Thomas Grädel (SVP) forderte in der Motion, dass Rechnungsprüfungskommission (RPK) und Geschäftsprüfungskommission (GPK) zu einer Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) zusammengeführt werden sollen.

Grädel erklärte gleich zu Beginn, dass dieser Vorstoss wohl für weniger Emotionen sorgen werde, als sein Letzter unter dem Titel «Motion kontra Limmattalbahn». Auch der Umstand, dass der Stadtrat erklärte, er werde die Motion entgegennehmen, liess vermuten, dass die Zusammenführung von RPK und GPK für keine grossen Diskussionen sorgen würde.

Mehraufwand stand in der Kritik

In seiner Argumentation führte Grädel mehrere Nachteile eines Systems mit zwei parlamentarischen Kommissionen an. So kritisierte er etwa, dass es mit zwei Gremien zu mehr Sitzungen trotz weniger Vorlagen komme. Ausserdem müssten für ein solches System mehr Kommissionsmitglieder, sowie zwei Präsidenten und Protokollanten gefunden werden. Angesichts der schwierigen Suche nach geeigneten Mitgliedern für die Gremien bedeute dies einen Nachteil, so Grädel.

Weiter sei die Zuteilung der Geschäfte durch das Büro mit zwei Kommissionen schwieriger als mit einer und erfordere deshalb einen erhöhten Zeitaufwand. Alles in allem habe die Spaltung der GRPK vor zwei Jahren zu «einem aufgeblähten Beamtenapparat und einem erhöhten Kostenaufwand von rund 60 Prozent» geführt.

Diese Argumente wollte die Mehrheit der Fraktionen allerdings nicht so stehen lassen. In der Diskussion betonte EVP-Gemeinderat Reto Bär die Wichtigkeit der Kommissionsarbeit für die parlamentarische Entscheidungsfindung. «Der Mehrheit der Fraktion ist es lieber, man gibt etwas mehr aus und behandelt dafür die Geschäfte angemessen.» Dem pflichtete auch CVP-Gemeinderat Stefano Kunz bei, der sagte, dass man die Kommissionsarbeit nicht mit dem Rechenschieber planen dürfe. Auch die FDP stellte sich gegen die Überweisung der Motion an den Stadtrat. Es stimme, dass am Anfang Probleme bei der Zuteilung der Geschäfte bestanden hätten, sagte John Daniels (FDP): «Doch dies hat sich in der Zwischenzeit stark gebessert.» Béatrice Miller (SP) plädierte dafür, dass eine Parlamentskultur wachsen müsse. Deshalb solle man dem System mit zwei Gremien Zeit geben, sich zu entwickeln. Pascal Leuchtmann (SP), entgegnete dem Argument Grädels, dass im gegenwärtigen System mehr Kommissionsmitglieder gefunden werden müssten, dass dies einen grossen Vorteil biete: «Dadurch kann die Last auf mehr Schultern verteilt werden.»

Als einzige Fraktion neben der SVP/JSVP unterstützte der Quartierverein die Motion Grädels. Fraktionspräsident Jürg Naumann kritisierte, dass es einem System mit zwei Gremien an Effizienz mangle. «Ich erwarte aber, dass mehr Spezialkommissionen eingesetzt werden, wenn nur noch eine GRPK besteht.» Auch dieser Lösungsansatz vermochte die Gegner des Vorstosses nicht zu überzeugen, weshalb das Verdikt am Ende auf Nichtüberweisung der Motion lautete.