Trist war das Wetter an diesem Samstag in Eschen. Und trist waren auch die Mienen der Dietiker nach dem Schlusspfiff. Die Enttäuschung war den Gästen anzusehen. Nur ganz wenig hatte ihnen gefehlt, und sie hätten drei Punkte aus Eschen mitnehmen und damit zum Rückrundenstart für ein erstes Ausrufezeichen sorgen können. Doch kurz vor Schluss kam Marco Colocci, Eschens Goalgetter, im Strafraum nochmals an den Ball, fackelte nicht lange und schoss das 2:2. «Das ist bitter», haderte Dietikons Trainer Goran Ivelj.

Ziel trotzdem erreicht

Dabei gab es in der Partie durchaus Aspekte, die den Dietikern eigentlich gefallen müssten. Denn die Gäste hatten das Spiel gegen Eschen/Mauren, immerhin dem Siebtplatzierten vor dieser Runde, gedreht und aus einem Rückstand eine Führung gemacht, die fast bis zum Schluss Bestand hatte. Sie hatten den Liechtensteinern am Schluss ein Unentschieden abgetrotzt.

Und sie hatten damit ihr Ziel erreicht, in Eschen einen Punkt zu holen. Und dennoch: Wer so kurz vor Spielende den Ausgleich hinnehmen muss, bricht verständlicherweise nicht in Jubel aus. Erst recht nicht, wenn man wie die Dietiker zahlreiche Torchancen vergibt und damit die Vorentscheidung. «Wir hatten drei, vier hundertprozentige Möglichkeiten», rechnete Ivelj vor. «Aber wir haben sie nicht genutzt.»

Noch mehr ärgerte Ivelj jedoch die Tatsache, dass das Spiel überhaupt zu Ende gespielt worden war. Denn besonders in der zweiten Halbzeit sorgte der starke Schneefall für grenzwertige Bedingungen. «Wir haben die Linien nicht mehr gesehen», monierte Ivelj. «Dass man bei solchen Verhältnissen die Partie nicht abbricht, verstehe ich nicht.» Er sowie auch der Eschener Trainer hätten den Schiedsrichter darauf hingewiesen, dass die Verletzungsgefahr für die Spieler enorm hoch sei. «Doch er wollte unbedingt zu Ende spielen lassen.»

Und so wurde aus dem vermeintlichen Fussballspiel eine Rutschpartie im Schneegestöber. Spektakulär zwar zum Zuschauen, doch für die Akteure auf dem Rasen weniger attraktiv, da ein gepflegter Spielaufbau kaum möglich war. «Kick and Rush» hätten sie spielen müssen, sagte Ivelj, und fügte hinzu: «Ich habe noch nie solche Platzverhältnisse erlebt.»

Den Platzverhältnissen zum Trotz: Dietikon hat mit dem Unentschieden in Eschen gezeigt, dass es in der Rückrunde angreifen will. «Wir nehmen den Punkt gerne mit», meinte Ivelj. Er hofft, dass er und sein Team am Samstag auf der Dornau gegen Locarno nicht mit dem Wetter zu kämpfen haben werden, sondern nur mit dem Gegner.