Dietikon
Italienische und französische Lieder für den Feierabend

Die Feierabendmusik hatte die Hochzeit und den Mai zum Thema. Die Auswahl der Lieder gefiel dem Dietiker Publikum. Für manche hätte das Konzert gut auch noch länger dauern können.

Christian Murer
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Der Tenor Luigi Cannistrà posiert neben dem Dietiker Organisten Bernhard Hörler. Christian Murer

Der Tenor Luigi Cannistrà posiert neben dem Dietiker Organisten Bernhard Hörler. Christian Murer

Etwas verstreut sassen am Freitagabend etwa vierzig Personen in den Bänken der Stadtkirche St. Agatha. Sie genossen dort die Feierabendmusik mit dem Tenor Luigi Cannistrà und dem Organisten Bernhard Hörler. Das Thema des Abends lautete «Lieder zu Hochzeiten und zum Mai».

Unter den Zuhörern sass auch Marlen Meier mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn Mattia: «Ich bin eigentlich kein Stammgast. Doch die Feierabendmusik ist für mich ein schöner Ausklang der Woche, weil man da ganz spontan hingehen kann.» Zwanzig Minuten seien besonders für einen kleinen Buben eine gute Zeit, während der er zuhören und sich noch konzentrieren könne. «Ich glaube, dass ihm die Lieder und Orgelklänge sehr gut gefallen haben», so die Mutter aus Dietikon.

In der Tat: Der kleine Mattia spitzte ganz aufmerksam die Ohren. Denn er war von der mächtigen Orgel und dem Gesang völlig fasziniert. Stets drehte er sich um und schaute aufmerksam zur Empore hoch.

Begonnen hatte die Feierabendmusik mit einem schlichten Marienlied des Italieners Andrea Angelo Castelli, der Priester und Musiker war sowie ein Freund von Papst Johannes XXIII. Es folgte die Arie «Vaga luna che inargenti» von Vincenzo Bellini, gefolgt von Franco Paolo Tostis Lied «Malia».

Besonders einfühlsam interpretierte der Tenor Luigi Cannistrà das liebliche «Ave Maria», das César Franck 1863 für einen Freund schrieb. Er gilt als einer der bedeutendsten französischen Komponisten, Lehrer und Organisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

«Vergiss mich nicht» ist der Name eines Liedes des neapolitanischen Komponisten Ernesto de Curtis. Die berührende Melodie wird vielfach an Hochzeiten gespielt. So auch das wunderschöne «Love Is a Many-Splendored Thing» des Amerikaners Sammy Fain. Da heisst es in der ersten Strophe passend zum Motto der Feierabendmusik: «Liebe ist eine grossartige Sache, sie ist der Frühlingsbote, der nur im zeitigen Frühjahr erblüht; Liebe ist die Art der Natur zu geben, ein Grund dafür, dass wir leben, die goldne Krone, die einen Menschen zum König macht.»

Zu den spontaneren Zuhörern gehörte Xaver Koch aus Dietikon: «Das ‹Ave Maria› und das erste Stück von Castelli haben mir sehr gut gefallen.» Koch wünschte sich allerdings, dass die Feierabendmusik etwas länger dauert.