Schulraum ist in Dietikon ein knappes Gut. Umso erfreulicher ist nun die Nachricht, dass der Stadtrat die Planung des Schulhauses Limmatfeld wieder aufgenommen hat. Wenn alles nach Plan verläuft, dürfte die Bildungsstätte 2026 stehen. Dies gibt er nun in der Antwort auf die kleine Anfrage von Gemeinderat Michael Segrada (FDP) bekannt.

Der Parlamentarier erkundigte sich darin über den Baustart und die Bauzeit des Schulhauses. Sein Anliegen: ein rasches Handeln für ein neues Schulhaus im stark wachsenden Stadtteil.

Auf dem Areal Stierenmatt, das sich neben dem Werkhof befindet, soll ein Gebäude mit zwölf Klassenzimmern, einer Turnhalle, Hort und Mittagstisch entstehen. Das Land gehört der Stadt. Jahrelang wurde das Schulneubauprojekt und der im Jahr 2012 vom Stimmvolk genehmigte Gestaltungsplan Silbern-Lerzen-Stierenmatt (SLS) wegen Rekursen zum Gestaltungsplan und zur Moorschutzverordnung blockiert.

Die Naturschützer Bird-Life Schweiz und Bird-Life Zürich sowie einige Grundeigentümer, denen die Moorschutzverordnung zu weit ging, reichten Einsprache ein (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Unterdessen wurden die Rekurse der Naturschützer gegen die Schutzverordnung vom kantonalen Baurekursgericht abgewiesen und die der Grundeigentümer teilweise gutgeheissen. Die Schutzverordnung, die der Kanton eigentlich schon bis 1997 hätte umsetzen müssen, ist nach ein paar Anpassungen im Sinne der Grundeigentümer mittlerweile in Rechtskraft getreten. Nun scheint der Weg frei für das neue Schulhaus.

Abklärungen zum Auenschutz

Derzeit wird nur noch geprüft, ob die Moorschutzverordnung auch dem Auenschutz genügt. Diese Abklärungen sollten bis Mitte 2019 abgeschlossen sein. Bis dann bleiben auch die Rekurse der Naturschützer Bird-Life und Pro Natura zum Gestaltungsplan SLS sistiert. Vor diesen scheint sich der Stadtrat aber nicht zu fürchten. «Aufgrund eigener Einschätzungen ist nicht davon auszugehen, dass im Gebiet der Stierenmatt mit weiteren Auflagen und Einschränkungen zu rechnen ist», heisst es in der Antwort.

Der Stadtrat ist nun damit beschäftigt, das Schulprojekt voranzutreiben. Einen groben Zeitplan hat er bereits festgelegt. «Das Resultat des notwendigen Projektwettbewerbs liegt gegen Ende 2019 vor», heisst es. Nach einem weiteren Jahr der Projektplanung steht 2021 die Kreditgenehmigung durch den Gemeinderat beziehungsweise die Stimmberechtigten an.

Bei einem positiven Entscheid würde Ende 2023 die weitere Projekt- und Ausführungsplanung angegangen werden. «Mit einem Baubeginn wird aktuell auf Mitte 2024 gerechnet», so der Stadtrat. Geplant ist eine Bauzeit von zwei Jahren. Die Schulkinder im Limmatfeld könnten ab dem Schuljahr 2026/2027 im neuen Gebäude zur Schule gehen.

Damit die Schulkinder aber nicht so lange auf ein Schulhaus in ihrer Nähe verzichten müssen, plant der Stadtrat, eine Übergangslösung im Limmatfeld zu errichten. Die Pavillons sollen im Sommer 2021 bezugsbereit sein. Die Standortabklärungen seien derzeit am Laufen.

Mangelnde Infrastruktur

Dass dem Schulhaus im Limmatfeld nun nichts mehr im Weg steht, darüber freut sich Segrada. Dass es aber noch acht Jahre dauern soll, bis es gebaut ist, findet der Politiker weniger ideal. «Dieser Zeitrahmen ist viel zu lange», sagt Segrada auf Anfrage. Ihm liegt die Standortattraktivität des neuen Quartiers am Herzen. «Wir müssen dafür sorgen, dass bereits im Limmatfeld wohnhafte Familien aufgrund der mangelnden Infrastruktur nicht wegziehen.» Er habe Familien in seinem Bekanntenkreis, die genau dies getan hätten. Noch akuter würde die Problematik Mitte 2019. «Dann werden 170 Genossenschaftswohnungen der Baugenossenschaft des Eidgenössischen Personals im Limmatfeld fertiggestellt sein. Auch dort werden Familien mit Kindern einziehen», ist sich Segrada sicher.

Er verstehe, dass die Planung und der Bau eines Schulgebäudes einige Zeit in Anspruch nehme, da viele Instanzen involviert seien. Doch sei es ihm ein Anliegen, dass die im Limmatfeld wohnhaften Schulkinder nicht mehr so lange auf ihr neues Schulhaus warten müssen. Deshalb will sich Segrada dafür stark machen, dass in der Nähe des künftigen Schulareals Schulcontainer als Übergangslösung aufgestellt werden. Und dies nicht erst 2021 wie vom Stadtrat vorgesehen, sondern bereits 2019 oder 2020.

Diesbezüglich sind Segrada und Gemeinderatskollege Peter Metzinger (FDP), der zudem auch Präsident des Quartiervereins Limmatfeld ist, im Gespräch mit einem Containerhersteller. «Wir wollen in Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Vertretern des Stadtrats, der Schulpflege und des Gemeinderats diese Container Ende November an einer Veranstaltung präsentieren», so Segrada. Er hoffe, dass die Idee Gefallen finde.