Der Weininger Gemeinderat hat seine Hausaufgaben erledigt. Wie von der Gemeindeversammlung im Juni gefordert, hat er auf Basis einer Überbauungsstudie ein Modell des Unterdorfs anfertigen lassen. Dies zeigt auf, welche räumlichen Auswirkungen der öffentliche Gestaltungsplan auf das Quartier haben könnte. Das Modell ist fertig und kann nun bis zum 4. Dezember, dem Tag der nächsten Gemeindeversammlung, im Gemeindehaus besichtigt werden.

Also bis zu jenem Datum, an dem über den Gestaltungsplan befunden wird. Das Modell zeigt, was auf den insgesamt acht im Gestaltungsplan ausgewiesenen Baufeldern möglich ist, wenn das maximale Bauvolumen ausgeschöpft wird.

Auf den drei nördlich gelegenen Baufeldern werden in der Überbauungsstudie jeweils drei Querbauten vorgeschlagen. Sie können entweder einen gewissen Abstand zu den längs der Badenerstrasse befindlichen Gebäuden halten, oder am Dach des bestehenden Gebäudes anbauen. Zwei dieser Baufelder sind in Privatbesitz, das dritte hinter dem Gemeindehaus gehört der Gemeinde. Dort könnte ein Bau für die Erweiterung der Räumlichkeiten der Verwaltung realisiert werden.

Von den übrigen fünf Baufeldern sind vier in Privatbesitz. Jenes neben dem Schulhaus Schlüechti gehört der Gemeinde. Dort könnten einerseits die bestehende Schulanlage erweitert werden und auf dem heutigen Schulparkplatz zwei zusätzliche Schulgebäude erstellt werden. Die weiteren Einzelgebäude auf den übrigen Baufeldern würden links respektive rechts der neuen Schulgebäude angeordnet, sodass mitten im Unterdorf ein Platz entstehen würde. Geplant ist überdies eine Tiefgarage, um für das Quartier genügend Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Sinnvolle Besucher- und Kundenparkplätze sollen sich weiterhin oberirdisch befinden. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt einerseits von der Schlüechtistrasse her und andererseits vom Durchgang beim Gemeindehaus in den Hinterhof.

Aus Sicht der Gemeinde zeigt die Überbauungsstudie, dass mit dem Gestaltungsplan «eine für dieses Gebiet gelungene Raumplanung umgesetzt werden kann.» Allerdings dürfte wohl nicht die Gemeinde die erste Bauherrin sein, die ein Baugesuch einreichen wird, sagt Bauvorstand Hans-Peter Stöckl. «Mit der Erweiterung des Kindergartens in der Fahrweid und dem dortigen Hochwasserschutz haben wir derzeit andere Prioritäten», sagt er. Es werde also ein Privatgrundbesitzer sein, der als erstes ein Bauvorhaben im Unterdorf umsetzen wolle. «Deshalb ist es wichtig, dass der Gestaltungsplan bald in Kraft tritt. Denn derzeit ist jeder bauwillige Grundbesitzer blockiert», so Stöckl.

Kein Verkehr im Quartier

Der Bauvorstand ist überzeugt, dass mit dem vorliegenden Gestaltungsplan eine massvolle Weiterentwicklung des Unterdorfs gewährleistet wird. «Durch den öffentlichen Platz entsteht zudem eine Begegnungsstätte, die das Quartier weiter aufwertet», sagt Stöckl. Allerdings soll dieser nicht zu einem Veranstaltungsort werden. Auf dem Platz soll man verweilen können. Auch die geplante Tiefgarage werte das Unterdorf auf. «Dank der unterirdischen Parkanlage führt kein Verkehr durch das Quartier», so der Bauvorstand. Wichtig sei auch, dass mit dem Gestaltungsplan weiterhin möglich sei von Süden her, einen einladenden Blick auf das Unterdorf zu haben.

Am 27. November informiert Bauvorstand Hans-Peter Stöckl ab 18.30 Uhr im Mehrzweckraum des Primarschulhauses Schlüechti über den Gestaltungsplan.