Geroldswil

Ja zum Zentrum und ja zum Landabtausch

So wird das neue Geroldswiler Zentrum voraussichtlich ab Mitte 2019 aussehen.

So wird das neue Geroldswiler Zentrum voraussichtlich ab Mitte 2019 aussehen.

Nicht der zwei Millionen Planungskredit für das Zentrum, sondern der Verkauf von wenigen Quadratmetern Land sorgte an der Gemeindeversammlung für Gesprächsstoff.

Nur gerade zwei Personen waren gegen den Kredit für die Geroldswiler Zentrumsüberbauung «Es ist mir eine riesengrosse Freude, dass sie dem ersten Meilenstein in der Zentrumsentwicklung so zahlreich zustimmen», so Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend und bedankte sich für das der Exekutive entgegengebrachte Vertrauen. In der Tat ist das Vertrauen gross, denn der Abstimmung ging keine einzige Wortmeldung der 210 Anwesenden Geroldswiler voraus.

«Das wird die zukünftige Adresse, das Gesicht unserer Gemeinde», sagte Hochbauvorstand Willy Oswald (FDP), als er das Projekt vorstellte. So erhalte die geplante Überbauung nicht nur aus der Bevölkerung gute Noten, auch verschiedene Fachpublikationen veröffentlichten positive Artikel. Mit diesem überdeutlichen Ja zum Zentrum kann bereits am 26. November 2016 über den Projektkredit befunden werden: dann aber an der Urne. Dieser beträgt voraussichtlich rund 30 Millionen Franken.

Ungültige Einzelinitiative

Zwar nicht gegen das Projekt, doch gegen die Vermietungspraxis regte sich Widerstand: Denn die Geroldswiler Exekutive musste eine eingereichte Einzelinitiative für ungültig erklären. Diese verlangte, dass der Gemeinderat die Vermietung der im Erdgeschoss der Zentrumsüberbauung entstehenden neuen Ladenflächen öffentlich ausschreiben muss. Bereits bei der Infoveranstaltung zu diesem Bauprojekte zeigten sich einige Geroldswiler verwundert darüber, dass die Gemeinde mit Coop als Ankermieter und nicht mit Migros zusammenarbeitet.

Laut Michael Deplazes (parteilos) ist die Einzelinitiative jedoch ungültig: «Mietverhältnisse liegen nicht in der Kompetenz der Gemeindeversammlung, sondern in derjenigen des Gemeinderates», sagte er. Dass sich mit Coop ein Ankermieter noch vor der Sprechung eines Kredits vertraglich verpflichtet, sei sehr selten und gelte es zu schätzen. Darüber hinaus habe Migros schon früh angemeldet, dass sie kein Interesse an dieser Ladenfläche habe, da man die nahegelegene VOI-Filiale nicht konkurrenzieren wolle. «Daraufhin führte der Gemeinderat nur noch mit Coop Gespräche», so Deplazes.

Es sei jedoch so, dass sich Migros zu einem späteren Zeitpunkt wieder für die Fläche interessiert habe und zugab, bei der Absage undeutlich gewesen zu sein. «Da war unsere Zusammenarbeit mit Coop jedoch schon verbindlich», so der Gemeindepräsident.

Diskussion um Landabtretung

Angenommen wurde auch die Landabtretung und Ausnützungsübertragung an der Dorfstrasse. Doch sorgte dieses Geschäft im Vorfeld für viel Diskussionsstoff. Diese Abtretung spült 650 000 Franken in die Gemeindekassen und ermöglicht es der J.F. Jost & Co. aus Schlieren zwei Anbauten an die bestehenden Siedlungen mit insgesamt neun Wohnungen zu erstellen.

Mehrere Votanten ergriffen das Wort. Einer monierte, dass der Weisungstext mit Begriffen wie «massvolle Verdichtung» zu diffus sei: «Ich verstehe den Grund für den Verkauf nicht und fühle mich vom Gemeinderat bevormundet», sagt er.

Ein anderer verwies darauf, dass auf dem Landstück womöglich unattraktive Wohnungen erstellt würden und daher die Gefahr bestehe, dass schlechte Steuerzahler nach Geroldswil ziehen würden. Eine Anwohnerin der betroffenen Siedlung an der Dorfstrasse erntete gar Szenenapplaus, als sie darauf verwies, dass es in der Siedlung über 20 Kinder habe, aber keinen richtigen Spielplatz: «Und dann sollen dort noch Häuser hingebaut werden?» Gemeindepräsident Michael Deplazes ging auf sämtliche Kritik aus der Versammlung ein, und versuchte das Unbehagen gegenüber Verdichtung und Landverkauf, zu lindern. Dies gelang ihm, da lediglich die kritischen Votanten das Geschäft verwarfen und der Rest der Versammlung dem Antrag des Gemeinderates grossmehrheitlich folgte.

Weiter entschied die Versammlung ...

Das Budget 2016 wurde von der Geroldswiler Gemeindeversammlung grossmehrheitlich angenommen. Nur vier Anwesende stimmten dagegen. «Der Grund für das Minus ist eindeutig auf der Ausgabenseite zu suchen», sagte Finanzvorstand Beat Schmid (SVP) bei der Präsentation. So schliesst die laufende Rechnung des Voranschlags mit einem Aufwand von 21,7 Millionen Franken und einem Ertrag von 13,8 Millionen. 6,4 Millionen werden mit ordentlichen Steuern erwirtschaftet. Der resultierende Aufwandüberschuss beträgt nach einer zusätzlichen Abschreibung von einer Million noch gut 480 000 Franken und wird dem Eigenkapital entnommen. Dieses soll Ende 2016 noch immer 13,7 Millionen Franken betragen. Bei einem Steuerfuss von 44 Prozent wurde dieses Budget bewilligt.

Ohne Diskussion wurde der Erweiterungsbau des Kindergartens Rötelacher von den Stimmberechtigten durchgewunken. Für 415 000 Franken kann der Kindergarten auf gemeindeeigenen Land nun angebaut werden und wird danach die Richtlinien für den Bau von Kindergärten wieder erfüllen. Bis anhin fehlte es an einem Raum für Kleingruppenaktivitäten sowie einem Büroraum für die Kindergärtnerin.

Die Geroldswiler Stimmberechtigten stimmten ebenfalls der Abschaffung der freiwilligen Gemeindezuschüsse grossmehrheitlich zu. Der Aufruf der CVP Oetwil-Geroldswil-Weiningen, wie auch derjenig der SP Kreispartei die Vorlage abzulehnen, fruchtete nicht. So erhalten Bezüger einer AHV- oder einer IV-Rente, die ebenfalls Anspruch auf Zusatzleistungen haben ab Ende 2016 keine «Wintermantelzulage» mehr, wie diese Zuschüsse im Volksmund genannt werden.

Auch die Bauabrechnung zur zweiten Etappe der Hallenbadsanierung wurde einstimmig angenommen. Mit 6,91 Millionen Franken wurden die Arbeiten lediglich um 32 000 Franken teurer, was auf diversen Mehrleistungen gründet.

Auch die Änderung der kommunalen Personalverordnung wurde einstimmig angenommen.

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