Altersresidenz
In Bergdietikon stehen die Zeichen auf Versöhnung

Seit drei Jahren sorgt das geplante Seniorenzentrum für Misstöne zwischen dem Gemeinderat und einem Teil der Bevölkerung. Nun haben sich alle Parteien an einen Tisch gesetzt.

Bettina Hamilton-Irvine
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Auf dieser Wiese im Weiler Kindhausen soll dereinst das Bergdietiker Pflegenzentrum entstehen.

Auf dieser Wiese im Weiler Kindhausen soll dereinst das Bergdietiker Pflegenzentrum entstehen.

AZ-Archiv

Schon kurz nachdem der Gemeinderat Ende 2012 erstmals die Pläne für das Seniorenzentrum im Weiler Kindhausen präsentierte, wurde das Projekt zum Zankapfel. Seither hat das Seniorenzentrum regelmässig für hochemotionale Diskussionen und rote Köpfe gesorgt.

«Konstruktiv und zielführend»

Doch nun sieht es aus, als würden sich die diversen involvierten Parteien wieder finden: Vor wenigen Tagen hat der Bergdietiker Gemeinderat eine Aussprache durchgeführt, wie er gestern mitteilte. Ziel des runden Tisches sei eine Auslegeordnung gewesen, «um die bisher teils emotional geführte Diskussion zu versachlichen und Lösungen für die strittigen Fragen anzudenken», heisst es in der Mitteilung. Die Diskussionen seien «konstruktiv und zielführend» gewesen.

Anwesend waren die beiden Gemeinderäte Ralf Dörig und Urs Emch, welche das Geschäft neu betreuen, Vertreterinnen und Vertreter von Ortsparteien, eine Kadermitarbeiterin der Spitex Mutschellen, die Investorin Oase Holding AG sowie Vertreter der IG für eine sinnvolle Seniorenresidenz. Letztere hat das Projekt, das von der privaten Investorin Oase Holding hätte erstellt werden sollen, als «Altersgetto», «überdimensioniert» und «verschandelnd» kritisiert und vehement bekämpft. Der Streit wurde teilweise auch auf dem Rechtsweg ausgetragen: Erst Ende 2015 hat der Kanton Aargau eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Gemeinderat abgelehnt. Es war nicht das erste Mal: Schon im Frühling 2014 wies der Kanton eine Beschwerde gegen den Gemeinderat zurück.

Geschäft an der Juni-«Gmeind»

Doch der runde Tisch könnte nun den Neustart markieren: Gemäss Mitteilung des Gemeinderats will man sich weiterhin treffen und verschiedene Punkte detaillierter klären. Wie es nun weitergeht, ist noch offen. Klar ist: Es muss ein neues Projekt her. Denn im Februar 2015 hob der Kanton aufgrund einer Beschwerde von Anwohnern den Gestaltungsplan für das Alterszentrum auf. Im Juni 2015 dann nahm die «Gmeind» einen Überweisungsantrag von IG-Mitglied Armin Sommer an. Er will, dass der Gemeinderat den Vorvertrag mit der Oase Holding AG auflöst. Die Gemeindeversammlung wird im Juni dieses Jahres darüber befinden.

Die IG wollte sich gestern auf Anfrage nicht zum Inhalt der erfolgten Aussprache äussern, gab sich aber vorsichtig zuversichtlich. Man habe vereinbart, dass die Kommunikation vorerst Sache des Gemeinderats sei. Dieser wollte gestern ebenfalls noch nicht näher Stellung nehmen, versprach aber, bald wieder zu kommunizieren.