Urdorf
In Mini-Holzsarg: Die letzten Konfetti wurden beigesetzt

Die Narrenzeit endet mit viel Sonne und dem Versprechen auf ein neues Fasnachtskonzept.

Ly Vuong
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Freude und Trauer liegen nah beieinander: Zeremonienmeister Daniel Leutwiler (links) und Schirmherr Stephan Bohnenblust tragen die letzten Konfetti zu Grabe.
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Schirmherr Stephan Bohnenblust (links) und Zeremonienmeister Daniel Leutwiler mit seinem goldenen Halbschuh
Freude und Trauer liegen nah bei einander im Bild links Zeremonienmeister Daniel Leutwiler und Schirmherr Ste
Der Sarg fürs Konfetti ist ebenfalls mit Konfetti dekoriert
von links Stefan Isenschmid von der Knabengesellschaft und von den Stierenschraenzer Daniela Loosli und Robin%2
Die Trauer sieht man den Fasnaechtlern an
Schirmherr Stephan Bohnenblust setzt die Konfetti in die Erde

Freude und Trauer liegen nah beieinander: Zeremonienmeister Daniel Leutwiler (links) und Schirmherr Stephan Bohnenblust tragen die letzten Konfetti zu Grabe.

Limmattaler Zeitung

Punkt 11.11 Uhr trugen die Fasnächtler am Sonntag ihren letzten Konfetti zu Grabe. Der Trauerzug zog eine Runde um das Restaurant Steinerhof in Urdorf. Die Gugge Stiereschränzer spielte den Begräbnis-Marsch, während die Trauernden unter Wehklagen Tränen vergossen. In einem Mini-Holzsarg sollten die zwei Konfetti, beschriftet mit den Initialen des Zeremonienmeisters Daniel Leutwiler und des diesjährigen Schirmherrn Stephan Bohnenblust, ihre letzte Ruhe finden. Beim Baum am Parkplatz neben dem Restaurant setzte Schirmherr Bohnenblust die Konfetti in die Erde. Damit ging offiziell die Urdorfer Narrenzeit 2017 zu Ende.

Die diesjährige Fasnacht habe ihm viel Spass gemacht, sagte Bohnenblust. Als höchster Fasnächtler habe er zusammen mit dem Zeremonienmeister die Urdorfer Clique Schäflibach in der ganzen Schweiz, aber auch in Deutschland repräsentiert. «Ich habe die Möglichkeit erhalten, nicht nur an den verrückten Fasnachtsfesten mitzufeiern, sondern auch die seriöse Knochenarbeit dahinter kennenzulernen», so Bohnenblust.

Auch der Zeremonienmeister Leutwiler zog eine positive Bilanz: Es sei wunderschön gewesen, viele tolle Fasnachtsgesichter, gute Stimmung und ausgezeichnetes Wetter. «Mit Stephan Bohnenblust als diesjährigen Schirmherrn konnte die Clique Schäflibach eine Lokalprominenz für sich gewinnen». Ein Novum sei, dass Bohnenblust in Dietikon wohnt, doch sein Engagement beim FC Urdorf habe ihn bei Jung und Alt bekannt und beliebt gemacht.
Um jedoch Rücksicht auf die vielen Trends zu nehmen, möchte man das Fasnachtskonzept für die nächste Saison neu formulieren, verriet der Zeremonienmeister.

Für dieses Jahr hat Leutwiler einen Wanderpokal eingeführt, den «goldenen Halbschuh». Derjenige, der den grössten Unfug macht, bekommt ihn. Leutwiler trug den diesjährigen goldenen Halbschuh am Hals mit viel Fassung. Beim letztjährigen Zunftmeisterempfang ging er mit dem Pilotkopfhörer-Mikrofon auf die Toilette und unterhielt sich mit einem anderen Fasnächtler. Die ganze Unterhaltung war für alle im Saal gut hörbar und brachte die musizierende Gugge ziemlich aus dem Takt.

Die Nacht durchgefeiert

Nicht aus dem Feiertakt zu bringen waren die Stiereschränzer Robin Leutwiler und Daniela Loosli. Zusammen mit dem Präsident der Knabengesellschaft, Stefan Isenschmid, haben sie die Nacht durchgefeiert. «Es ist Ehrensache, auch am Mittag am Konfetti-Begräbnis dabei zu sein», sagte Loosli. Schliesslich kam die Idee für das Konfetti-Begräbnis von ihrer Gugge.

Vor 28 Jahren habe man diese Tradition vorgeschlagen und eingeführt. Ebenfalls eine Tradition ist das Zusammenstellen eines Fotoalbums für den Schirmherrn. Seit 26 Jahren machen die Vereinsfotografen Röbi und Inge Rüegg Fotos für die Clique. So auch an diesem Sonntag. Über zu wenig Licht konnten sie nicht klagen. Die Sonne schien, wie schon die ganze Urdorfer Fasnacht durch, sehr freundlich.