Dietikon

In Zehntenscheune soll ein Mehrzwecksaal für 5,7 Millionen entstehen

In der Zehntenscheune soll ein multifunktionaler Mehrzweckraum entstehen: «Ideal sowohl für Vereine und Private als auch Firmen», hält der Stadtrat fest.

In der Zehntenscheune soll ein multifunktionaler Mehrzweckraum entstehen: «Ideal sowohl für Vereine und Private als auch Firmen», hält der Stadtrat fest.

In der Dietiker Zehntenscheune soll ein Mehrzwecksaal für alle entstehen. Nun liegen die Details zum Sanierungs- und Umbauprojekt vor.

Nach vielen Jahren der Diskussionen und des Planens soll es nun schnell gehen: Bereits am 17. Mai 2020 werden die Dietiker Stimmbürger voraussichtlich über den Zehntenscheunen-Kredit befinden. Bei einer Annahme könnte die historische Liegenschaft 2023 als Haus der Bevölkerung eröffnet werden.

Die Sanierung und der Umbau der Zehntenscheune werden gemäss einer Kostenschätzung auf 5,679 Millionen Franken veranschlagt. Im aktuellen Finanzplan der Stadt waren dafür 4,5 Millionen eingestellt.

Als Kernstück gilt der im Dachgeschoss liegende Saal, der «vom mächtigen Dach überspannt» ist und «mit wenigen schmucken Elementen festlich in Szene gesetzt wird», wie es im Antrag des Stadtrates heisst. Dieser Saal soll «künftig den Ortsvereinen und auch Privatpersonen zur Verfügung stehen», sagt Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP). Deshalb ist im Antrag auch vom Haus der Bevölkerung die Rede.

Der neue Mehrzweckraum mit 150 Sitzplätzen, einer Bühne und ergänzender Infrastruktur soll multifunktional verwendbar sein. Damit werde eine breite Nutzung möglich, sagt Bachmann. «Der Raum kann für Ausstellungen oder Tanzveranstaltungen leer genutzt werden, aber auch mit Tischen und Stühlen für Bankette möbliert sein», heisst es denn auch im stadträtlichen Antrag. Dank der Bar- und Cateringinfrastruktur könnten beispielsweise Vereinsfeste, Firmenjubiläen und Hochzeiten organisiert werden. In den Sommermonaten liesse sich zudem der Aussenraum – etwa für einen Apéro – mitnutzen.

Die Scheune könnte auch für mehrere Tage für Theater- oder Musikproben gemietet werden, führt der Stadtrat weiter aus. Als dauerndes Probelokal will er die Scheune aber nicht vermieten; dies würde die Flexibilität erheblich einschränken.

Der neue Mehrzwecksaal in der Zehntenscheune würde das bestehende Angebot gut ergänzen, sagt Bachmann. «Gespräche mit den Vereinen zeigen, dass ein Raumangebot in dieser Grösse fehlt.» So seien etwa die Kirchgemeindehäuser oder die Stadthalle zu gross und bereits gut ausgelastet. Im Stadthaussaal fehle es an einer fixen Gastro-Infrastruktur, und die Veranstaltungstechnik müsse jedes Mal neu aufgebaut werden.

Im Sanierungs- und Umbauprojekt vorgesehen sind unter anderem auch die Erstellung eines Kellers und der Abbruch des nachträglich erstellten Anbaus. Es geht auf den Vorschlag «Kronjuwel» zurück, der 2018 aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen war (die Limmattaler Zeitung berichtete). Dieses wurde nun zum «Vorprojekt plus» weiterbearbeitet.

Energetisch geht nicht alles

Energetisch wird am rund 400-jährigen Gebäude nicht alles Mögliche unternommen. So werden trotz der vorgesehenen Modernisierung keine Sonnenkollektoren auf die Zehntenscheune montiert. Dies aus Respekt vor der imposanten Dachfläche mitten in der historischen Kernzone, wie es im Antrag des Stadtrates heisst. Auch bei der Dämmung der Aussenwände wird nicht auf die effiziente Massnahme mit Dämmplatten oder vorgemauerten Dämmsteinen gesetzt. Denn dies würde «die charaktervollen Bruchsteinmauern verschwinden lassen, was klar dem Wunsch entgegenläuft, den Scheunencharakter zu erhalten». Deshalb wird auf der Aussen- und Innenseite der Bruchsteinmauern ein Dämmputz angebracht; dies sei für die Energiefachstelle und die Denkmalpflege eine gut vertretbare Lösung, heisst es weiter.

Die Zehntenscheune im ehemaligen Dietiker Dorfkern geht in ihren Ursprüngen in die Zeit um 1600 zurück. Sie gehörte bis 1842 dem Kloster Wettingen. In der Scheune und den Ställen gaben die Einwohner einst ihren «Zehnten» ab. Das historisch bedeutende Gebäude wurde schon 1985 ins kommunale Inventar der schützenswerten Objekte aufgenommen. Es befindet sich im Besitz von Dietikon. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Die Stadt wird die Trägerschaft behalten und auch für den Unterhalt und Vermietung verantwortlich sein. Sie wird, da die Mieteinnahmen die Betriebskosten nicht decken werden, jährlich rund 140000 Franken übernehmen müssen.

Bevor die Stimmberechtigten über den Kredit befinden, gelangt der Antrag nun ins Parlament. Dort hat der Meinungsbildungsprozess erst begonnen. Der Kreditantrag ist gestern Abend der Rechnungsprüfungskommission vorgestellt worden.

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