Schlieren
In Schlieren beherbergt eine blaue Box braunen Karton

Hinter dem blauen Kubus am Bahnhof verbirgt sich ein Verteil- und Kundenzentrum der Firma Brieger Verpackungen. Das Gebäude erstaunt nicht nur nurch seine Optik, sondern auch durch seine Funktionalität.

Florian Niedermann
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Was sich im Innern der "Brieger Blue Box" verbirgt
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Lediglich die Notausgänge ragen aus der Fassade hervor.
Der Trick: Diese feinmaschigen Metallnetze verbergen die zahlreichen Fenster in dern oberen zwei Geschossen des Gebäudes vor den Blicken von Aussen.
Im Innern dominieren warmes Holz und Beton die schlichte Architektur.
Auch das grosse Sitzungszimmer ist aufgrund der Glaswände sehr hell. Auch hier dominiert Holz als Gestaltungsmaterial.
Eine weitere Ansicht des Sitzungsraums mit Blick ins Limmattal.
Auf dem ersten Stock befindet sich die Mensa, zu der auch der einzige Balkon des Gebäudes gehört.
Im Lager: Jeder dieser Kartonstapel wiegt 300 bis 400 Kilogramm.
Neben den klassischen braunen Kartonschachteln, werden auch farbige und individuell bedruckte Verpackungen hergestellt.
Mithilfe dieses Stanztiegels können Probeserien für Spezialanfertigungen produziert werden.
So dient dieser Einsatz (brauner Karton oben rechts) in eine standartisierte Kiste dereinst einmal als Verpackung für ein Spiel.
Der Einsatz verhindert, dass das Spiel, das in einer Holztruhe verpackt ist, in der Kartonverpackung verrutschen kann.

Was sich im Innern der "Brieger Blue Box" verbirgt

Ein vollkommener blauer Kubus ragt seit April beim Bahnhof Schlieren in den Himmel. Das Gebäude, das scheinbar über keine Fenster verfügt, gehört der Firma Brieger Verpackungen. Doch die Fassade trügt: Hinter der geschlossenen Aussenhülle verbirgt sich ein lichtdurchflutetes Inneres, worin ein Showroom, ein Warenlager und eine eigene Entwicklungsabteilung Platz finden.

Der Effekt der geschlossenen Aussenflächen entsteht durch einen optischen Trick, den der Architekt Angelo Michetti angewandt hat: Feinmaschige PVC-Gittergewebe aus einer textilen Bespannung sind vor den zahlreichen Fenstern in den obersten zwei Stockwerken angebracht. Da diese auf der Aussenseite dieselbe Farbe tragen, wie der Rest der Fassade, kann man sie kaum erkennen.

Der Optik und der Funktionalität Rechnung tragen

Die Metallelemente erfüllen nicht nur einen optischen Zweck, wie Patrick Rauber, Geschäftsführer der Schlieremer Filiale der Brieger Verpackungen, sagt: «Diese Netze dienen auch als Sonnenschutz. Dank ihnen wird unser offenes Grossraumbüro auch im Sommer kaum erhitzt.» Wichtig sei der Firma bei der «Brieger Blue Box» nicht nur eine formvollendete Gestaltung, sondern auch eine hohe Funktionalität gewesen, so Rauber.

Dieser Maxime entspricht es denn auch, dass das Gebäude über ein spezielles System gekühlt wird: Nachts wird die kältere Aussenluft in die Räume gepumpt, sodass am Tag keine Energie für die Kühlung benötigt wird.

Der ökologische Gedanke steckt schon im Produkt, dass die Firma Brieger Verpackungen anbietet: «Karton hat den Vorteil, dass er sehr ökologisch da leicht wiederverwertbar ist. Ausserdem produzieren wir ihn in Oensingen, weshalb das Produkt nur kurze Wege zum Kunden zurücklegen muss», so Rauber.

Die Firma zählt 1200 verschiedene Produkte zu ihrem ständigen Sortiment. Daneben entwickelt sie aber auf Wunsch auch individuelle Spezialanfertigungen.

Nach fast 120 Jahren Stadt verlassen

Die Zürcher Firma Brieger Verpackungen wurde 1893 gegründet. Seit 1987 gehört sie zur Burquin-Gruppe. Im Jahr 2003 übernahm die Niederlassung in Couvet (NE) den Vertrieb für die Romandie. Vor vier Jahren wurde das Aussenlager von Zürich Altstetten nach Oensingen verlegt.

Dieses Jahr folgte der Umzug der Filiale mit rund 30 Angestellten nach Schlieren.
Der Umzug an den neuen Standort in Schlieren bringt der Firma diverse Vorteile, wie Rauber sagt: «Hier können wir Kunden besser beraten und bedienen.»

Ausserdem sei der alte Standort wegen des Verkehrsaufkommens und der Lage in einer Wohnzone für den Warenumschlag nicht mehr zweckmässig gewesen. «Schlieren verfügt dagegen über eine gute Autobahnanbindung», so Rauber.

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