Das Blasmusik-Trio verstummt. Jacqueline Fehr tritt aufs Rednerpodest. Der Blick der SP-Regierungsrätin schweift über das blau-weisse Blumengesteck, hin zu den 50 Limmattaler Amtspersonen, die sich im Giardino Verde in Uitikon versammelt haben. Darunter auch Statthalter Simon Hofmann (FDP). Das Limmattal kam am Mittwochabend als vierter von elf Bezirken in den Genuss einer Legislaturstart-Feier, wie Fehr sie jetzt neu eingeführt hat.

«Kommen Sie etwas näher. Fremdeln müssen wir ja nicht», sagt die Justizdirektorin. Wenige Sätze und nur eine Minute später ist Chris Linder (FDP) an der Reihe, der Gemeindepräsident von Uitikon. Fehr leitet zu ihm über. Kurzes Innehalten. «Üdike? Sage ichs richtig?», fragt die Magistratin aus Winterthur zaghaft.

«Vielen Dank an Frau Regierungsrätin Fehr für diesen Anlass. Wir schätzen das sehr und sind alle sehr gerne gekommen», sagt Linder. Besonders freut es ihn, dass der Anlass in Uitikon stattfindet. «Zusammenarbeit gelingt am besten, wenn man sich kennt», zitiert Linder aus dem Einladungsschreiben, das die Behörden im Mai erhalten hatten. «Eine sehr schöne Formulierung», sagt er. Die Zusammenarbeit mit dem Kanton sei gut bis sehr gut, auch wenn es hin und wieder längere, härtere Diskussionen gebe. Wichtig sei, diese sachlich und auf Augenhöhe zu führen, so Linder.

«Ich habe Ihnen etwas mitgebracht», sagte Fehr nach Linders vierminütiger Rede. Ein Schoggi-Leu, «hergestellt in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies, von den Häftlingen, die nicht geflüchtet sind». So brachte Fehr die Halle ein erstes Mal richtig zum Lachen.

Der Effekt und die Kosten

«Ich bin sehr gerne auf dieser Tournee», setzte Fehr dann zu ihrer Rede an. Die Feiern hätten den erwünschten Effekt, sagte Fehr: «Sie legen die Grundlage dafür, dass die Zusammenarbeit vereinfacht wird. Ich würde Ihnen heute Abend gerne das Duzis anbieten.»

Fehr bedankte sich bei ihren Zuhörern dafür, dass sie sich fürs Gemeinwesen zur Verfügung stellen; im Kanton gibt es 1000 Exekutivmitglieder, im Limmattal 73 (ohne Schulgemeinden). «Ihnen im Bezirk Dietikon möchte ich ganz speziell für die Behördenarbeit danken, in diesem schwierigen Umfeld, in dem Sie die Bevölkerung immer wieder vom Wandel überzeugen müssen und in dem Sie dafür sorgen, dass die Vorteile des Wachstums auch dem Bezirk zugutekommen und nicht nur dem Kanton.»

Nach 25 Minuten war die Rede zu Ende. Etwas zu lang, war danach zwar beim Apéro zu hören, aber Fehr habe ihre Sache richtig gut gemacht. So gut, dass eine Wiederholung im nächsten Jahr gewünscht wird. So hält also Chris Linder den Abend nicht als Einziger in süsser Erinnerung.

Der Vollständigkeit halber noch zu den Kosten des Abends: Es waren 6000 Franken, wie die Justizdirektion gestern auf Anfrage sagte. Das Investitionsergebnis zeigt sich bis 2022, dann endet die Legislatur.