Dietikon
Immer noch viele Unfälle: Die BD-Bahn bleibt ein Problem

Seit im Februar 2011 die letzten «intelligenten» Blinklichtanlagen zwischen Bahnhof Dietikon und der Ausweichstelle Dietikon Stoffelbach installiert worden sind, kam es laut Stadtrat zu acht Unfällen. Die Anlage sorgt weiter für rote Köpfe im Rat.

Florian Niedermann
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Trotz Optimierung noch immer nicht entschärft – die Signalisation der BD-Bahn an der Bremgartnerstrasse. flavio fuoli

Trotz Optimierung noch immer nicht entschärft – die Signalisation der BD-Bahn an der Bremgartnerstrasse. flavio fuoli

Limmattaler Zeitung

Im Jahr 2010 gab es 13 Zusammenstösse, wobei sechs auf den Bereich der Einmündung entfielen. Dies ist der Antwort des Stadtrats auf die Interpellation zu entnehmen, welche am 7.Juli dieses Jahres von SVP-Gemeinderat Rochus Burtscher und 22 Mitunterzeichnenden aller Fraktionen eingereicht wurde. In diesem Vorstoss monierte Burtscher, die neu installierten Warnlichter der BD-Bahn brächten in puncto Verkehrssicherheit keinen Nutzen und forderten einen Nachweis für deren Wirkung.

Erfolg noch nicht abschätzbar

In seiner Antwort kommentiert der Stadtrat die genannten Unfallzahlen dahingehend, dass die Zeit, die seit der Fertigstellung der Signalisation an der Einmündung Schöneggstrasse/Bremgartnerstrasse vergangen ist, zu kurz sei, um «gesicherte Aussagen über die Entwicklung der Unfallzahlen» machen zu können.

Der Stadtrat gesteht jedoch ein, dass die Ausrichtung und Platzierung «einzelner Signale» trotz vormaliger Absprache mit dem Bundesamt für Verkehr, der Kantonspolizei Zürich und der Stadt Dietikon tatsächlich «nicht optimal» gewesen sei. Nach einer weiteren Begehung im Juli hätte man diese Probleme jedoch mittels neu ausgerichteter Signale behoben. Gemäss der BDWM Transport AG sei «eine weitere Änderung der Signalisation nicht vorgesehen», wie der Stadtrat mitteilt.

Mit der aktuellen Situation gibt sich Burtscher als Initiant der Interpellation jedoch nicht zufrieden. «Es ist zwar eine gewisse Verbesserung feststellbar, aber das Signal ist auch weiterhin nicht als Warnsignal erkennbar», erklärt er. Vielmehr solle man seine Idee, die BD-Bahn direkt vom Reppischhof her in die Bremgartnerstrasse hinein und dann als «Metro» unter dem Bahnhof hindurchzuführen, wieder aufgreifen. Dies sei zwar teuer, aber «technisch absolut realisierbar».

Nach Ansicht Burtschers und 14 weiterer Gemeinderatsmitglieder besteht ein weiteres Problem der BD-Bahn darin, dass sie trotz der vorgenommenen Schienenschleifarbeiten im April 2011 (die az Limmattaler Zeitung berichtete) noch immer zu viel Lärm verursacht. Die Bewohner und Bewohnerinnen sowie das Gewerbe an der Bremgartnerstrasse würden «durch die Lärmemissionen stark beeinträchtigt», wie es in einer weiteren Interpellation hiess. Burtscher fordert vom Stadtrat deshalb Messungen der Lärmemissionen und fragte ihn zudem, welche weiteren Massnahmen zur Lärmeindämmung geplant seien. In seiner Antwort auf diesen Vorstoss verweist der Stadtrat darauf, dass Lärmemissionsmessungen an der Bremgartnerstrasse 1 Lärmpegel zwischen 61.0 und 63.2 Dezibel ergaben. Demnach würden «die massgebenden Grenzwerte gemäss Lärmschutzverordnung deutlich unterschritten».

Neben der Erneuerung und Sanierung «verschiedener Gleisabschnitte» sowie der Auswechslung des gesamten Rollmaterials durch neue, «deutlich leisere» Triebzüge im vergangenen Jahr solle auch der geplante Bau der zweiten Spur der Gleise in der Bremgartnerstrasse eine zusätzliche Lärmreduktion erwirken.

Verbesserung nur im Zentrum

Burtscher kritisiert an der Antwort des Stadtrats, dass sich die Emissionsmessungen und Massnahmen zur Lärmreduktion hauptsächlich auf den Gleisabschnitt zwischen Stadthaus und der Guggenbühlstrasse konzentrierten: «Der Stadtrat sieht den Lärm offenbar nur im Stadtzentrum als Problem. Die Anwohner weiter aussen oder auch etwa die Gäste des Restaurants Honeret müssen dagegen weiter leiden». Seiner Ansicht nach müssten auch zwischen Guggenbühlstrasse und Bernstrasse Schleifungen durchgeführt werden.

«Ausserdem ist das neu angeschaffte Rollmaterial der BDWM im Vergleich etwa zu den Trams der Stadt Bern noch viel zu laut», sagt Burtscher. Die Lösung dieses Problems liege aber natürlich in der Hand des Betreibers der Bahn. Burtscher will angesichts der für ihn unbefriedigenden Antwort des Stadtrates in seiner Fraktion besprechen, ob nächstens ein weiterer Vorstoss an die Stadt gerichtet werden soll, damit diese bei der BDWM vorstellig wird.