Die Turnschuhe quietschen, als der Viertklässler abrupt abbremst. Er spielt den Ball zu seinem Klassenkollegen, der macht drei schnelle Schritte, springt und wirft. Der Torwart hechtet, kommt aber zu spät - der Ball landet im Tor. Strahlend klatscht der Schütze mit seinem Kollegen ab. Überall in der Turnhalle hört man Schüler laut rufen und lachen. Es geht intensiv zu und her auf den drei Spielfeldern. Dann ein Pfiff. «Wir gehen zum nächsten Spiel über», ruft Handballtrainerin Claudia Brandt.

Projekt «Handball macht Schule»


Handball wird im Gegensatz zu Fussball und Unihockey in der Schule nur selten gespielt. Die Limmattaler Handballclubs und der Schulsportverband wollen das ändern - und starteten das Projekt «Handball macht Schule»: Fünf Handballtrainer besuchen im Januar insgesamt 30 Primarschulklassen im Limmattal, um ihnen den Sport schmackhaft zu machen. Gestern begannen sie bei den Viertklässlern in Unterengstringen. Die Schüler lernten dabei in verschiedenen Übungen richtig zu werfen, zu springen und sich beim Sturz abzurollen.

«Handball ist ein schnelles und actionreiches Spiel, das gleichzeitig Technik und Taktik braucht», sagt Eva Parati vom Schulsportverband. «Deshalb ist es ideal für die Schule.» Mangelnde Bekanntheit sei der Grund, weshalb es nur wenig gespielt werde, zudem sei vielen der Ball zu hart. In den Schulen wird deshalb mit einem neuen, weicheren Streethandball gespielt.

Ziel: 30 Teams für Schülerturnier

Lehrerin Christiane Thoma ist vom Projekt begeistert: «Ich finde es genial. Die Schüler sind immer besonders motiviert, wenn junge, externe Trainer kommen.» Sie möchte in Zukunft im Unterricht öfter Handball spielen - was wohl auch im Sinn der Schüler ist: Als Trainerin Claudia Brandt nach der Stunde die Anmeldungen für das Streethandballturnier vom 3. Februar in Schlieren in den Händen hält, wird sie sofort umringt. «Das Ziel sind 30 Schülermannschaften für das Turnier», erklärt Parati. Das Turnier wird vom Schulsportverband und den Handballvereinen gemeinsam organisiert.