Limmattal
In den Badis wurde es eng an Pfingsten

Die Freibäder in der Region erlebten an Pfingsten Rekordbesucherzahlen bei Rekordtemperaturen.

Sebastian Schanzer
Merken
Drucken
Teilen
Badetuch an Badetuch drängten sich am Montag die Besucher in der Oberengstringer Badi «Zwischen den Hölzern».

Badetuch an Badetuch drängten sich am Montag die Besucher in der Oberengstringer Badi «Zwischen den Hölzern».

Leserbild: Werner Portmann

Oskar Schildknecht, der Betriebsleiter des Freibades Fondli in Dietikon staunte nicht schlecht über die Besucherzahlen am vergangenen Pfingstwochenende: «Ich bin seit 35 Jahren dabei, aber so etwas habe ich noch nie erlebt», sagte er auf Anfrage. Über 10 000 Leute pilgerten an diesen drei heissesten Pfingsttagen seit Messbeginn in die Dietiker Badeanlage. Bei einer Wassertemperatur von 25 Grad holten sich Jung und Alt die ersehnte Abkühlung von der deutlich heisseren Luft.

Die Temperaturen waren schon am Pfingstsonntag schweizweit über 30 Grad gestiegen. Am Pfingstmontag stiegen sie laut Meteo Group mancherorts sogar noch bis auf 36 Grad. Dass an Pfingsten noch nie solch hohe Temperaturen gemessen wurden, liegt auch daran, dass die variablen Feiertage heuer spät angesetzt wurden.

Die Freibäder im Limmattal waren durch die Wetterprognosen zwar bereits auf den Ansturm vorbereitet. Doch auch im Schwimmbad «Geren» in Birmensdorf, das «Spitzenzahlen» vermeldet, wurden die Erwartungen noch übertroffen: «Diese Menge an Besuchern, drei Tage in Folge, habe ich in meinen 19 Jahren hier noch nie erlebt», sagt die Betreiberin des Restaurants, Marlies Graf. Glücklicherweise habe man genug Glacés auf Lager gehabt: «Am Ende fehlte uns nur ein Erdbeercornet.»

Nicht so glücklich war das Verpflegungspersonal im Freibad «Zwischen den Hölzern» in Oberengstringen. Besonders bei der Eiscrème geriet man durch die hohe Nachfrage in Engpässe. «Die Lieferanten dürfen sonntags und an Feiertagen nicht mit ihren Lastwagen fahren, deshalb belieferten sie uns gar nicht», beklagt sich die Betriebsleiterin Doris Hängärtner. «Dabei hätten sie auch mit kleineren Lieferwagen kommen können», fügt sie leicht verärgert hinzu. Auch in Oberengstringen waren die Besucherzahlen mit insgesamt rund 6000 Badegästen rekordverdächtig.

Im Schlieremer Schwimmbad «Im Moos» fiel vor allem der rege Verkauf von Sonnencrème auf. «Sonne ist Gift», sagt die Leiterin der Schwimmbadrestauration, Mirjam Cecile Gigon. Dieses Motto hätten wohl viele Badegäste verinnerlicht. Vernünftig waren die Gäste laut Gigon auch vor dem Restaurant und dem Kiosk. Zwar habe man in der Vergangenheit schon Probleme gehabt mit ungeduldigen Hungrigen. Am Pfingstwochenende aber sei alles sehr friedlich und ruhig zu und her gegangen.

Im Freibad «Weihermatt» in Urdorf war man ebenso erfreut über die friedliche Atmosphäre am «Rekordwochenende». Leiter Hans Kaeser schätzt die Besucherzahl allein am Montag auf rund 4000. Bei so vielen Besuchern sei es allerdings klar, dass es insbesondere beim Restaurant zu langen Wartezeiten kommen könne. «Wir hätten am Montag ein doppelt so grosses Restaurant führen können», sagt Kaeser. Der eine oder andere habe seinem Unmut darüber zwar freien Lauf gelassen, damit könne man aber umgehen. Essen war genug da – «darauf haben wir uns vorbereitet». Das Freibad in Urdorf hatte mit 23 Grad übrigens die tiefste Wassertemperatur zu bieten. Dies liegt laut Käser daran, dass man viel frisches Quellwasser für das Bad verwende.