Invasive Ameisen in Spreitenbach

Kanton veranlasst Monitoring durch Experten.

Andreas Fretz
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Im Bereich Silbern wurden eingeschleppte Ameisen gefunden.

Im Bereich Silbern wurden eingeschleppte Ameisen gefunden.

Bild: Alamy

Schädlinge Die Zeilen im Jahresbericht des kantonalen Amts für Verbraucherschutz klingen wie der Titel eines billigen Horrorfilms aus den 90er-Jahren: «Invasive Ameisen in Spreitenbach» steht da geschrieben. Im 71-seitigen Bericht sind immerhin 30 Zeilen den kleinen Insekten gewidmet.

An einem Strassenrand in Spreitenbach wurden demnach Ende 2018 erstmals invasive, gebietsfremde Ameisen der Art Tapinoma nigerrimum entdeckt. «In Gebieten, in denen sich die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart ausbreitet, werden sämtliche einheimischen Ameisenarten komplett verdrängt», heisst es im Bericht. Einleitend steht sogar: «Diese Art ist sehr aggressiv und kann befallene Areale unpassierbar machen.» Gemäss der Website antweb.org gab es bisher noch keine Sichtung dieser Art in der Schweiz. Der Fund in Spreitenbach im Bereich Silbern Richtung Dietikon wurde offenbar noch nicht registriert.

Die Konsequenzen der Entdeckung seien noch ungewiss, schreibt das Amt für Verbraucherschutz. Um zu klären, wie stark sich diese Ameisenart bereits in der Umgebung ausgebreitet hat, wurde während dem Sommerhalbjahr 2019 eine weitläufige Suche nach allenfalls weiteren Vorkommen dieser Art in der Gemeinde durchgeführt. Für dieses «Ameisen Monitoring» wurde gar ein externer Fachexperte beauftragt. «Die Untersuchung hat erfreulicherweise keine weiteren Funde dieser Ameisen ergeben. Daher ist davon auszugehen, dass sich diese invasive Art bisher noch nicht stärker ausbreiten konnte», so die Folgerung. Durch eine wirksame Bekämpfung könnte der weitere Vormarsch dieser Schädlinge möglicherweise noch verhindert werden.

Auslöser für die Verbreitung sind in der Regel eingeführte Pflanzen, in denen die Tiere sassen. Auch kältere Winter mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können die Ameisen ohne nennenswerte Verluste überleben. Damit geht von diesen Tapinoma-Ameisen eine nicht zu unterschätzende Belastung für die Städte nördlich der Alpen aus. Ihr in der Analdrüse produzierter Kampfstoff ist für alle Ameisenarten hochgiftig. Im Vordergrund der Forschung standen bisher vor allem Kampfgebaren und Schadwirkungen in Siedlungen, Gartenbau und Landwirtschaft.

«Das Amt für Verbraucherschutz ist mit uns in Kontakt, um mögliche Bekämpfungsmassnahmen abzuklären», bestätigt Viktor Ott von den Gemeindewerken Spreitenbach. Im Sommer, wenn die Ameisen sichtbar werden, könnte ein weiteres Monitoring stattfinden.