Dietikon
In der Stadthalle wird für einen guten Zweck aufgetischt

Ehrenamtliche Helfer organisieren mittwochs das Tischlein deck dich in der Stadthalle Dietikon.

Clara dos Santos Buser
Drucken
Teilen
Tischlein deck dich in der Dietiker Stadthalle
7 Bilder
Sonja Nehmer sortiert Süsses und Salziges. «Wir sehen uns etwa einmal im Monat für die Abgabe – und es macht auch nach 14 Jahren noch Spass.»
Eine Lebensmittelempfängerin zieht ein Los. Wenn die Zahl hoch ist, muss sie länger warten. Das weiss Hildegard Rechsteiner. Sie sagt: «Es kann sein, dass man weniger Auswahl hat, wenn man lange warten muss. Dafür können wir dann ein bisschen grosszügiger verteilen, damit nichts weggeworfen wird.»
Von der Dietiker Abgabestelle profitieren 38 Haushalte in der Region. Das entspricht etwa 140 Personen. 2018 wurden 16 800 Kilogramm Lebensmittel verteilt.
Die Auswahl an Gemüse, Früchte und Teigwaren bildet ein Teil des Angebots; dazu kommen an diesem Tag etwa Halsbonbons, Instantkaffee und Zucker-Garnierschrift.
Elsbeth Preisig leitet die Dietiker Abgabestelle. «Ich engagiere mich seit fünf Jahren für das Tischlein deck dich in Dietikon. Einerseits kann ich damit Lebensmittel retten, andererseits können sich Bedürftige hier bedienen.»
Bethli Vogler ist schon seit dem Anfang mit dabei. «Unsere Gruppe ist immer fröhlich gestimmt. Ich komme motiviert hierher, weil ich armutsbetroffenen Menschen helfen kann und eine lässige Zeit mit meinen Kolleginnen habe.»

Tischlein deck dich in der Dietiker Stadthalle

Clara dos Santos Buser

Sauber aneinandergereihte Brötchen, frisches Gemüse, Erfrischungsgetränke. In der Dietiker Stadthalle werden jeden Mittwoch Lebensmittel an bedürftige Menschen abgegeben. Ehrenamtliche Helfer führen seit 15 Jahren die Abgabestelle des Vereins Tischlein deck dich durch. Ziel ist, einwandfreie Lebensmittel zu retten und armutsbetroffenen Personen zu helfen.
Kostenpunkt: Ein Franken pro Kärtchen. Diese dienen als Kontrolle und werden von Sozial- und Pfarramtstellen an die Kunden abgegeben, die am oder unter dem Existenzminimum leben. Auf den Karten wird die Familiengrösse vermerkt, um sicherzustellen, dass sie genügend Lebensmittel erhalten.

An diesem Tag sind sechs Frauen im Einsatz. Sie teilen sich mit fünf anderen Gruppen die Dienste in der Stadthalle. «Es ist gut, dass die Besucher jede Woche ein anderes Gesicht sehen», meint Bethli Vogler. Doch sie waren nicht immer unter sich. «Einst hatten wir einen super fleissigen Asylsuchenden hier, der uns geholfen hat. Er kommt allerdings nicht mehr, weil er eine Lehrstelle gefunden hat», sagt Emmi Köppel. Die Frauen können sich gut an ihn erinnern. So sehr sie sich über diese positive Nachricht freuen, vermissen sie die Hilfe eines etwas jüngeren Mitglieds. «Die Kisten sind schwer!», sagt Vogler und lacht.