«Je vielfältiger und chaotischer ein Garten ist, desto besser für die Überwinterung der Tiere», erklärt Tierärztin Elisabeth Müller die Essenz des tierfreundlichen Gartenbaus. Der Vortrag zum Jahresendtreffen der Regionalgruppe Zürcher Limmattal fand am Samstagnachmittag in gemütlicher Runde im Freizeithüsli auf dem Gelände der reformierten Kirche in Schlieren statt. Bioterra ist die führende Organisation für den Bio- und Naturgarten in der Schweiz. Die Regionalgruppen organisieren dabei diverse Veranstaltungen und Kurse vor Ort.

«Wichtig ist, vor dem Wintereinbruch nicht noch einmal den Garten aufzuräumen», erklärt Müller weiter. Laubhaufen, Bretterbeigen, Efeu und Hecken seien tolle Nist-Plätze und Futterquellen für Igel, Vögel oder Mäuse. Deshalb sollte man im Herbst möglichst wenig jäten, mähen und zurückschneiden. Denn auch wenn viele Tiere sich im Sommer eine dicke Fettschicht anfressen, müssen sie auch im Winter und kurz danach ein Minimum an Nahrung finden können, um gut in den nächsten Sommer zu starten.

Ein kontroverseres Thema sei hingegen das winterliche Füttern von Vögeln. Feldornithologin Monika Leim erklärt, dass es zwar gute Gründe dafür gibt, Vögel im Winter nicht zu füttern: Damit würde man unnötig in die Natur eingreifen. Gleichzeitig gestand sie jedoch, dass auch sie selbst es tue. Man müsse sich dabei einfach bewusst sein, dass das Füttern den Menschen mehr Freude mache, als es den Vögeln tatsächlich nütze: Diese seien nämlich gar nicht darauf angewiesen. Dennoch stellt Leim einige Eigenkreationen von Futterstationen vor, die man einfach selbst machen kann; später können sich die Kursteilnehmer selbst im Basteln üben.

Das Material zu den selber gebastelten Futterstationen.

Das Material zu den selber gebastelten Futterstationen.

Schutz vor Katzen

Zuvor will aber erst noch ein Herr wissen, wie man solche Futterstationen so aufstellen oder -hängen könne, dass sie sicher vor Katzen sind. Dafür müssten sie mindesten eineinhalb Meter über dem Boden und auf einer stabilen Unterlage stehen, erklärt Leim. Eine weitere Teilnehmerin, die ein Hornissen-Nest unter ihrem Dach hat, will wissen, ob die Tierchen den Winter überleben können oder ob sich das Problem von alleine löse. Elisabeth Müller: «Die überleben den Winter nicht. Doch vielleicht gibt es im Frühling ein neues Nest nebenan.»

Das einzige Kind an der Veranstaltung kann es derweil nicht erwarten, bis es endlich zur Bastelstation geht und die Erwachsenen ihre langweiligen Fragen gestellt haben. Die kleine Nuria will unbedingt ihre eigene Futterstation bauen. Als ihr Werk fertig ist, fällt ihr nur ein Kommentar dazu ein: «Ich will noch eins machen.»