Steuerfüsse 2011

Investitionsbedarf sorgt für Anspannung

(Symbolbild)

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Die Schulen sorgen bei den Steuerfüssen 2011 für Bewegung, doch nicht in allen Gemeinden hat dies Auswirkungen auf den Gesamtsteuerfuss. Weniger Steuern brauchen im kommenden Jahr die Einwohner von Weiningen und Unterengstringen zu bezahlen.

Hohe Investitionen belasten 2011 die Finanzen der meisten der elf Gemeinden im Bezirk Dietikon. Sie sind verantwortlich für die angespannte Situation und nicht die Wirtschaftslage, wie man glauben könnte. In den einzelnen Gemeinden wird in der Tendenz sogar mit steigenden Einnahmen gerechnet. Schlieren und Dietikon, deren Bevölkerung infolge der Bautätigkeit rasant wächst, muss die städtische Infrastruktur für teures Geld aufrüsten, und profitiert vorderhand nicht von zusätzlichen Steuereinnahmen. Im Bezirk soll 2011 vorab in Alterseinrichtungen investiert werden, so in Urdorf, Schlieren, Dietikon, Birmensdorf, aber auch in den Gemeinden rechts der Limmat.

Ungewiss bleibt der Investitionsbedarf für das Spital Limmattal, wo Sanierungen in Höhe von 30 bis 50 Millionen Franken drohen und die Finanzierung eines Spitalneubaus noch nicht geregelt ist. Schliesslich benötigen die Schulen fast aller Gemeinden hohe Beträge, um ihre Infrastruktur auszubauen oder zu erhalten. Als Folge des Finanzbedarfs liegen Steuerfusserhöhungen in der Luft, wie etwa Urdorfs Finanzvorstand Thomas Hächler die Anwesenden an der Budget-Gemeindeversammlung vorwarnte.

Aesch erhöht die Steuern

Als einzige Gemeinde im Bezirk Dietikon wird Aesch die Steuern 2011 um zwei Prozent auf neu 87 Prozent erhöhen und liegt damit nun 10 Prozentpunkte über ihrem Steuertiefstwert aus dem Jahr 2005. Damals war die Gemeinde mit 77 Prozent kurze Zeit Steuerprimus im Bezirk Dietikon. Die Erhöhung des Steuerfusses ist Folge des Finanzbedarfs der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch. Während in der Nachbargemeinde Birmensdorf die Primarschule mit einem Abschlag des Steuersatzes eine Steuerfusserhöhung verhindert, kann in Aesch die Gemeinde nicht helfend einspringen. Finanzvorstand Diego Bonato erklärte gar, dass nur der Buchgewinn aus einem Liegenschaftsverkauf Aesch vor einer zusätzlichen Steuererhöhung bewahrt habe.

Viel Geld benötigt auch die gemeinsame Primarschule von Oetwil und Geroldswil. Auch hier verschlingt der Schulraum in den nächsten Jahren Millionen. Verschärft wird die Situation durch steigende Schülerzahlen. Die Folge: 2 Prozentpunkte mehr Steuern. Die Sekundarschulgemeinde Weiningen, der neben der Standortgemeinde auch Oetwil, Geroldswil und Unterengstringen angehören, senkt den Steuersatz um 2 Prozentpunkte. Damit bleiben in Oetwil und Geroldswil die Gesamtsteuerfüsse bei 90 respektive 95 Prozent bestehen. In Weiningen und Unterengstringen hingegen sinken sie auf 99 respektive 93 Prozent. Weiningen fällt damit nach zwei Jahren über der 100-Prozent-Marke wieder darunter, so wie in den 9 Jahren vor 2009.

Oberengstringen scheint die Finanzen unter Kontrolle zu haben

Oberengstringen scheint trotz der von den Stimmberechtigten für 2009 verweigerten Steuerfusserhöhung um 5 Prozent die Finanzen unter Kontrolle zu haben. Finanzvorstand Jürg Bruppacher freut sich gar auf positive Rechnungsabschlüsse, wenn die Reorganisation des Finanzausgleichs in Kraft sein wird.

In Urdorf kommt es zu einem Abtausch von einem Steuerprozent zwischen Schule und politischer Gemeinde, der Gesamtsteuerfuss bleibt deshalb bei 118 Prozent bestehen. Die politische Gemeinde erhielt für 2010 zwei Steuerprozente von der Schulgemeinde, um die Investitionen tätigen zu können. Dass für 2011 nur ein Steuerprozent zurückgegeben wird, entspringt der Vorsicht, welche Urdorfs Finanzvorstand walten lässt.

Millionen für Schulen und Altersheime

Sowohl Schlieren also auch Dietikon belassen den Gesamtsteuerfuss auf 119 respektive auf 122 Prozent. Millionen-Projekte bei Schule und Alterseinrichtungen belasten den Finanzhaushalt 2011. In Schlieren kommt ein umzubauendes Stadthaus hinzu. Auf der Wunschliste der Bevölkerung stehen zudem eine Naturbadi für 4 Millionen und ein künstlicher Fussballrasen für 1,7 Millionen, die nächstes Jahr finanziert werden wollen. Dietikons Investitionsplan weist über die nächsten vier Jahre 91 Millionen Franken aus.

Ohne finanzielle Sorgen ist weiterhin die reichste Gemeinde im Bezirk - nämlich Uitikon. Das Uitiker Nettovermögen pro Kopf beträgt 8811 Franken, der kantonale Durchschnitt liegt bei 2500 Franken. Der Gemeindesteuerfuss liegt seit 2003 unter 80 Prozent und wird 2011 bei 77 Prozent belassen. Uitikon zählt somit zur Handvoll der steuerattraktivsten Gemeinden im Kanton Zürich.

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