Oetwil/Geroldswil

Immer im Musik-Modus: Die Saxofonistin verfolgt ihre Leidenschaft mit Herz und Seele

Nicole Johänntgens Woche ist mit Musik vollgepackt.

Nicole Johänntgens Woche ist mit Musik vollgepackt.

Nicole Johänntgen tritt mit dem Saxophon auf Bühnen im In- und Ausland auf und gibt ihr Wissen an der Primarschule Oetwil-Geroldswil an Kinder weiter.

Es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn man sagt, dass die Saxofonistin Nicole Johänntgen ihre Leidenschaft mit Herz und Seele verfolgt. Sie spielt in mehreren Jazzbands, tourt im Ensemble und solo durchs In- und Ausland und gibt ihr musikalisches Wissen an der Primarschule Oetwil-Geroldswil weiter.

Die Woche von Johänntgen, die in Zürich lebt, ist mit musikalischen Projekten vollgepackt. Letzten Herbst hat sie, nachdem sie in ihren Zwanzigern ein Diplom in Popularmusik und Jazz erhalten hatte, ein zweites Studium in Musikwissenschaften und Gender Studies an der Universität Zürich begonnen. Eine theoretische und doch sehr interessante Herangehensweise an die Musik, wie sie sagt. Das Studium in Zürich nimmt mit Montag, Dienstag und Donnerstag drei Tage der Woche in Anspruch. Der Mittwoch ist für die Unterrichtsstunden an der Primarschule Oetwil-Geroldswil reserviert. «Ich komme immer gern hierher. Kinder zu unterrichten, bringt mich selber in der Musik weiter. Techniken, die ich sonst ohne zu überlegen einsetze, muss ich für die Kinder in Worte fassen und genau erklären», sagt Johänntgen. Neben Saxofon unterrichtet sie auch Klavier und Klarinette. Am Freitag und Samstag tritt sie oft an Konzerten auf. Einige Projekte kann sie momentan nicht weiterverfolgen. So musste sie wegen des Studiums ihre Unterrichtsstunden in Urdorf aufgeben. Auch ihr Kids Jazz Club, in dem Kinder spielerisch Musizieren lernen, fand schon lange nicht mehr statt. «Den will ich unbedingt wieder organisieren», sagt sie.

Mit Kursen unterstützt sie junge Jazzmusikerinnen

Ihre Leidenschaft fürs Saxofon entdeckte Johänntgen, als in einer Fernsehsendung die niederländische Saxofonistin Candy Dulfer auftrat. «Ich war von ihrer Ausstrahlung fasziniert», sagt Johänntgen, die im saarländischen Fischbach aufwuchs. Nachdem sie als Sechsjährige mit Klavier begonnen hatte, nahm sie mit zwölf Jahren erstmals Saxofon-Unterricht. Bald spielte sie in mehreren Bands, unter denen sich die Familienband mit Vater und Bruder und das Saarländischen Jugendjazzorchester befanden. So konnte sie schon früh Bühnenerfahrung sammeln.

«Ich bin immer im Musik-Modus und habe eine Melodie im Kopf», sagt Johänntgen, die ihre Lieder selber komponiert. Viele Ideen seien spontane Einfälle. Beim Schreiben von melancholischen Stücken brauche sie aber eine gewisse Ruhe. «Der Drang ist gross, ständig etwas zu tun. Die Momente der Ruhe muss ich vorher einplanen», sagt sie.

Am nächsten Mittwoch beginnt die vierte Auflage des einwöchigen Programms Support of Female Improvising Artists (Sofia) an der Zürcher Hochschule der Künste. An dem von Johänntgen organisierten Workshop erhalten junge Jazzmusikerinnen tagsüber Kurse, an denen sie die verschiedenen Aspekte des Businesslebens wie Verträge und Networking lernen. Am Abend machen sie zusammen Musik.  «Es stehen noch zu wenige Frauen auf der Bühne. Ich will jungen Musikerinnen mit Tipps und Kontakten einen möglichen Zugang zum Jazzbusiness geben», sagt sie.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1