Bernhard Schmidt ist enttäuscht. «Wir hatten die Hoffnung, die eine oder andere Gemeinde zu überzeugen», sagt der Dietiker Initiant der Volksinitiative gegen den Bau der zweiten Etappe der Limmattalbahn. Doch es kam anders: Der ganze Kanton steht nun hinter dem Projekt Limmattalbahn – auch alle Limmattaler Gemeinden. Bei der Abstimmung 2015 hatte das Limmattal die Bahn noch abgelehnt.

Die Bahngegner setzten mit ihrer Initiative auf das Argument, man dürfe das Projekt nicht gegen den Willen der direkt betroffenen Bevölkerung durchziehen. Doch das Argument zog nicht. Laut Schmidt zog dafür eine andere Argumentationsschiene: Man hatte ja schon einmal abgestimmt. «Die Bevölkerung hat ein Stück weit resigniert», sagt Schmidt mit Blick auf den Meinungsumschwung im Limmattal. Dennoch sei der Anteil der Bahngegner in Dietikon weiterhin hoch: In der Bezirkshauptstadt stimmten 47,65 Prozent für die Stopp-Limmattalbahn-Initiative. «Dort spürt man die Wut der Bevölkerung noch.»

Das Interview vom Sonntag: 

Bernhard Schmidt, Wortführer der Limmattalbahn-Gegner.

   

Stimmrechtsbeschwerde als letzte Möglichkeit

Für Schmidt ist der politische Kampf gegen die Limmattalbahn nun beendet. Aber an einen juristischen Strohhalm klammert er sich noch: «Die Stimmrechtsbeschwerde gegen die Verwendung von Steuergeldern im Abstimmungskampf ist noch hängig», sagt Schmidt.

Und eine Lehre aus dem Kampf um die Limmattalbahn gelte es zu ziehen: «Über die Köpfe der direkt Betroffenen hinweg darf man so ein Projekt nicht durchziehen.» Die Bevölkerung müsse in die Entwicklung hin zur Verdichtung und Verstädterung vermehrt einbezogen werden.»

SVP-Kantonsrat Hans-Peter Amrein agierte mit Schmidt auf der Seite der Bahngegner. Auch er sieht in der Resignation der bahnkritisch eingestellten Bevölkerung den Hauptgrund für das Ergebnis. Es sei Schaden an der Demokratie angerichtet worden, indem das Projekt gegen den Willen der Direktbetroffenen angegangen wurde. Viele von ihnen hätte nun nicht mehr abgestimmt.