Halbtax und GA

In welcher Limmattaler Gemeinde die meisten öV-Abonnenten wohnen

Trotz den beiden Bahnhöfen Dietikon (im Bild) und Glanzenberg besitzen im Bezirkshauptort vergleichsweise wenige Menschen ein Abonnement für den öffentlichen Verkehr. Mario Heller

Trotz den beiden Bahnhöfen Dietikon (im Bild) und Glanzenberg besitzen im Bezirkshauptort vergleichsweise wenige Menschen ein Abonnement für den öffentlichen Verkehr. Mario Heller

Nirgendwo in der Region setzen so viele Menschen auf den öffentlichen Verkehr wie am Fuss des Üetlibergs. Rechts der Limmat sind Abos für den öV hingegen merklich weniger verbreitet.

Geht es um die Nutzung des öffentlichen Verkehrs, macht den Uitikern im Rest der Region niemand etwas vor. Das zeigt eine Auswertung der Zahlen über die Verbreitung von Abonnements für den öffentlichen Verkehr (öV), die vor kurzem von den SBB publiziert wurden. Fast die Hälfte aller Uitiker besitzt ein Abo – 5,4 Prozent verfügen über ein Generalabonnement (GA), 41,8 Prozent über ein Halbtax (siehe Grafik). Das dürfte unter anderem an den guten direkten Verbindungen nach Zürich liegen. Aber auch der Wohlstand der Gemeinde könnte dazu beitragen, dass viele sich ein GA leisten.

Hinter der Gemeinde am Fuss des Üetlibergs sind öV-Abonnemente in Aesch (42,4 Prozent), Birmensdorf (40,9 Prozent), Urdorf (39,3 Prozent) und Bergdietikon (37,2 Prozent) am weitesten verbreitet. In Birmensdorf und Urdorf, wo GAs zahlreicher sind als in Aesch, tragen die Bahnhöfe mit Anschluss an das kantonale S-Bahn-Netz wohl dazu bei, dass mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel setzen.

Autobahn statt öV?

Auffallend ist, dass in den Gemeinden rechts der Limmat tendenziell weniger Menschen ein Abo besitzen. Bei der Verbreitung von GAs belegen die fünf Gemeinden innerhalb des Bezirks die letzten Plätze. In Oetwil (29,7 Prozent), Weiningen (28,9 Prozent) und Geroldswil (27,6 Prozent) benutzen weniger als 30 Prozent alle Einwohner und Einwohnerinnen ein SBB-Abo. Eine mögliche Erklärung dafür ist die gute Anbindung an die Autobahnen nach Bern und Basel. Ausserdem sind alle fünf Gemeinden nur indirekt an das Bahnnetz angeschlossen, weshalb öV-Nutzer mit weiteren Arbeitswegen immer zuerst mit dem Bus nach Dietikon, Schlieren oder Zürich Altstetten fahren müssen, um auf den Zug umzusteigen.

Wenig Halbtax in den Städten

Trotz zentraler Lage und guter Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz verfügen in den beiden Städten des Bezirks verhältnismässig wenig Menschen ein General- oder Halbtaxabo. Ein genauer Blick auf die Verteilung zeigt, dass vor allem der geringe Anteil Halbtaxabos dafür verantwortlich ist. Hier bildet Schlieren das Schlusslicht vor Dietikon. Bei den GAs liegen beide Städte dagegen im oberen Mittelfeld. Das Verhältnis beider Aboarten unterscheidet sich in den Zentren deutlich also deutlich von den anderen Gemeinden.

Addiert man die Zahlen im gesamten Bezirk inklusive Bergdietikon, besitzen 29 655 Menschen ein öV-Abo. Das sind rund 32 Abonnemente auf 100 Bewohner. Am nächsten an diesem Durchschnittswert liegt Oberengstringen mit 31,3 Prozent Verbreitung. In der Nachbarsgemeinde Unterengstringen, das im Ranking gleich vor Oberengstringen liegt, sind Abos vor allem dank der höheren Verbreitung des Halbtax etwas beliebter. Insgesamt nutzen in der Agglomeration deutlich weniger Menschen ein SBB-Abo als im öV-freundlichen und politisch eher grün eingestellten Zürich, wo mit 51,6 Prozent mehr als die Hälfte aller Bewohner ein Abo besitzen.

Die Abo-Zahlen geben nur indirekt Auskunft über die genaue Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und regionale Zonenabos sind in der Auswertung nicht enthalten. Dennosch sind die veröffentlichten Zahlen zumindest ein guter Indikator, wie verbreitet die öV-Nutzung in den Gemeinden der Region ist.

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