Dietikon
In Dietikon werden die Dächer in den nächsten Jahren grüner

In einem Leitfaden von 2013 ist festgehalten, dass Flachdächer von städtischen Liegenschaften begrünt werden müssen. Bei älteren Gebäuden, bei denen das noch nicht geschehen ist, wird dies bei Sanierungen nachgeholt.

Sandro Zimmerli
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Dietikon aus der Vogelperspektive. Die Flachdächer sollen grüner werden.

Dietikon aus der Vogelperspektive. Die Flachdächer sollen grüner werden.

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Dietikon führt nicht Buch darüber, wie viele Flachdächer in der Stadt begrünt sind. Die Zahlen werden aus Kostenüberlegungen nicht erhoben. Das schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation von Gemeinderätin Catalina Wolf-Miranda (Grüne). Aus denselben Gründen ist auch nicht bekannt, bei wie vielen Baubewilligungen eine Dachbegrünung verlangt wurde.

Wolf bezieht sich in ihrem Vorstoss auf den im August 2013 verabschiedeten Leitfaden «Natur im Siedlungsraum». Eines der darin enthaltenen Ziele, so Wolf, sei die vermehrte Begrünung von Dächern und Fassaden, da Dachbegrünungen vielfältige mikroklimatische, ökologische sowie auch ökonomische und ästhetische Vorteile aufweisen würden. Deshalb wollte sie vom Stadtrat unter anderem wissen, wie viele Flachdächer seit der Verabschiedung des Leitfadens begrünt worden sind und ob es solche auf städtischen Liegenschaften gebe, bei denen das noch nicht geschehen ist.

Wie der Stadtrat in seiner Antwort ausführt, ist ein Flachdach laut der Bauordnung zu begrünen, sofern dies keine übermässige Nutzungseinschränkung verursacht. «Vom ausführenden Gärtner verlangt die Hochbauabteilung bei Bauabnahme eine Ausführungsbestätigung. Ebenso wird die Auflage zu diesem Zeitpunkt kontrolliert und allenfalls geahndet», so der Stadtrat weiter. Es bestehe jedoch keine Rechtsgrundlage, fehlende Dachbegrünungen ausserhalb von Baubewilligungsverfahren einzufordern. «Will ein Bauherr von den zwingenden Vorschriften abweichen, hat er dies schriftlich zu begründen und von der Behörde bewilligen zu lassen», heisst es weiter. Dies komme selten vor. Letztmals sei dies 2015 bei einem Nahrungsmittelhersteller der Fall gewesen. «Er konnte nachweisen, dass die Zuluft der auf dem Dach befindlichen Lüftungsanlagen übermässig mit Pollen kontaminiert wird, was den Auflagen der Lebensmittelbehörden widersprach», so der Stadtrat.

Nur behördenverbindlich

Der städtische Leitfaden zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum präzisiere die Möglichkeiten einer Dachbegrünung. Im Unterschied zur Bauordnung sei der Leitfaden nur behördenverbindlich und könne daher nicht auf private Bauvorhaben angewandt werden. Es finde jedoch eine Beratung der Bauherrschaft statt.

Bei allen städtischen Bauwerken werden laut Stadtrat die Flachdächer seit der Inkraftsetzung des entsprechenden Artikels in der Bauordnung im Jahr 1992 begrünt. Und auch der Leitfaden werde seit dessen Einführung konsequent angewandt. Allerdings führe der Umstand, dass bei städtischen Liegenschaften eine Dachbegrünung fehle, nicht automatisch zu einem Erneuerungsprojekt. «Einzig aufgrund der fehlenden Begrünung ein Projekt auszuarbeiten, ist weder bautechnisch noch aus finanziellen Überlegungen zielführend», hält der Stadtrat fest. So seien ältere Gebäude wie einzelne Schulhaustrakte, diverse Kindergärten oder das alte Feuerwehrgebäude noch nicht begrünt. Dies werde im normalen Erneuerungszyklus nachgeholt. Gemäss Stadtrat sind die entsprechenden Massnahmen im Investitionsplan über zwei Legislaturperioden als Erneuerungsmassnahmen eingestellt. Sie würden mit Auslösung der Bauprojekte umgesetzt.