Dietikon

Industriequartier an der Riedstrasse wird aufgehübscht

Die westliche Seite der Riedstrasse ist so umgestaltet, wie sich das die IG Silbern für das ganze Gebiet wünscht.

Die westliche Seite der Riedstrasse ist so umgestaltet, wie sich das die IG Silbern für das ganze Gebiet wünscht.

Bei der Aufwertung der Riedstrasse im Gewerbegebiet arbeiteten Eigentümer und Stadt Hand in Hand. Die Umgestaltung beinhaltet sanierter Strassenbelag, breiter Fussweg, Bäume, Sitzgelegenheiten und schlichtere Signaletik.

Wer sich zuletzt im Frühling in der Riedstrasse aufgehalten hat, wird sie jetzt vielleicht kaum wieder erkennen. Der angestrebte Boulevardcharakter, von dem im Zusammenhang mit dem Gewerbegebiet Silbern immer mal wieder vollmundig gesprochen wird, lässt sich hier erstmals erkennen. Denn einer der Eigentümer, die Hiag Immobilien, hat mit der Umgestaltung längs ihres 36 000-Quadratmeter-Areals jetzt Nägel mit Köpfen gemacht.

In enger Abstimmung mit der Stadt ist es während der vier Monate dauernden Umbauarbeiten gelungen, die Strasse im Zugangsbereich der Firmen auf etwa 400 Metern Länge aufzuwerten, den Verkehr zu entflechten und so das Publikum mehr zum Verweilen einzuladen. Der westlich gelegene Fussweg wurde auf 2,5 Meter verbreitert und von alten Gleisen und Weichen befreit, neun Kugel-Akazien wurden gepflanzt, grosszügige Sitzgelegenheiten geschaffen, neue Strassenkandelaber mit modernster LED-Technik aufgestellt. In der Mitte der Strasse verläuft ein sogenannter Mehrzweckstreifen, der von beiden Seiten her, etwa für Parkplatzsuchende, befahrbar ist.

Andere sollen nachziehen

Thorsten Eberle, Arealentwickler der Hiag, blickt zurück: «Die Situation war vorher fast untragbar. Kreuzende Autos, Lieferverkehr, ungeklärte Parkierverhältnisse in den Eingangsbereichen, Wildwuchs in der Signaletik.» Der Langsamverkehr habe kaum eine Chance gehabt. «Heute dagegen sieht man Mütter mit Kinderwagen die Strasse queren. Das war vorher undenkbar.» Die Umgestaltung habe positive Auswirkungen für Hiag-Mieter wie Besucher, die Zufriedenheit und Verweildauer der Kunden steige.

Damit diese dort auch besser und vor allem ästhetisch ansprechender seinen Weg finden, setzt die Firma als erste Eigentümerin in der Silbern auf eine einheitliche Signaletik: Hohe, schlichte Betonstelen mit roten Tafeln, die beidseitig mit den Firmennamen bedruckt sind und oben das weiss-blaue Silbern-Logo tragen, so wie es sich die IG-Silbern, die Interessengemeinschaft der Silbern-Eigentümer, für das gesamte Gebiet wünscht.

Gebietsmanager Dieter Beeler ist sehr angetan von der Umgestaltung am Hiag-Areal und hofft auf eine Initialzündung: «Wir sind zwar auf den Goodwill der Eigentümer angewiesen, aber das Ziel ist schon, dass eine solche Aufwertung sukzessive über das ganze Gebiet weitergezogen wird.» Dabei ist die Signaletik in der Riedstrasse noch gar nicht komplett umgesetzt. Längerfristig sollen alle grossen Gewerbe-Logos von der Eingangsseite verschwinden und nur noch auf den Werbestelen und den Fahnen zu lesen sein, die bereits jetzt die Strasse säumen.

Landabtausch macht Weg frei

Bei der Umsetzung arbeiteten der Eigentümer und die Stadt Dietikon Hand in Hand. Zum einen war die Strasse sanierungsbedürftig. Zum anderen war man sich bei der Stadt bewusst, dass etwas in Sachen Sicherheit für den Langsamverkehr getan werden musste, zumal das Areal mit Ausnahme des Coop-Areals die höchste Frequenz im Gebiet aufweist; Mediamarkt, Fressnapf, Reno und Lipo sind dort vertreten.

Andreas Petermann, stellvertretender Leiter im Stadtplanungsamt: «Ohne gegenseitigen Landabtausch und gleichzeitige Bautätigkeit wären die Aufwertungen nicht möglich gewesen.» Nötig waren mehrere Abstimmungsrunden und eine etwa dreijährige Vorlaufzeit. Jetzt sei es gelungen, diesem Stück der Riedstrasse eine saubere, klare Führung zu geben, es sicherer und attraktiver zu machen, so Petermann. Etwa 500 000 Franken hat sich die Stadt das kosten lassen.

Psychologischer S-Bahn-Anschluss

Etwas mehr als 800 000 Franken hat die Hiag aufgebracht – viel Geld für eine überwiegend optische Veränderung. Für Eberle ist das aber gut angelegt: «Die Firma ist ja nicht nur Eigentümer, sondern auch Entwickler von ehemaligen Industriearealen.» Eine andere Wahrnehmung von aussen mache den Standort interessanter. Schliesslich sei die Riedstrasse der «Empfangsbereich» der Ladengeschäfte.

Bei Vertragsverhandlungen mit Mietern und Mietinteressenten liefere die Neugestaltung einen positiven Beitrag. Wenn der Standort attraktiv sei, eine gewisse Strahlkraft entwickle, gebe der Mieter die Fläche nicht auf. «Und bezüglich der erhofften S-Bahn-Haltestelle Silbern haben wir den Anschluss durch die Aufwertung und die Umsetzung des im Gestaltungsplan vorgesehenen Boulevards psychologisch schon geschaffen», so Eberle.

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