sohn der Getöteten wird Ende April aus der Haft entlassen, nachdem sich die Dringlichkeit des Tatverdachts gegen ihn nicht erhärtet hatte. Die Frau, bei der von Fluchtgefahr ausgegangen wird, ist in einem Untersuchungsgefängnis im Kanton Zürich untergebracht.

4. Februar

Das «Bären»-Kriegsbeil ist begraben

Der Dietiker Stadtrat verpflichtet sich, die städtischen Liegenschaften auf dem historischen Kronenareal nicht zu verkaufen, das Initiativkomitee «Ja zum historischen Ortskern», bestehend aus Vertretern der SP, AL, Grünen und CVP, zieht dafür sein Volksbegehren zurück: Das ist die Kompromisslösung in Form eines parlamentarischen Feststellungsbeschlusses, dem der Gemeinderat in seiner Sitzung mit 28 Ja- zu 2 Nein-Stimmen zustimmt. Der Streit, der mit dem Verkauf des «Alten Bären» im Dezember 2014 zwischen dem Stadtrat und den Initianten entbrannt war, ist damit beendet.

7. Februar

Schlieremer wird Schweizer Meister im Pokern

Als frischgebackener Schweizer Meister war Ramon Wicki sofort klar: Die Zeit für einen Trip nach Las Vegas ist gekommen.

Als frischgebackener Schweizer Meister war Ramon Wicki sofort klar: Die Zeit für einen Trip nach Las Vegas ist gekommen.

Grand Casino Baden

Der 26-jährige Schlieremer Ramon Wicki krönt sich in Baden zum Schweizer Meister im Pokern und geht mit einem ansehnlichen Preisgeld im fünfstelligen Bereich nach Hause. Zum Sieg verhelfen Wicki am Schluss des Turniers zwei Damen. Mit dem Paar setzt er sich im Heads-up – dem Duell der zwei letzten Spieler eines Turniers – gegen die zwei Zehnen durch, auf die sein Gegner all seine verbliebenen Chips setzt.

9. Februar

Betreuerin flüchtet mit Insasse aus Gefängnis

In der Nacht befreit die Aufseherin Angela M. im Gefängnis Limmattal den verurteilten Vergewaltiger Hassan K. aus seiner Zelle und flieht mit ihm nach Italien. Mitte März melden sich die beiden per Videobotschaft. Angela M. lüftet dabei das Geheimnis über das Motiv ihrer Fluchthilfe: Die beiden sind ein Paar. «Hassan ist der Mann meines Lebens», sagt sie. Hassan K. streitet die ihm angelastete Vergewaltigung einer Minderjährigen ab und erhebt Missbrauchs-Vorwürfe gegen das Gefängnis Limmattal. Sechs Wochen nach ihrer Flucht werden die beiden in der Nacht auf Karfreitag in Norditalien gefasst.

Angela M. und Hassan K. - was bisher passierte In der Nacht auf Dienstag, 9. Februar, verhalf die Gefängniswärterin Angela M. (32) dem Häftling Hassan K. (27) zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon.
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Sie schloss die Türen auf, während ihr Kollege auf Nachtschicht schlief. Und: Bald ist klar, dass Angela M. und Hassan K. ein Liebespaar sind.
Hassan K. kam 2010 in die Schweiz. Er wurde vom Bezirksgericht Dietikon wegen Vergewaltigung einer knapp 16-Jährigen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil er es an das Zürcher Obergericht weiterzieht.
Angela M. ist in Wohlen AG aufgewachsen, trainierte dort Kickboxen. Vor der Flucht lebte sie seit drei Monaten von ihrem Mann getrennt, den sie 2014 geheiratet hatte.
Nach ihrer Flucht wurde bekannt, dass sie mit einem Auto über die Grenze zu Italien geflüchtet waren. Es handelte sich um einen schwarzen BMW X1 mit dem Kennzeichen ZH 528 411.
Am 21. März tauchte eine Video-Botschaft vom M. und K. auf: Die ehemalige Gefängniswärterin entschuldigte sich darin bei ihrer Familie und beteuerte, Kiko sei «der Mann ihres Lebens».
Gott habe sie für seine Flucht gesandt: So äusserte sich Hassan K. im Video über Angela M. Er beteuerte, er sei zu unrecht verurteilt worden und beklagte sich über die Haftumstände.
«Das war nicht so gescheit»: Das sagte der IT-Experte Lionel Bloch über die Veröffentlichung des Videos. Tatsächlich fand die Polizei - nicht nur dank des Videos allerdings - heraus, wo sich das Pärchen versteckte.
In der Nacht auf Karfreitag, 25. März, klickten die Handschellen: Sie und er waren im Bett, als nachts um 3 Uhr Polizisten die Wohnung stürmten. Die Wohnung befand sich in einem Hochhaus in Romano di Lombardia (I), rund 100 Kilometer von der Schweizer Grenze und 60 Kilometer östlich von Mailand entfernt. Angela M. wehrte sich so sehr, dass vier Beamte nötig waren, um sie zu überwältigen.
Danach sitzen sie in einem italienischen Gefängnis. Gemäss ihres Anwalts haben sie ihrer Auslieferung in die Schweiz zugestimmt.
Nach 66 Tagen war Angela M. am Donnerstag, 14. April 2016, zurück in der Schweiz. Bis zur Urteilsverkündung sass sie in Untersuchungshaft. In Chiasso übernahmen Schweizer Polizisten Angela M.
Talk Täglich, 23. Mai 2016: Angela M. mit ihrem Verteidiger Urs Huber und Moderator Markus Gilli.

Angela M. und Hassan K. - was bisher passierte In der Nacht auf Dienstag, 9. Februar, verhalf die Gefängniswärterin Angela M. (32) dem Häftling Hassan K. (27) zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon.

Kapo ZH

23. Februar

Aus «Dog Town» wird trotz genügend Spenden nichts

Nur knapp drei Wochen nach der Freude über die gesammelten Spenden kommt die grosse Ernüchterung. Die Weininger Tierschützer Silvia und Josef Zihlmann können ihr geplantes Mega-Hundeheim «Dog Town» in Rumänien nicht realisieren – obwohl sie 200 000 Euro an Spenden für ihr Projekt gesammelt haben. Der Besitzer des Areals, auf dem das Hundeheim hätte gebaut werden sollen, stellt immer neue Forderungen, sodass für das Weininger Ehepaar ein Vertragsabschluss inakzeptabel wird.

6. März

Mann stürzt im Gubrist aus einem Auto

Im Gubrist-Tunnel stürzt ein Mann aus einem fahrenden Auto. Die Polizei schliesst eine Dritteinwirkung nicht aus und nimmt deshalb die zwei mutmasslichen Mitfahrer des 23-jährigen Berners fest. Gegen die zwei jungen Männer wird ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung eröffnet. Der Verdacht, dass der Mann von seinen zwei Mitfahrern hinausgeworfen wurde, bestätigt sich jedoch nicht. Ende April gibt die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie nicht mehr wegen «versuchter Tötung» ermittelt. Im Fokus stehen nun die Vorwürfe der «Unterlassung der Nothilfe» und verschiedene mögliche Strassenverkehrsdelikte.

25. März

Bundesgericht hebt Urteil gegen Stadtpolizisten auf

Das Bundesgericht hat die Beschwerden der beiden ehemaligen Schlieremer Stadtpolizisten gutgeheissen, die einen IV-Rentner in einem Schrebergarten verprügelt haben sollen. Das Urteil des Obergerichts wird aufgehoben und an dieses zur Neubeurteilung zurückgewiesen. Zudem muss der Kanton den beiden Männern eine Entschädigung von je 3000 Franken bezahlen. Am 4. Oktober spricht das Obergericht die beiden ehemaligen Stadtpolizisten frei. Einer der beiden soll zudem ab nächstem Jahr wieder für die Stadtpolizei Schlieren/Urdorf arbeiten.