Gelebter Sportgeist in der Freizeitanlage Büel in Unterengstringen: Der Behinderten-Sportclub Limmattal lud am Samstag zu einem «Fest mit Spiel und Spass» ein. Es war in diesem Jahr der letzte grosse Anlass des Vereins, der dem viel beachteten Differenzschwimmen im März in Nichts nachstand.

Der Club feiert in diesem Jahr zudem sein 50-jähriges Bestehen. Dass die beiden Ereignisse zusammenfallen, ist kein Zufall: «Den Anlass, den wir seit Frühling planten, haben wir extra für das Jubiläum organisiert», sagte die Technische Leiterin Elsbeth Fuhrer.

Karateshow von Anton Grgic

Karateshow von Anton Grgic

Der integrative Sporttag des Behinderten-Sportclubs liess alle Einschränkungen vergessen. Unterstützt wurde der Sporttag durch Sponsoren sowie von PluSport, der Dachorganisation des Schweizer Behindertensports.

Der integrative Sporttag bot für bewegungsfreudige Besucher auf dem Schulgelände, das die Gemeinde zur Verfügung stellte, verschiedene Angebote wie etwa Büchsenwerfen, Riesenmikado, einen Fröbelturm oder Tischtennis. Das Herzstück des Programms fand aber in der Turnhalle statt: Eine Karate- und Sitzball-Show, bei der gezeigt wurde, dass trotz Einschränkungen, sei es körperlich oder geistig, Sport für Bewegung sorgen kann – im wörtlichen und übertragenen Sinn.

Sitzball mit Flüchtlingen

Den Anfang bestritt Anto Grgić, Leiter einer in Schlieren ansässigen Karate-Schule. Mit seinen jungen Schülerinnen und Schülern zeigte er eine rund 30-minütige Darbietung der japanischen Kampfkunst. Für Grgić war die Teilnahme eine Ehrensache: «Wir bieten auch Kurse für Menschen mit Einschränkungen an», sagte er. Für ihn ist Karate Kunst, Lebensart und Philosophie zugleich; die Show sollte dies spielerisch beweisen.

Im Anschluss stand ein kleines Sitzball-Turnier auf dem Plan. Mit dabei war die Flüchtlingsgruppe des Behinderten-Sportclubs, deren Protagonisten voller Elan und Spielfreude die Halle besetzten. Die Präsentation veranschaulichte das Motto des Anlasses perfekt. Sitzball ist zudem eine Sportart, bei der sowohl behinderte als auch nicht behinderte Menschen teilnehmen können.

Der Mannschaftsport findet nicht nur dank eigenen Weltmeisterschaften grosse Beachtung, sondern sorgte unlängst in Rio für Furore: Der Sportler Morteza Mehrzad wurde bei den Paralympics seines Talents wegen von der Presse als «iranische Mauer» betitelt.

Unterstützt wurde der Sporttag durch Sponsoren sowie von PluSport, der Dachorganisation des Schweizer Behindertensports. Deren Coach Reto Zimmerli sorgte zusammen mit Elsbeth Fuhrer nicht nur für einen reibungslosen Ablauf; er spielte auch selbst bei der Sitzball-Show mit. «Wir konnten heute zeigen, dass Integration mittels Sport immer möglich ist», sagte Zimmerli. Auch Fuhrer war am Ende des Tages höchst zufrieden: «Wir haben heute vieles erreicht.»