Urdorf
In der neuen Eishockey-Halle tropft es schon von der Decke

Da staunten Zuschauer, aber auch Spieler an den Eishockeyspielen auf der Weihermatt nicht schlecht. Ebenso die übrigen Eisbahnbenützer werden hie und da ins Hallendach hinaufgeschaut haben. Denn: Es tropft von der neu erbauten Halle.

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Feuchtigkeit in der Eishalle Weihermatt in Urdorf

Feuchtigkeit in der Eishalle Weihermatt in Urdorf

Limmattaler Zeitung

Damit aber nicht genug. Die markanten, verleimten runden Holzbalken, welche die Tragkonstruktion bilden, haben sich stellenweise dunkel verfärbt. Von Schimmel war im Volksmund schon die Rede. Dem ist aber nicht so. Aber nun der Reihe nach.

Das Problem ist erkannt

«Wir sind uns bewusst, dass oben noch Probleme mit der Feuchtigkeit herrschen», erklärt Franz Wipfli, Bereichsleiter Liegenschaften und technische Bauten auf der Gemeindeverwaltung, auf Anfrage. Das Problem sei witterungsabhängig. Je kälter es sei, desto weniger Tropfen würden sich bilden. Wipfli vergleicht die Situation mit dem Sicherheitsglas an den Banden. Auch dort schlage sich Feuchtigkeit nieder, wenn das Wetter relativ warm sei. «Wenn es kalt ist, gibt es kein Kondenswasser.»

Zudem habe sich die Situation verändert. An der Eröffnungsfeier habe es nur von den Balken getropft, danach tropfte es auch unter den Blachen, welche die Decke der Halle bilden. Aber: «Wir haben das Problem erkannt und sind mit dem Totalunternehmer, den Lieferanten der Blachen und Träger und mit dem Bauphysiker, der ursprünglich Stellung genommen hat zu der Konzeption, in Kontakt», so Wipfli. Noch diesen Monat ist eine Sitzung anberaumt worden, an der alle zusammen nach effektiven Lösungen suchen wollen.

Schimmel? «Nein»

Laut Franz Wipfli seien Massnahmen vorstellbar, wonach die Feuchtigkeit gar nicht an die Blachen kommt oder dass man das Kondensat anderweitig ableiten könnte. «Aber da sind wir auf Spezialisten angewiesen. Deshalb wird auch der Bauphysiker hinzugezogen. In erster Linie ist aber der Totalunternehmer in der Pflicht, Lösungen zu präsentieren», so der Bereichsleiter Liegenschaften.
Was die Urdorfer Verantwortlichen gänzlich verneinen, ist zumindest bisher die Bildung von Schimmel. «Wir haben die Balken schon zu einem früheren Zeitpunkt mit dem Holzbauer angeschaut. Es sind Verfärbungen, wie man sie auch an Holzfassaden sieht, welche der Witterung ausgesetzt sind», erklärt Wipfli die Situation.

Keine Gefahr für die Statik

Bestand oder besteht eine Gefahr für die Statik der Eisbahnüberdeckung? «Nein, wir haben eine schriftliche Bestätigung des Holzbauers, dass die Probleme mit der Feuchtigkeit weder auf die Tragsicherheit noch auf die Dauerhaftigkeit der Konstruktion einen Einfluss haben», kann Wipfli in diesem Punkt Entwarnung geben.

Garantiearbeiten und Feinschliff

Wer trägt die Kosten von allfälligen Massnahmen? Man habe vom Totalunternehmer ein funktionierendes Eisfeld mit Dach bestellt. Von dort her gesehen seien diese Massnahmen in erster Linie Garantiearbeiten des Totalunternehmers, sagt Wipfli. Es handle sich um eine Art Feinschliff der Anlage.

Man sei derzeit am Lernen, wie man mit einer solchen Anlage umzugehen habe, das seien Kinderkrankheiten, weil halt spezielle klimatische Bedingungen unter so einem Dach herrschten. «Das ist eine Herausforderung für den Bauphysiker», sagt Franz Wipfli. Wichtig sei nun, dass man beim Totalunternehmer dranbleibe und schaue, «dass es richtig kommt».