Differenzschwimmen
In Uitikon war der Schnellste nicht der Beste

Rund 100 Personen eroberten am Samstag das Hallenbad, um beim Differenzschwimmen zu punkten und den Sportsgeist zu pflegen.

Daniel Diriwächter
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Grosse Freude bei der Rangverku¦êndung
13 Bilder
Kathrin's pure Vorfreude auf 50 Meter Schwimmen
Ergriffene Gewinner beim Differenzschwimmen
Differenzschwimmen im Hallenbad Uitikon
Differenzschwimmen im Hallenbad Uitikon 6
Elsbeth Fuhrer bei der Rangverku¦êndung
Differenzschwimmen im Hallenbad Uitikon 2
Das Objekt der Begierde - die Anerkennungsmedaille
Differenzschwimmen in Uitikon
Andi Fo¦êlmi ist ein leidenschaftlicher Schwimmer
Der BS Winterthur war mit der Fahne dabei
Differenzschwimmen im Hallenbad Uitikon 5
Die Teilnehmer vom BSWO-Visp

Grosse Freude bei der Rangverku¦êndung

Daniel Diriwächter

Endlich war es soweit: Der Behinderten-Sportclub-Limmattal (BSL) organisierte für PluSport, den Behindertensport Schweiz, am Samstag das alljährliche Differenzschwimmen – ein Sportanlass mit Strahlkraft. Aus der ganzen Schweiz entsendeten die Vereine ihre Delegationen mit begeisterten Schwimmern. Auch für Elsbeth Fuhrer, technische Leiterin beim BSC, ist der Event der vielleicht spannendste des Jahres: „Die tolle Stimmung sowie die Energie sind immer einzigartig!“. Und gerade diesjährig soll das Turnier ein besonderes sein, denn der BSV feiert sein 50-Jahr-Jubiläum.

Fuhrer organisiert das Differenzschwimmen seit zehn Jahren und erhält dabei eine breite Unterstützung. So liess die Gemeinde Uitikon das Hallenbad eigens für diesen Tag schliessen und die Liste der Sponsoren und Spendern ist beachtlich. Ihr zur Hand gingen auch Mitglieder des Turnvereins Engstringen, die mit wachsamen Augen das grosse Becken beobachteten sowie die Zeit der rund 100 Angemeldeten festhielten.

Unter ihnen Anna Beer, Präsidentin der Frauenriege, die fleissig bei tropisch anmutenden Temperaturen die Zahlen zusammentrug, oder Charles Egli, Verantwortlicher der Männerriege, der mit sichtlicher Freude immer unterstützende Worte parat hatte.

Gleiche Chancen im Wasser

„Es geht hier eben nicht um die Schnelligkeit, sondern darum, bei zwei Läufen die möglichst kleinste Zeitdifferenz zu schaffen“, so Egli. Denn im Wasser sollen alle die gleichen Chancen erhalten, egal ob die Teilnehmenden nun per Brust-, Kraul- oder Rückenschwimmen ihre Strecken von 25, 50 oder 100 Metern zurücklegen. Und ungeachtet ob der geistigen oder körperlichen Einschränkungen. Freilich war es doch ab und an die Rasanz, die zu Begeisterungsstürmen am Beckenrand hinreissen liess. Dies jedoch nie auf Kosten vermeintlicher „Unterlegener“.

Die Stimmung war, wie Fuhrer bereits angekündigte hat, von einem friedlichen, verbindenden aber auch euphorischem Sportsgeist geprägt. Und so verging an diesem Anlass, der bereits mit der Anmeldung am frühen Morgen begann, die Zeit wie im Flug.

Unter den Teilnehmenden gab es daher nur begeisterte Wasserratten zu erspähen. Etwa André Fölmi, der bei den Staffeln für Tempo sorgte. „Vor vier Jahren habe ich mit dem Schwimmen begonnen und seither fühle ich mich so fit wie nie“, sagte er begeistert. Fölmi ist beim Behindertensport-Winterthur heimisch, der mit seinen Teilnehmenden eine imposante Gruppe darstellte und gleich noch eine Fahne mit dem Winterthurer-Wappen mitbrachte, die ständig im Einsatz war. Schlussendlich durfte der Verein auch den Gewinner ausrufen: Reto Jucker schaffte eine Differenz von nur 3 Sekunden bei 50 Meter.

Den weitesten Weg nach Uitikon hatte die Gruppe des Behindertensports Oberwallis. Die elf Personen sind extra aus Visp mit einem Kleinbus angereist. „Seit zehn Jahren sind wir dabei“, so die Leiterin Liliane Ambord. Sie selbst ist seit 30 Jahren beim Verein aktiv, der wiederum schon seit 45 Jahren besteht.

Das Differenzschwimmen fand seinen Höhepunkt in der Rangverkündung, die vor dem Hallenbad bei schönstem Wetter abgehalten wurde. „Jeder erhält eine Anerkennungsmedaille, es gibt in diesem Sinne kein Siegerpodest“, erklärte Fuhrer, die daraufhin alle Namen aufrief. Das Gedränge rund um Fuhrer und ihre Mitstreiter war entsprechend gross und die Freude greiffbar. Nicht nur ob des schmucken Preises, sondern auch wegen den feinen Osterhasen, die ebenfalls an alle Teilnehmenden verteilt wurden.