Balsthal/Dietikon

In Balsthal bekommt die historische Dampflokomotive neue Räder

Das Facelifting ist in vollem Gange, gerade erhielt die Dietiker Dampflok neue Räder.

Das Facelifting ist in vollem Gange, gerade erhielt die Dietiker Dampflok neue Räder.

In Dietikon rostete sie vor sich hin. In Balsthal erhält sie eine Verjüngungskur – die NOB 456 hat soeben ihre Achsen zurückerhalten.

Die Dampflok NOB 456 stand Jahrzehnte beim alten Dietiker Bahnhof und rostete dort vor sich hin. Jetzt wird sie im Kanton Solothurn restauriert – und hat soeben ihre Achsen zurückerhalten.

Und das ging so: Das Chassis wurde angehoben, die Achsen darunter geschoben. Dann konnte die Lok heruntergelassen werden. Mit berechtigter Genugtuung betrachteten die Männer, der mit der Restauration beauftragten Dampfgruppe der Oesingen-Balsthal-Bahn, ihre NOB 456, die endlich wieder auf eigenen Rädern stehen durfte. Es wartet noch viel Arbeit für die Dampfgruppe, bis mit dem erstmaligen Einheizen des Kessels ein weiterer Höhepunkt bevorsteht. Heinz Rölli von der Dampfgruppe erklärte: «Ausser dem üblichen Rost hatten wir während der Revision keine Probleme.»

Der Kessel wird entrostet

Den verrosteten Kessel habe man zu einem Spezialisten in Dintikon geführt. Der Kessel mit seinen insgesamt 123 Siederohren wurde neu verrohrt und die Feuerbüchse umfassend saniert.

Die NOB 456 war von 1973 bis 2011 als Denkmal beim alten Bahnhof in Dietikon aufgestellt. Gebaut wurde diese Dampflokomotive im Jahr 1894 in der SLM Winterthur. 1902 wurde sie in den Bestand der SBB aufgenommen. Von 1934 bis 1949 setzte man sie noch als Werklokomotive ein. Aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde die NOB 456 durch Pascal Troller, der die Lok 2011 ins OeBB-Depot in Balsthal überführen liess, wo sie durch die Dampfgruppe der OeBB fachmännisch revidiert wird. Die Trägerschaft und der Betrieb der historischen Dampflokomotive obliegt dem «Verein Historische Seethalbahn» Nach der Revision wird die Lokomotive ab Hochdorf vorwiegend in den Kantonen Luzern und Aargau zum Einsatz kommen.

Initiant und Projektleiter Pascal Troller zur Restauration der NOB 456: «Dazu braucht es nicht nur viel Herzblut, sondern ein entsprechendes Netzwerk und ein umfangreiches Fachwissen. In diesem Bereich muss noch Einiges geleistet werden, sonst werden das Fachwissen und die handwerklichen Fähigkeiten in den nächsten Jahren unweigerlich verloren gehen.» Das sei für ihn ein Grund, in der kommenden Zeit gezielt noch einige Projekte zu realisieren und somit bestimmte Objekte der Nachwelt zu erhalten.

Die Bemühungen von Pascal Troller für die Erhaltung und Restaurierung historischer Kulturgüter stossen in Fachkreisen auf hohe Anerkennung. Er ist auf Zeugen aus der Zeit der Industrialisierung spezialisiert. Das sind Objekte, die häufig als Last oder Ballast empfunden werden und die zum Abriss oder zur Verschrottung bestimmt sind. Die Revision der NOB 456 kostet rund 400 000 Franken. Die Finanzierung der Projekte erfolgt über Beiträge der Kantone, Stiftungen und privaten Donatoren.

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