Herr Aleardi, Sie hatten schon hunderte Bühnenauftritte. Sind sie noch aufgeregt, wenn die Scheinwerfer auf Sie gerichtet werden?

Pasquale Aleardi: Ich bin immer aufgeregt, aber positiv aufgeregt. Denn wir haben es auf und hinter der Bühne immer sehr lustig.

Wie entstand ihre Gruppe?

Jörg Hamers, Marc Leymann und ich sind gute Kumpels. Die beiden beleidigen mich immer wieder aus Spass. Wir machten viel Seich und lachten. Irgendwann sagte ich, ‹hey, könnten wir das nicht auch auf der Bühne machen?› So kam es dazu, dass wir als die Phonauten auftraten.

Was bedeutet dieser Name?

Oh, diese Frage habe ich befürchtet ... (Fragt seine Freunde.) Ah ja, Mary, so nenne ich Marc, hatte eine Idee. Der Name bedeutet «Die nie enden wollende Erforschung des Klangs».
Hat Marc die meisten Einfälle für die Texte eurer Musik?
Einer hat die Initialzündung, danach arbeiten wir solange zu dritt weiter, bis das Stück fertig ist. Meist geht der Text durch alle Hände, sodass jeder einen Anteil daran hat.

Sie nannten ihre Musik Antidepressionsmusik. Wie kam es dazu?

Wir haben einfach nur Flausen im Kopf. So entstanden witzige, ironische und doppeldeutige Texte. Diese sollen die Leute erheitern. Unsere Musik soll keinen traurig zurücklassen.

Pasquale Aleardi & Die Phonauten live in Berlin

Pasquale Aleardi & Die Phonauten live in Berlin

Antidepressionsmusik von Pasquale Aleardi & Die Phonauten live in Berlin im Februar 2017 im Theater am Kudamm.

Wie macht ihr das?

Wenn wir auftreten, wollen wir die Leute unterhalten. Wir wollen virtuos sein und gleichzeitig das Publikum einbeziehen – etwa mit Improvisationen. Wir befragen das Publikum zum Thema unserer Lieder. Zudem verteilen wir Nasenflöten. Das ist meiner Meinung nach die beste Antidepressionstaktik überhaupt.

Seht ihr die Welt eher schwarz oder farbig?

Wir sind Optimisten.

Welche Zuhörerschaft braucht die Antidepressionsmusik eher, diejenige in der Schweiz oder in Deutschland?

Diejenigen in Deutschland. (lacht) Wenn ich den Lebensstandart in Berlin mit der Schweiz vergleiche, geht es den Leuten in der Schweiz schon besser als dem Durchschnittsberliner.

Sie sind viel auf Achse und treten in Bonn, Berlin, Zürich und anderen Städten auf. Wird ihnen dieses Leben nicht bald zu stressig?

Nein, es macht mir immer noch Spass. Singen befreit mich selbst. Von diesem Projekt bin ich zu 100 Prozent überzeugt. Bei unseren Auftritten haben wir selbst jeweils am meisten Freude.

Welche Musik hören Sie zu Hause am liebsten?

Ganz verschieden. Wenn ich alleine bin, höre ich oft Filmmusik oder klassische Stücke.

Auch in der Berufswelt sind Sie in verschiedenen Bereichen wie Film, Theater und Musik zu Hause. Was würden Sie nie machen wollen?

Ich mache nur, was ich will. Das habe ich mir bereits vor einiger Zeit angewöhnt. Wenn es einen Grund gibt, dann mache ich das auch. Doch ich schaue, dass es mein Herz anspricht.

Sie wurden im letzten Jahr zum zweiten Mal Vater, welche Lieder singen Sie mit ihren Kindern?

Mit ihnen singe ich am liebsten das Dschungelbuch. Denn das liebte ich selbst, als ich klein war. Den Zweijährigen habe ich bereits angesteckt. Er summt immer wieder vor sich hin.

Wie oft sehen Sie die Kinder?

Meine Frau ist mit den Kindern in der Homebase in Berlin. Bei allen Aufenthalten, die länger als zwei Wochen dauern, kommt sie mit ihnen mit. So sind wir oft gemeinsam unterwegs, in Deutschland oder auch im Graubünden bei meinen Schwiegereltern.

Und in Dietikon?

Klar, Dietikon ist meine Heimat. Hier wohnen meine Verwandten und hierher komme ich zwei bis dreimal im Jahr. Ich habe noch nie ein Feiertag zu Hause verpasst. Doch was ich sagen muss, es hat mich schockiert, dass es das Cinema Capitol nicht mehr gibt. Denn im Capitol sah ich meinen ersten Kinofilm und hier wurde ich auch süchtig nach Filmen.

Am 29. Januar um 20 Uhr treten «Pasquale Aleardi & die Phonauten» im Theater am Hechtplatz in Zürich auf.