Die Schlieremer Bürgerlichen wollen für die Stadtratswahlen vom 9. Februar 2014 ihre Kräfte bündeln. Die Vereinigung «Bürgerliche Parteien Schlieren» (BPS), der SVP, FDP, CVP und EVP angehören, haben die gemeinsame Zusammenarbeit offiziell beschlossen. Somit unterstützen die bürgerlichen Parteien die Bisherigen Christian Meier (SVP), Manuela Stiefel und Bea Krebs (beide FDP) sowie die neuen Kandidaten Pierre Dalcher (SVP) und Stefano Kunz (CVP).

Ob die Zusammenarbeit über gegenseitige Wahlempfehlungen hinausgehen wird, steht noch nicht fest. Da der Wahlversand in Schlieren bereits gemeinsam erfolgt, erübrigt sich diese Art der Kooperation. Man könne sich aber vorstellen, gemeinsame Plakate zu drucken, so BPS-Vizepräsident Rolf Wegmüller. «Definitiv entschieden ist aber noch nichts.»

Laut Wegmüller will man mit dem gemeinsamen Auftritt vor allem Einigkeit signalisieren, sodass alle bürgerlichen Kandidaten möglichst schon im ersten Wahlgang gewählt werden. «Wir wollen eine breite Front für die bisherigen wie auch die neuen bürgerlichen Kandidaten schaffen und zeigen, dass sich diese nicht gegenseitig konkurrenzieren», so Wegmüller.

Auf einen heissen Wahlkampf lässt die Ausgangslage jedoch ohnehin nicht schliessen. Es treten sieben Kandidaten für sieben Sitze an. Auch an der Aufteilung unter den Parteien würde sich wenig ändern: Stefano Kunz will für die CVP den frei werdenden EVP-Sitz des zurücktretenden Robert Welti erobern. Der Rest bliebe gleich. Die SP stellt den bisherigen Stadtpräsidenten Toni Brühlmann-Jecklin sowie Stadtrat Markus Bärtschiger zur Wiederwahl.

Dietikon: 11 Kandidaten, 7 Sitze

Etwas komplizierter gestaltet sich die Lage in Dietikon: Dort schielen bereits elf Kandidaten auf die sieben zu besetzenden Sitze. Die wählerstärkste Partei, die SVP, hat bekannt gegeben, dass sie FDP und CVP unterstützen werde, nicht jedoch die EVP, die mit Heinz Illi erneut antritt. Kein Wunder, strebt die SVP doch mit Roger Bachmann neben der Wiederwahl der Bisherigen Jean-Pierre Balbiani und Roger Brunner einen zusätzlichen Sitz an.

Bei der FDP ist laut Präsident Werner Hogg erst klar, dass sie die SVP unterstützen wird, und zwar alle drei Kandidaten. Im Gegenzug stellt sich die SVP hinter FDP-Stadtpräsident Otto Müller. Noch nicht entschieden hat sich die FDP bezüglich CVP, obwohl man dieser grundsätzlich gutgesinnt sei – zumal es sich laut Hogg beim bisherigen Rolf Schaeren und dem neuen Reto Siegrist um Kandidaten handelt, die FDP-nahe politisieren. «Wir wären offen, beide CVP-Kandidaten zu unterstützen, warten aber noch ab, ob dies auf Gegenseitigkeit beruht», so Hogg. Die FDP unterstützt ebenfalls die EVP nicht.

Spätestens im November wollen FDP, SVP und eventuell CVP entscheiden, in welcher Form die Kooperation stattfinden soll. «Bis dann müssen wir Nägel mit Köpfen machen, da wir so bald wie möglich mit dem Wahlkampf beginnen wollen», so Hogg. Noch nicht klar ist, wie weit die gegenseitige Unterstützung gehen soll.

CVP-Entscheid steht noch aus

Die CVP gibt sich derweil noch bedeckt: «Gespräche mit FDP, SVP und EVP haben stattgefunden. Auf deren Basis ist mit einem Entscheid nach den Herbstferien zu rechnen», sagt Präsident Dominik Lamprecht.

Die EVP will sich durch die fehlende bürgerliche Unterstützung nicht entmutigen lassen. «Wir spielen auf Sieg, voraussichtlich im Alleingang», sagt Präsident Thomas Wirth. Bisher habe sich eine Zusammenarbeit mit einer anderen Partei noch nicht ergeben.

Dass EVP-Stadtrat Illis Sitz in Gefahr ist, will Wirth nicht wegreden; er warnt jedoch: «Das Thema Allianzen wird überbewertet.» Schliesslich sei Illi bereits 2010 ohne Unterstützung wiedergewählt worden, wenn auch knapp. «Für uns gilt jetzt, einen guten Wahlkampf zu machen, damit Illi – so Gott will – 2014 wiedergewählt wird.»

Die SP tritt am 9. Februar mit Esther Tonini (bisher), Peter Wettler und Sven Koller (beide neu) an. Über eine allfällige Allianz mit der noch kandidatenlosen AL entscheidet sie laut Präsidentin Rosmarie Joss Ende Oktober. Den grünen Kandidaten Lucas Neff (neu) unterstützt die SP nicht.