Limmattal
Ja oder nein zur E-Zigarette? - Gastronomie stellt eigene Regeln auf

Gesetzlich ist das Rauchen von E-Zigaretten in Bars, Cafés und Restaurants erlaubt. Doch längst nicht alle Lokale der Region gestatten es ihren Gästen, in den Innenräumen am elektronischen Glimmstängel zu ziehen.

Anina Gepp
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Nach heutigem Wissensstand sind E-Zigaretten weniger schädlich als herkömmliche Tabakzigaretten.

Nach heutigem Wissensstand sind E-Zigaretten weniger schädlich als herkömmliche Tabakzigaretten.

Keystone

Um vom Tabakkonsum wegzukommen, steigen immer mehr Raucher auf E-Zigaretten um. Indem eine aromatisierte Flüssigkeit verdampft und dann inhaliert wird, könne man rauchen, ohne wie beim Tabak den Teer und andere schädliche Giftstoffe einzuatmen. So zumindest lautet das Versprechen der Hersteller.

Nach heutigem Wissensstand sind E-Zigaretten zwar deutlich weniger schädlich als Tabakzigaretten. Dennoch rät das Bundesamt für Gesundheit beim Konsum zur Vorsicht. Denn die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sind noch weitgehend unbekannt. Klar ist nur: Der Dampf gewisser E-Zigaretten enthält krebserregende Stoffe, weshalb Gesundheitsrisiken beim passiven Einatmen des Dampfs nicht auszuschliessen sind.

E-Zigaretten fallen bisher nicht unter das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen. Die Kantone können jedoch ein entsprechendes Verbot erlassen. Da ein solches in Zürich nicht existiert, stellen Inhaber eines öffentlich zugänglichen Raumes eigene Hausordnungen auf. Die Nachfrage bei Dietiker Restaurants und Bars zeigt: Die Inhaber der Lokalitäten stehen dem Trend des E-Zigaretten-Rauchens unterschiedlich gegenüber.

Das Aroma stört beim Essen

Eduard Bouaraoua des Restaurants Summer-Garte in Dietikon verbietet seinen Gästen das Rauchen der Elektrozigarette im Nichtraucherabteil. «Dafür haben wir ein Fumoir. Es ist unanständig den anderen Gästen gegenüber, sich eine E-Zigarette anzuzünden.» Wenn einer seiner Gäste zur E-Zigarette greift, bitte er ihn höflich, dafür in den Raucherraum auszuweichen. «Bisher haben noch alle Verständnis dafür gehabt», sagt der Wirt.

Im Restaurant Pergola in Dietikon ist es ebenfalls untersagt, sich in den Innenräumen eine E-Zigarette anzuzünden. «Die übrigen Gäste würden sich am Aroma stören. Das ist nicht angenehm beim Essen», sagt Kellner Özi Vergili.

Toleranter ist man im «Caffè Bar Limmatfeld» auf dem Rapidplatz in Dietikon. Inhaber Domenico Di Cola hat nichts dagegen, wenn jemand in seiner Bar eine E-Zigarette rauchen will. «Bisher ist das aber noch kaum vorgekommen. Einmal hat sich ein Kunde am Kiosk nebenan eine E-Shisha gekauft und die bei mir geraucht», sagt er. Da die elektrische Zigarette geruchslos gewesen sei, habe es niemanden gestört.

Im «Café City» in Dietikon hat sich bisher ebenfalls nur ein Gast getraut, in den Räumlichkeiten des Bistros eine E-Zigarette anzuzünden. Generell ist es dem Lokal aber lieber, wenn die Gäste vor der Tür rauchen, egal ob es sich nun um E-Zigaretten handelt oder nicht.

Verbot im Bus und an Schulen

Eine Hausordnung für E-Zigaretten stellen aber nicht nur Restaurants, Bars und Cafés auf. In den öffentlichen Verkehrsmitteln ist seit 2013 klar geregelt, dass das Rauchen von E-Zigaretten untersagt ist. «Der Zürcher Verkehrsverbund hat sich dafür den Regelungen der SBB angeschlossen», so Thomas Kellenberger, Mediensprecher des ZVV. Bei Reisenden, die die Vorschriften verletzen, wird eine Entschädigung von 25 Franken erhoben. Damit ist die Busse gleich hoch, wie wenn man sich im Bus oder Zug eine Tabakzigarette anzünden würde.

Verboten ist das Rauchen der trendigen Zigarette auch auf den Pausenplätzen der Limmattaler Schulen. Die Schulleitungen haben sich dafür entschieden, E-Zigaretten mit normalen Zigaretten und Alkohol gleichzustellen und dessen Konsum auf dem Pausenhof zu verbieten.

Umfrage: Stört es Sie, wenn jemand in Ihrer Nähe eine E-Zigarette raucht?

Lisa Fausch, Dietikon Als Zigaretten im Restaurant verboten wurden, war ich sehr froh. Der Gestank hat mich immer gestört. E-Zigaretten hingegen sind in Ordnung. Solange nicht jene mit Aroma geraucht werden, dürfen Gäste von mir aus auch im Restaurant gerne rauchen. Ich sehe keinen Grund, wieso man das verbieten sollte.
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Melanie Auer, Dietikon Ich rauche selbst nicht. In meinem Umfeld rauchen aber ziemlich alle. Deshalb störten mich nicht einmal mehr normale Zigaretten. E-Zigaretten sind im Vergleich ja harmlos, der Rauch riecht meistens sowieso nach nichts. Deshalb ist es in Ordnung, E-Zigaretten auch im Restaurant zu rauchen.
Josef Zele, Urdorf Mich stört es nicht, wenn im öffentlichen Raum jemand E-Zigarette raucht. Zigarettenrauch finde ich viel unangenehmer. Sogar ich als Raucher empfinde es als störend, wenn jemand raucht, während ich esse. Da kommen für mich selbst elektronische Zigaretten nicht infrage. Probiert habe ich es noch nie.
Jürg Schäfli, Fahrweid Ich bin Nichtraucher und E-Zigaretten sind laut neusten Berichten auch schädlicher, als man bisher angenommen hat. Darüber liest man in den Medien immer mehr. Ich bin gegen alle Arten von Zigaretten, egal ob elektronisch oder nicht. Ich mag den Geruch einfach nicht, auch nicht wenn er süsslich ist.
David Lehmann, Oetwil E-Zigaretten sind ähnlich wie Shishas, da es sie auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Ich selbst habe sie aber noch nie probiert. Ich finde, dass das Rauchen von E-Zigaretten im Restaurant okay ist, solange man damit niemanden belästigt. Mich würde es aber beim Essen schon stören.

Lisa Fausch, Dietikon Als Zigaretten im Restaurant verboten wurden, war ich sehr froh. Der Gestank hat mich immer gestört. E-Zigaretten hingegen sind in Ordnung. Solange nicht jene mit Aroma geraucht werden, dürfen Gäste von mir aus auch im Restaurant gerne rauchen. Ich sehe keinen Grund, wieso man das verbieten sollte.

Anina Gepp