Bergdietikon

Initianten planen doch wieder einen Golfplatz

An der Gemeindeversammlung Bergdietikon vom 21. Juni 2010 nahmen rekordverdächtige 615 Personen teil. BHI

An der Gemeindeversammlung Bergdietikon vom 21. Juni 2010 nahmen rekordverdächtige 615 Personen teil. BHI

Nach fünf Jahren streicht der Kanton Aargau den Richtplaneintrag für den Golfplatz Herrenberg. Doch das Projekt ist noch nicht gestorben. Geplant ist nun eine komplett redimensionierte Anlage.

Kein anderes Thema hat in Bergdietikon in den letzten Jahren für mehr Aufregung gesorgt als der geplante Golfplatz Herrenberg: Vor allem in den Jahren 2009 und 2010 versetzte er das Dorf in Aufruhr und sorgte für verhärtete Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern. Jetzt, dreieinhalb Jahre nach der knapp gescheiterten Abstimmung, sieht es aus, als wäre das Projekt definitiv gestorben: Der Aargauer Regierungsrat hat an seiner letzten Sitzung beschlossen, den nie realisierten Golfplatz aus dem Richtplan zu streichen.

Wie der Bergdietiker Gemeinderat gestern mitteilte, war das Vorhaben im Jahr 2009 befristet im Richtplan eingetragen worden, mit der Auflage, es wieder zu entfernen, wenn nicht innerhalb von fünf Jahren mit dem Bau einer Anlage begonnen werde. Diese Frist ist nun abgelaufen.

Doch die Initianten halten an ihrem Traum fest, wie Urs Auf der Maur gestern auf Anfrage sagte: «Wir haben das Projekt noch nicht begraben.» Dass es nicht gelungen sei, den Richtplaneintrag zu verlängern, sei schade. Trotzdem sei man – acht Jahre, nachdem man das erste Projekt startete – bereit, die Sache nochmals mit neuem Elan anzugehen: «Wir haben immer noch Lust darauf.»

Statt 93 nur 17 Hektaren

Geplant ist nun eine komplett redimensionierte Anlage: Während das ursprüngliche Projekt auf 93 Hektaren einen 18-Loch-Turnierplatz, eine Driving Range und eine 9-Loch-Kurzanlage umfasst hätte, sind nun bloss noch 17 Hektaren Fläche vorgesehen. Darauf bringe man gut eine Driving Range und eine Kurzspielanlage unter, sagt Auf der Maur: «Im Sinne des Spiels wäre das eine perfekte Sache.» Nicht ändern wird sich die Nutzung der Fläche: Wie schon beim ersten Projekt soll ein Drittel dem Golfspiel dienen, zwei Drittel sind als Öko- und Ausgleichsfläche geplant.

Mit der viel kleineren Anlage können die Initianten zudem ein grosses Problem umgehen: Ein für das Originalprojekt zentrales Stück Land rund um den Gasthof Herrenberg gehört der Stadt Zürich. Diese hätte es zwar hergegeben, wenn sich das Bergdietiker Stimmvolk für den Golfplatz ausgesprochen hätte. Nachdem es im November an der Urne aber zu einem knappen Nein kam, liess die Stadt nicht mehr mit sich reden. Unterdessen wurde das Land dem städtischen Juchhof zugeteilt, der es für die Tierhaltung nutzen will.

Daran scheiterte ein zweites Projekt, das die Initianten 2012 lancierten: Damals planten sie eine 70 Hektaren grosse Anlage mit neun Löchern. Dafür wären sie jedoch auf das städtische Land angewiesen gewesen.

Mit Widerstand ist zu rechnen

Es sei natürlich ein Vorteil, dass das dritte Projekt nun ohne dieses Land auskomme, sagt Auf der Maur, der selber in Bergdietikon wohnt. Geplant sei die Anlage nun unterhalb des Gasthofs Herrenberg. Die Bauern, die schon vor Jahren ihr Land für den Golfplatz verpachten wollten, sind laut Auf der Maur immer noch bereit dazu. Obwohl er sich bewusst ist, dass auch das neue Projekt auf einigen Widerstand stossen dürfte, sei er guten Mutes, so Auf der Maur.

Bevor ein erneutes Richtplanverfahren eingeleitet werden kann, müssen die Initianten ihre Unterlagen dem Gemeinderat einreichen. So weit sei man aber noch nicht, sagt Auf der Maur: «Wir kochen das Ganze noch auf kleiner Flamme.»

Der Gemeinderat ist denn auch noch nicht über das neue Projekt informiert worden, wie Vize-Ammann Urs Vogel gestern auf Anfrage sagte. Wie man dazu stehe, werde der Gesamtgemeinderat entscheiden, wenn man Informationen dazu erhalten habe, so Vogel. Das letzte Golfplatzprojekt war vom Gemeinderat wie auch von allen Bergdietiker Parteien befürwortet worden. Bekämpft worden war es vor allem von einem eigens gegründeten Verein.

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