Urdorf
In Urdorf wollte niemand über die Finanzlage diskutieren

Die Jahresrechnung 2011 wurde an der Urdorfer Gemeindeversammlung am Mittwochabend einstimmig abgenommen. Auch die angespannte Finanzlage der Gemeinde gab – überraschenderweise - nicht zu reden.

Bettina Hamilton-Irvine
Drucken
Teilen
Urdorf investierte im Jahr 2011 rund 7,7 Millionen Franken in die Sanierung des Alterszentrums Weihermatt.

Urdorf investierte im Jahr 2011 rund 7,7 Millionen Franken in die Sanierung des Alterszentrums Weihermatt.

Flavio Fuoli

An der Rechnung der politischen Gemeinde Urdorf wollte niemand etwas aussetzen. Die 67 in der Mehrzweckhalle anwesenden Stimmberechtigten genehmigten sie am Mittwochabend denn auch einstimmig. Dies ist weiter nicht verwunderlich: Sie schliesst bei einem Aufwand von 46,8 Millionen Franken und einem Ertrag von 45,9 Millionen Franken zwar mit 840 000 Franken im Minus, jedoch um etwa 600 000 Franken besser als budgetiert.

Hohe Investitionen

Doch auch die zurzeit sehr angespannte Finanzlage der Gemeinde gab nicht zu reden. Dies war eher überraschend, haben sich doch die langfristigen Schulden um 15 Millionen auf 35 Millionen Franken erhöht. Dies ist die Folge von hohen Investitionen, insbesondere der Sanierung und Erweiterung des Alterszentrums, der Sanierung der Kunsteisbahn und der Sanierung der Birmensdorferstrasse und Redimensionierung der Feldeggstrasse. Insgesamt kosten die Gemeinde diese drei vom Stimmvolk beschlossenen Projekte mehr als 38 Millionen Franken. Im Jahr 2011 hat die Gemeinde rund 15,2 Millionen Franken investiert. Wie Finanzvorstand Thomas Hächler erklärte, sind 86 Prozent davon fremdfinanziert.

Einstimmig genehmigt wurde auch die Rechnung der Schulgemeinde. Sie schliesst bei einem Aufwand von 17,7 Millionen Franken und einem Ertrag von 19,6 Millionen Franken mit 1,9 Millionen im Plus. Budgetiert war nur ein Ertragsüberschuss von 320 000 Franken. Finanzvorsteherin Irmgard Struchen freute sich vor allem über die Tatsache, dass die Steuereinnahmen deutlich höher ausgefallen sind als erwartet - nämlich um 1,1 Millionen Franken.

Ein Votant machte sich Sorgen um ausstehende Steuerbeträge, die seit dem Vorjahr stark angestiegen sind. Das sei «nicht unüblich», sagte Struchen: «Mit diesem Geld rechnen wir auf jeden Fall noch.»