Oberengstringen
In Oberengstringen stemmen Jugendliche Gewichte im Jugendhaus

Die Jugendarbeit hat mit dem Fitnesskeller ein neues Angebot lanciert. Die Jugendlichen haben selbst Hand angelegt, um die beiden Räume in ein kleines Fitnesscenter zu verwandeln.

Sandro Zimmerli
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Petra Fahrni instruiert die Jugendlichen an den Fitnessgeräten und arbeitet mit ihnen einen individuellen Trainingsplan aus.

Petra Fahrni instruiert die Jugendlichen an den Fitnessgeräten und arbeitet mit ihnen einen individuellen Trainingsplan aus.

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«Denkt daran, bevor ihr an die Geräte geht, müsst ihr euch aufwärmen», sagt Petra Fahrni. Dann bittet sie die Jugendlichen, nach ihren Vorgaben die einzelnen Übungen vorzuzeigen. Wird etwas falsch gemacht, korrigiert sie. Die jungen Leute schauen der Fitnessinstruktorin aufmerksam zu. Denn nur wer diesen Instruktionsabend absolviert, darf künftig vom neusten Angebot der Jugendarbeit Oberengstringen profitieren - dem Fitnesskeller im Jugendhaus.
Seit einigen Tagen stehen dort, wo früher der Hauswart seine Werkstatt hatte, Hantelbänke und andere Gerätschaften.

Sie haben Wände gestrichen, Böden verlegt und die Geräte zusammengeschraubt. Mit ihrem Werk sind sie zufrieden. «Es ist eine coole Sache», sagt der 16-jährige Yannis. Es gebe viele Fitnesscenter in der Umgebung, für Jugendliche seien diese aber nicht bezahlbar. Deshalb freue er sich über das Angebot. Die Benutzung des Fitnesskellers ist gratis. Die Jugendlichen müssen lediglich ein Depot von 50 Franken hinterlegen. Das kommt gut an. «Ich werde so oft wie möglich hier trainieren», hält Yannis fest. Sein Kollege, der 17-jährige Siro, pflichtet ihm bei. «Auch ich habe grosse Freude. Es ist eine gute Idee», sagt er.
Idee stammt von den Jugendlichen
Eine Idee, die die Jugendlichen selber eingebracht haben. «Die Jugendlichen haben den Wunsch nach einem Fitnesskeller an der Arena geäussert», sagt Jugendarbeiterin Sandra Jenny. Diese fand Ende Mai letzten Jahres statt. Damals hatten sich Jugendliche mit Anwohnern und Ladenbesitzern des Zentrums sowie Behördenvertreter zu einer Diskussionsrunde getroffen. Die Idee, so Jenny, sei auf offene Ohren gestossen.

Deshalb habe man sich rasch an die Umsetzung gemacht. «Unter anderem haben wir unser Projekt bei ‹okaj›, dem kantonalen Dachverband der Jugendarbeit, eingereicht», so Jenny. Dieser habe die Bemühungen mit 3000 Franken unterstützt. Damit habe man einen Teil der Geräte anschaffen können, weitere seien der Jugendarbeit geschenkt worden. «Zudem können wir mit einem Teil des Betrages Petra Fahrni bezahlen», sagt Jenny. Denn eines sei beim Projekt von Anfang an klar gewesen: «Trainiert wird nur unter professioneller Anleitung», hält Jenny fest.
Jugendliche führen Buch
Aus diesem Grund müssen alle Jugendlichen, die den Fitnessraum nutzen wollen, einen Instruktionsabend besuchen. Der Erste fand diesen Mittwoch mit zehn Teilnehmern statt. Weitere werden vor den Sommerferien und im Herbst folgen. Dort arbeitet Fahrni individuelle Trainingsprogramme aus. Zur Kontrolle müssen die Jugendlichen Buch führen.
«Zudem haben wir festgelegt, dass sich das Angebot an 16- bis 20-Jährige richtet», sagt Jenny. Für Fahrni ist das eine vernünftige Entscheidung: «Beim Trainieren mit Gewichten kann gerade bei Menschen, die sich noch im Wachstum befinden, viel kaputt gemacht werden.» Die Instruktorin mahnt die Jugendlichen denn auch, sich nicht zu überschätzen. Der Muskelaufbau sei ein langsamer Prozess. Es bringe überhaupt nichts, möglichst viel Gewicht zu stemmen. «Um einen Effekt zu erzielen, sind drei Trainingseinheiten pro Woche ideal», so Fahrni.
Die Fitnessinstruktorin wird ihre neuen Schützlinge deshalb regelmässig besuchen. Zudem hat sie die einzelnen Übungen auf Plakaten festgehalten. Diese werden im Fitnesskeller aufgehängt. «Es liegt auch ein Buch mit Übungen auf», sagt Fahrni, bevor sie den ersten Instruktionsabend beendet. Zum Schluss gibt sie den jungen Leuten noch einen letzten Ratschlag: «Nach dem Training müsst ihr unbedingt Stretching-Übungen machen.»