Weiningen

In Kürze fliesst das Wasser ins Reservoir Gubrist — doch ist alles dicht?

Das Wasserreservoir Gubrist in Weinigen wird morgen getestet. Im Sommer soll es dann in Betrieb genommen werden.

Morgen fliesst erstmals Wasser ins Reservoir Gubrist. Die beiden Behälterkammern bleiben dann für einige Tage gefüllt, weil ihre Dichtigkeit geprüft werden muss. Über die bereits eingerichtete Wasserstandsmessung soll erkannt werden, ob Wasser durch ein allfälliges Leck entweicht. Der Füllvorgang erfolgt über ein Chromstahlrohr im oberen Teil des Behälters. «In älteren Wasserreservoirs sind Zu- und Abfluss unten im Behälter. Weil der Zufluss hier oben und der Abfluss unten ist, wird das Wasser besser durchmischt», sagt Joël Inniger, Leiter Tiefbau und Werke der Gemeinde Weinigen. So könne verhindert werden, dass gewisse Wasserschichten immer im Behälter bleiben würden.

Das neue Reservoir entsteht im Gebiet Holeeberen in Weiningen, das am Westhang des Gubrist liegt. Bevor der Bau im steilen Gelände beginnen konnte, musste eine ebene Grundlage geschaffen werden. Deshalb begann in Mai 2019 der Aushub, bei dem ein Teil des Hangs entfernt wurde. Da der Hang aus sandiger Molasse besteht, die sich loslösen könnte, mussten die durch den Aushub entstandenen Wände durch eine Nagelwand verstärkt werden. Die Kantonsarchäologie hatte die Aushubarbeiten begleitet, da sie im Gebiet Holeeberen alte Gräber vermutete. Gefunden wurde jedoch nichts von archäologischer Relevanz, weshalb die Zusammenarbeit beendet wurde.

Nach dem Aushub entstand von August bis Mitte Dezember etappenweise der Betonrohbau. Danach wurden unter anderem die beiden Wasserbehälter abgedichtet und die metallenen Drucktüren installiert. Die Bauarbeiten verliefen bis jetzt wie geplant. «Das Terminprogramm kann eingehalten werden», sagt Inniger. Wenn die Dichtigkeitsprüfung erfolgreich abgeschlossen ist, erfolgt der Innenausbau. Zudem wird der Graben um das Reservoir mit Steinen aufgefüllt.

Die entsprechenden zwei Pumpen sollen im März ins Reservoir Guldiberg eingebaut werden.

Die entsprechenden zwei Pumpen sollen im März ins Reservoir Guldiberg eingebaut werden.

Der wichtigste Teil des Wasserreservoirs sind die beiden Behälterkammern. In den Betonbehältern können zusammen bis zu 600 Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Bei den jährlichen Reinigungsarbeiten kann zuerst eine der Kammern geleert und gereinigt werden, während die andere in Betrieb bleibt. Danach beginnt das Spiel von vorne, einfach umgekehrt. So ist die Wasserversorgung ununterbrochen gewährleistet.

Das Reservoir Gubrist wird mit Wasser aus dem Grundwasserpumpwerk Schanzen und den 17 Weininger Quellen versorgt. Über ein Stufenpumpwerk im tiefer gelegenen Reservoir Guldiberg gelangt das Grundwasser aus dem Schanzen ins Reservoir Gubrist. Die entsprechenden zwei Pumpen sollen im März ins Reservoir Guldiberg eingebaut werden. Für die Dichtigkeitsprüfung von Donnerstag kann über eine schwächere, provisorische Pumpe Wasser vom Guldiberg bezogen werden. Das Quellwasser hingegen wird in der Nacht über das Quellwasserpumpwerk Forbüel ins Wasserversorgungsnetz gespeist. Überschüsse werden im Reservoir Gubrist gespeichert.

Das Reservoir wird über 190 Liegenschaften versorgen

Nach Abschluss der letzten Arbeiten soll das Reservoir Gubrist voraussichtlich im Juni oder Juli 2020 in Betrieb genommen werden. Durch das neue Reservoir wird sichergestellt, dass auch höher gelegene Gebäude einen ausreichenden Wasserdruck haben. Zirka 180 Liegenschaften in Weinigen und 10 bis 15 weitere Liegenschaften sowie zwei Gutsbetriebe in Unterengstringen werden mit Trinkwasser aus dem Reservoir Gubrist versorgt.

150 der total 600 Kubikmeter im künftigen Wasserreservoir werden als Löschwasserreserve für die beiden Gemeinden zur Verfügung stehen. Der Bau des Wasserreservoirs kostet rund 3,9 Millionen Franken. Die dafür nötigen Kredite wurden 2018 bewilligt – in einer Weininger Volksabstimmung und von der Unterengstringer Gemeindeversammlung.

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