Dietikon

Indische Farbigkeit in Kirche St. Agatha getragen

In Dietikon zelebrierten sie mit dem neu ernannten indischen Erzbischof und Kardinal Mar George Alencherry und den beiden Churer Weihbischöfen Peter Henrici und Marian Eleganti einen Gottesdienst im syro-malabarischen-Ritus.

Der Weihbischof Peter Henrici zeigte sich vom syro-malabarischen Ritus begeistert: «Die Liturgie war viel fröhlicher und vielfarbiger als die lateinische, die meist etwas gemässigter daherkommt.» Tatsächlich war die Gemeinschaft, die sich in der Dietiker St. Agatha-Kirche einfand, ungewohnt farbenfroh: Die angereisten Priester trugen Messgewänder aus Goldbrokat, die von kunstvollen Stickereien verziert sind. Ein paar Frauen trugen bunte Schirme. Unter Orgelklängen zogen die indischen Gläubigen am Samstagmorgen ins Gotteshaus ein. Unter den Anwesenden waren Erstkommunikanten, Ehejubilare, Klosterfrauen, Ministranten, Priester, Bischöfe und ein frisch gekürter Kardinal.

In Dietikon zelebrierten sie mit dem neu ernannten indischen Erzbischof und Kardinal Mar George Alencherry und den beiden Churer Weihbischöfen Peter Henrici und Marian Eleganti einen Gottesdienst im syro-malabarischen-Ritus.

Von der Empore erklangen während der zweieinhalbstündigen Feier immer wieder Musikdarbietungen mit melodiösen, von modernen Rhythmen geprägten Gesängen - dargeboten von Solisten und einem Chor. Überall zierten prächtige Blumenarrangements den Altarraum. Weihrauch erfüllte das ganze Gotteshaus. Geduldig verfolgten die Gläubigen Pontifikalamt. Am Schluss erhielten die elf Erstkommunikanten von Kardinal Alencherry ein kleines Geschenk. Zudem segnete er die zahlreichen Ehepaare, die seit 25 Jahren verheiratet sind. Nach dem Festgottesdienst in Dietikon feierte man in der Sporthalle Unterrohr in Schlieren weiter. Da standen vor allem das Mittagessen, zahlreiche Reden und Dankesworte auf dem Programm.

Der Dietiker Pfarrer Kurt Vogt erklärte im Anschluss an die Feier: «Der Gottesdienst hat mich tief berührt. Zudem fand ich die Kombination mit den Erstkommunikanten und den 25-Jahr-Jubiläums-Paaren recht eindrücklich.»

Gottesdienste in der Muttersprache


Die katholische Kirche ist eine Gemeinschaft von 22 verschiedenen Kirchen oder Riten, die nach eigener Rechtsordnung leben. Einer davon ist der syro-malabarische Ritus, dem auch viele indischstämmige Familien - die sogenannten Thomas-Christen - in der Schweiz angehören.

Den aus Kerala in Südindien stammenden Thomas-Christen ist es ein grosses Bedürfnis, Gottesdienste in ihrer Muttersprache und im heimatlichen syro-malabarischen Ritus zu feiern. Der Name Thomas-Christen geht auf die Evangelisierung durch den Heiligen Apostel Thomas im Jahr 52 nach Christus zurück. Der Begriff «syro-malabarisch» ist eine Zusammensetzung aus «syrianisch» oder «syrisch» und «malabarisch».

Der heutige Staat Kerala war und ist auch unter dem Namen Malabar bekannt. Die Thomas-Christen haben im Laufe der Zeit viele liturgische Elemente aus der syrischen katholischen Kirche in ihre eigene Liturgie übernommen. Durch diese Adaption haben ihre Gottesdienste durchaus Ähnlichkeiten mit orthodoxen Kirchenfeiern.

Papst wird anerkannt

Die syro-malabarische Kirche anerkennt den Papst als Oberhaupt und ist mit der römisch-katholischen Kirche uniert. Das heisst, dass eine vollständige gegenseitige Anerkennung besteht. Die syro-malabarischen Christen in der Schweiz gehören alle einer hiesigen römisch-katholischen Pfarrei an. Von dieser erhalten sie auch die seelsorgerische Betreuung. Unter sich treffen sich die indischen Christen in Gebetsgruppen und zu verschiedenen anderen Anlässen wie eben zu diesem feierlichen Gottesdienst in St. Agatha.

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