Schlieren
Inmitten von Büchern wird gereimt und gesungen

Einmal im Monat bietet die Bibliothek mit «Reim und Spiel» eine Veranstaltung für Eltern und ihre kleinen Kinder an. 15 Kinder sind dieses Mal gekommen. «So viele Teilnehmer wie heute hatten wir noch nie», freut sich die Leiterin Gwyneth Hughes.

Tabea Wullschleger (Text u. Fotos)
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Singen geht mit dem Nuggi im Mund zwar nicht mehr, aber Spielen mit den anderen Kindern ist immer noch möglich
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Die Kleinen mussten bewusst nicht immer bei ihren Müttern sein, sondern dürfen auch in der Mitte spielen
Inmitten von Büchern wird gereimt und gesungen
Die Jüngste versteht noch nichts von den Reimen, sie geniesst einfach die Zeit in den Armen der Mutter
Leiterin Gwyneth Hughes macht vor, wie der Igel im Herbst schläft.
Fingerspiel einmal anders: Die Kamera anzufassen, ist gerade spannender als der Kindervers.
«Ri ra russ, i wellere Hand isch d’Nuss?» zu fragen, macht Spass.
Silvia Fragoso ist mit Joao (2) und Tiago (10 Monate) zum ersten Mal hier. Die Portugiesin wurde über das Projekt Zeppelin aufmerksam auf «Reim und Spiel».
Sie wohne gleich um die Ecke und habe letztes Jahr mit Sohn Lynel (2) bereits die Märlistunde in der Bibliothek besucht, sagt Stefanie Lang. Deshalb sei sie nun hier.
Könül Dogan fand es super und wird auch beim nächsten Treffen im Dezember wieder mit Atakan (17 Monate) und Zehra (1 Monat) dabei sein, wie sie sagt.
Die Bibliothek kenne sie bereits, sagt Carla Fernandes. Bei «Reim und Spiel» war sie mit Tiago (5) und Duarte (18 Monate) aber das erste Mal.
Alle Verse und Lieder sind in einem Minibook aufgeschrieben.
Miteinander plaudern, singen und reimen gefällt Eltern wie Kindern.

Singen geht mit dem Nuggi im Mund zwar nicht mehr, aber Spielen mit den anderen Kindern ist immer noch möglich

Limmattaler Zeitung

Eine Bibliothek ist ein Raum der Ruhe. Ausser es findet gerade «Reim und Spiel» statt. Dann hört man nämlich Kinder lachen und quietschen und Mütter miteinander plaudern. Von Oktober bis April treffen sich die Eltern mit ihren Sprösslingen immer am ersten Montag des Monats in der Stadtbibliothek, um Fingerreime, Kinderverse und Lieder kennenzulernen. Dieses Mal dreht sich alles ums Thema Herbst. Sie suche für jede Ausgabe «Reim und Spiel» ein übergeordnetes Thema, sagt die Leiterin der Veranstaltung, Bibliothekarin Gwyneth Hughes. «Letzten Monat begleiteten wir mit Versen und Liedern zwei Figuren aus einem Kinderbuch durch den Tag.»

15 Kinder sind dieses Mal gekommen. «So viele Teilnehmer wie heute hatten wir noch nie», freut sich Hughes. Während das mit einem Monat Jüngste die halbe Stunde in der Bibliothek verschläft, singt ein Fünfjähriger die Lieder, die er aus dem Kindergarten kennt, lauthals mit. «Unser Programm richtet sich eigentlich an Eltern und Kinder zwischen eineinhalb und drei Jahren», sagt Hughes. Trotzdem könnten alle von dieser Veranstaltung profitieren: «Die Kleinen können mit anderen spielen, die Mütter miteinander reden. Sie lernen so andere Mütter kennen und verbringen eine schöne Zeit mit ihren Kindern.»

Während sonst die meisten Teilnehmer über Mundpropaganda oder direkt in der Bibliothek darauf aufmerksam werden, sorgten dieses Mal auch Barbara Steinegger und Esther Staufer vom Projekt Zeppelin für mehr Besucher. «Wir unterstützen beispielsweise fremdsprachige Familien, indem wir die Mütter auf Veranstaltungen wie ‹Reim und Spiel› aufmerksam machen und sie dorthin begleiten», sagt Steinegger.

Gesamtschweizerisches Projekt

Nicht nur in Schlieren lernen Eltern und Kinder neue Verse und Lieder kennen: «Reim und Spiel» findet in ähnlicher Form in Bibliotheken in der ganzen Schweiz statt. Dies im Rahmen des Projekts «Buchstart», welches Anregungen zur ersten Begegnung von Kleinkindern mit Büchern und zur Frühsprachförderung gibt. Initiiert wurde «Buchstart» von Bibliomedia und dem schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien.