Uitikon
In Uitikon geht der Platz für Urnen aus

Weil Gemeinschaftsgräber beliebter werden, muss die Gemeinde nun handeln. Ein neues Gemeinschafts-Urnengrab soll Platz schaffen.

Alex Rudolf
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Auf dem Friedhof Uitikon hat es bald keinen Platz für Urnen im Gemeinschaftsgrab mehr. Archiv/FUO

Auf dem Friedhof Uitikon hat es bald keinen Platz für Urnen im Gemeinschaftsgrab mehr. Archiv/FUO

Uitikon gehen die Urnenplätze aus. Heute besteht auf dem Friedhof ein Urnen-Gemeinschaftsgrab, auf dem derzeit 69 Urnen beigesetzt sind. Weil die kommunale Bestattungs- und Friedhofsverordnung eine 20-jährige Ruhezeit vorgibt, können die momentan dort beigesetzten Urnen erst ab dem Jahr 2020 entnommen werden. Gleichzeitig ist in den letzten Jahren der Bedarf nach Urnengräbern gestiegen. Da derzeit in Uitikon gerade einmal sechs Urnenplätze unbelegt sind, muss die Gemeinde die Kapazität so schnell wie möglich erhöhen.

Das Stimmvolk wird an der Gemeindeversammlung vom 26. November darüber befinden, ob ein neues Urnen-Gemeinschaftsgrab erstellt werden soll. Stimmt die Gemeinde dem Objektkredit in der Höhe von 165 000 Franken zu, so soll bereits im Frühjahr 2015 mit dem Bau begonnen werden. Die Pläne sehen vor, hinter der reformierten Kirche auf der Wiese zwischen den Familiengräber-Reihen ein neues Gemeinschaftsgrab zu erstellen, anstatt das bestehende zu erweitern. Dies, weil die heute im Gemeinschaftsgrab beigesetzten Urnen so nicht umgebettet werden müssen, wie der Gemeinderat in der Informationsbroschüre zur Gemeindeversammlung schreibt.

Unter den vier von einem Friedhofsplanungsunternehmen vorgeschlagenen Varianten hat sich der Gemeinderat für diejenige entschieden, die einen Lebensweg symbolisiert. Das neue Gemeinschaftsgrab soll bis zu 180 Gräber umfassen und eine Bestattungsfläche von rund 150 Quadratmetern bieten. Die gesamte Anlage erstreckt sich auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern.

Auftrag an Kinderkrippe

Weiter soll an der Gemeindeversammlung das Beitragsreglement sowie die Leistungsvereinbarung mit dem Verein Kinderkrippe Löwenzahn genehmigt werden. Seit der Ablehnung eines Kinderkrippe-Pavillons und der dazugehörigen Leistungsvereinbarung an der Urne im Jahr 2008 fehlt eine von den Stimmbürgern genehmigte Grundlage, um einem Verein den Auftrag zu erteilen, eine Kinderkrippe zu betreiben. Seit Mitte 2007 leistet die Gemeinde jedoch Defizitbeiträge, deren Höhe zwischen 17 000 Franken und 50 000 Franken variiert, je nachdem wie viele Uitiker mit Anspruch auf Tarifermässigung die Leistungen des Kinderkrippe-Vereins nutzten. Diese Beiträge wurden bisher im Rahmen des jährlichen Budgets bewilligt. Mit der Leistungsvereinbarung will sich der Gemeinderat nun die formelle Zustimmung der Stimmbürger einholen und sich jährlich wiederkehrende Aufwendungen formell bewilligen lassen.

Die Schulgemeinde wird an der Versammlung zudem über die definitive Einführung der Schulsozialarbeit abstimmen, die reformierte Kirche über eine neue Kirchgemeindeordnung, über einen Planungskredit zur Sanierung des Sigristenhauses sowie über die Ermächtigung der Kirchenpflege zum Abschluss eines Grunddienstbarkeitsvertrags.

Steuerfuss bleibt vorerst bei 77 Prozent

Für das Jahr 2015 rechnet die Gemeinde Uitikon mit einem Aufwand von 36,4 Millionen Franken, der einem Ertrag in der Höhe 34,4 Millionen Franken gegenübersteht. Das Minus von 2 Millionen Franken wird dem Eigenkapital belastet, das Ende 2015 noch einen Stand von 28,3 Millionen Franken aufweisen wird. Hauptursache für diesen Rückschlag ist der voraussichtlich hohe Beitrag an den Finanzausgleich von 1,1 Millionen Franken. Trotzdem gedenkt der Gemeinderat nicht, der Gemeindeversammlung eine Erhöhung des Steuerfusses vorzuschlagen. Der Steuerfuss der politischen Gemeinde soll bei 37 Prozent belassen werden. Auch die Schulgemeinde rechnet für das Jahr 2015 mit einem Aufwandüberschuss — dieser beläuft sich voraussichtlich auf gut 350 000 Franken bei einem Gesamtaufwand von rund 15,3 Millionen Franken. Das Eigenkapital schmilzt bis Ende 2015 wohl auf knapp 7 Millionen Franken, der Steuerfuss soll bei 40 Prozent belassen werden. Der Gesamtsteuerfuss bleibt somit bei 77 Prozent. Lange wird Uitikon womöglich nicht mehr an diesem tiefen Steuerfuss festhalten können. In der Finanzplanung 2014 bis 2018 verweisen Gemeinderat und Schulpflege darauf, dass im Frühjahr 2015 eine Steuerfusserhöhung für das Jahr 2016 geprüft werden müsse. Dies, weil der Abbau des Nettovermögens ohne Erhöhnung des Ertrages nicht gestoppt werden könne. (aru)