Aesch
In Aesch zeigten Zapzarap ihr Programm «Ochsentour»

Zapzarap ist eine singende Theatergruppe. Oder doch ein Theater spielender Chor? Auf den ersten Blick bleibt das noch unklar, doch man merkt schnell, dass das neuste Programm der Bühnenkünstler, das Publikum zum Lachen bringen soll.

David Hunziker
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Bei ihrem Auftritt auf dem Eggweid-Hof in Aesch ist Silvana Peterelli, Jan Hubacher, Marion Mühlebach und Giuseppe Spina dieses Lachen von Anfang an sicher, das Programm trifft ins Schwarze. Es baut auf traditionellen Schweizerliedern auf, viele aus der Volksmusik, und wirft immer wieder einen ironischen Blick auf die Welt der Bauern.

Doch es gibt an diesem verregneten Freitagabend auch andere Gründe, warum eine fröhliche, singende Theatertruppe gerade recht kommt – das Hudelwetter. Die Leute nehmen den Weg vom Festsaal an Pfützen vorbei zur Bühne unter die Füsse. Wolldecken und Kafi Luz sorgen für Gemütlichkeit und etwas Wärme. Zapzarap werden freundlich empfangen, die Stimmung des Publikums ist von Anfang an ausgelassen. Von der Bühne erklingt ein Jodel, der Programmstart. Zapzarap tragen zu Beginn Bauernregeln vor. Eine besagt, dass es bei schlechtem Wetter auf der Eggweid am schönsten sei.

Lieder und inszenierte Text im Vordergrund

«Ochsentour» hat Züge eines Theaterstücks und erzählt die Geschichte eines Chores aus einem kleinen Dorf in der Ostschweiz, wo die meisten Mitglieder des Ensembles herkommen. Im Chor singen die grobschlächtige «Ochsen»-Wirtin Susle, das naive Landmädchen Änneli, der italienische Secondo Marcello, der sich für äusserst poetisch hält, und Hänsu, ein Muttersöhnchen und Tollpatsch. Dialoge sind aber eher selten, Lieder und inszenierte Texte stehen im Vordergrund. Also sollte man doch von einem Konzert mit vereinzelten Theatereinlagen sprechen.

Zapzarap tragen ihre Lieder nicht einfach vor, sie inszenieren sie auf vielfältige Art: Pantomime, Slapstick, Schauspielerei oder Tanz. Hänsu singt etwa Mani Matters «Alls wo mir id Finger chunnt», nachdem ihm fast sämtliche Gläser auf den Boden gefallen sind. Und als doch alles zerbrochen am Boden liegt, wird «Schärbe bringed Glück» intoniert. So sind die Stücke stets in kleine Geschichten verpackt und fügen sich so nahtlos aneinander. Das Programm hat viele Pointen.

Die Bühne ist simpel: Die professionell ausgebildeten Schauspieler von Zapzarap kommen mit ein paar wenigen Requisiten aus. Mit einem Tisch (im Ochsen), vier Stühlen und ein paar Heugabeln. Diese dienen auch als Rhythmusinstrument oder einfach zur Dekoration der Bühne. Die Künstler lassen ihren jeweiligen Hintergrund in die Vorstellung auf der Bühne einfliessen. Giuseppe Spina und Marion Mühlebach etwa haben ihre Theaterausbildung an der Dimitri-Schule absolviert. Daher verwundert es auch nicht, dass das Quartett den Besuchern einen unvergesslichen Theater-Konzert-Abend beschwert.