Limmattal

In Schlieren und Dietikon haben Polizisten bereits Taser

Umstrittenes Hilfsmittel: In Schlieren sind die Polizisten seit zwei Jahren mit Tasern ausgerüstet. key

Umstrittenes Hilfsmittel: In Schlieren sind die Polizisten seit zwei Jahren mit Tasern ausgerüstet. key

Was die Stadtpolizei Schlieren bereits seit zwei Jahren anwendet, führt nun auch die Kantonspolizei Zürich ein: Normale Polizisten der Regionalpolizei, der Flughafen- und der Verkehrspolizei werden neu Taser gebrauchen dürfen.

Dazu schafft die Kantonspolizei neue Taser an und bildet 130 Polizisten an der Elektroschockwaffe aus.

Die Zürcher Kantonspolizei ist das erste kantonale Korps, das ihre Polizisten mit den Tasern ausrüstet. Anders sieht es bei Gemeinde- und Stadtpolizeien aus. Denn entgegen der Empfehlung der Konferenz kantonaler Polizeikommandanten, die rät, nur Spezialeinheiten mit Tasern auszurüsten, haben einzelne Gemeinden ihre Polizisten mit dem Elektroschockgerät ausgestattet.

In Schlieren wird das Destabilisationsgerät, wie der Taser offiziell heisst, bereits seit zwei Jahren gebraucht. Die beiden Patrouillenfahrzeuge der Stadtpolizei von Schlieren/ Urdorf wurden mit je einem Gerät ausgerüstet. Damit die Polizisten den Taser aber auch brauchen dürfen, müssen sie eine spezielle Ausbildung absolvieren. In Schlieren haben alle zwölf Polizisten diese Schulung abgeschlossen und dürfen den Taser somit anwenden. «Bisher kam es noch nie zu einem Einsatz», sagt der Schlieremer Sicherheitsvorstand Markus Bärtschiger.

Die Überlegungen, die in Schlieren vor zwei Jahren zur Anschaffung der Elektroschockwaffen geführt haben, sind die gleichen, die jetzt die Kantonspolizei anführt. «Die Gewaltbereitschaft ist gestiegen», sagt Marco Weissenbrunner, Polizeichef in Schlieren. «In heiklen Situationen wechseln viele schneller von der verbalen auf die aktive Ebene. Unsere Polizisten müssen der Gefahr etwas entgegensetzen können, was nicht lebensbedrohliche Auswirkungen nach sich zieht.» Der Taser komme in solchen Situationen als Drohgebärde zum Einsatz. Bärtschiger nennt dies das «psychologische Moment». Wenn ein gewaltbereiter Mensch merke, dass der Polizist ihm sehr wohl etwas entgegensetzen könne, reiche das meist aus, um eine Eskalation zu verhindern. So kommt es auch, dass der Taser in Schlieren bisher noch nie gegen einen Menschen angewendet wurde.

Die Folgen wären «milder»

Der Selbstschutz der Polizisten im Einsatz hat hohe Priorität. Grundsätzlich stehen vier Arten der Verteidigung zur Verfügung: der Einsatz des eigenen Körpers, eines Pfeffersprays, eines Schlagstocks oder einer Pistole. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Polizisten dabei allerdings selbst gefährden, ist immer noch gross: Mit dem Schlagstock muss der Polizist zu nah an den Täter heran, der Spray kann in einem Raum leicht auch dem Polizisten die Sicht nehmen und eine Pistole gefährdet gar Leben.

«Mit dem Taser wird die Situation nicht einfacher», sagt Markus Bärtschiger. «Falls die Waffe aber gegen einen Menschen zum Einsatz kommen sollte, wären die Folgen milder als bei einer Schussabgabe.»

Dietikon hat ebenfalls Taser

Auch in Dietikon hat man sich von den Möglichkeiten des Tasers überzeugen lassen. Seit diesem Jahr ist laut Polizeichef Rolf Wohlgemuth auch die Stadtpolizei Dietikon damit ausgerüstet. Da die Elektroschockpistole erst seit kurzem im Einsatz ist, haben noch nicht alle Polizisten die entsprechende Ausbildung absolviert; geplant ist dies aber.

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