Mein Ding: Geige
Immer Freude an der Musik: 13-Jähriger Solist spielt am Neujahrskonzert

Der 13-jährige Raphael Nussbaumer tritt als Solist am CMU-Neujahrskonzert in Urdorf auf.

Christian Murer
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Raphael Nussbaumer spielt am 1. Januar in der neuen reformierten Kirche Urdorf das G-Dur-Violinkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Neujahrskonzert mit Apéro beginnt um 18.15 Uhr.

Raphael Nussbaumer spielt am 1. Januar in der neuen reformierten Kirche Urdorf das G-Dur-Violinkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Neujahrskonzert mit Apéro beginnt um 18.15 Uhr.

Christian Murer

«Unter der Woche übe ich nach der Schule etwa zwei bis drei Stunden und am Wochenende ungefähr fünf Stunden», sagt der 13-jährige Raphael Nussbaumer, der bald für einen Auftritt nach Urdorf reist – der Geiger wohnt im schwyzerischen Altendorf und besucht in Lachen die Talentklasse der Oberstufe. Zudem hat er zweimal pro Woche Unterricht bei Philip Draganov in Zürich und einmal Probe mit dem Kammerorchester der Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ).

Schon seit neun Jahren spielt er Geige – jetzt mit einem Instrument eines unbekannten Meisters aus dem Jahr 1740. «Das Üben bei mir zuhause oder beim Grossvater macht mir mega Spass und ich tue dies freiwillig an meinen Lieblingsorten, den beiden Übungszimmern.»

Wenn er Fragen habe oder etwas nicht gut funktioniere, so helfe ihm sein Vater Donat Nussbaumer, der seit 2003 im Zürcher Kammerorchester (ZKO) die Violine spielt und zudem stellvertretender Konzertmeister ist.

Er hat schon zahlreiche Wettbewerbe gewonnen

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass der Junge bereits national und international an zahlreichen Wettbewerben als Preisträger brillierte. So gewann er am 1. Dezember dieses Jahres den Förderpreis Klassik an der Musikschule Konservatorium Zürich. Diese neunte Ausgabe des MKZ-Förderpreises beeindruckte selbst die Jury nachhaltig: «Alle Leistungen wurden als sensationell beurteilt. Dieses Niveau war wirklich aussergewöhnlich.» Raphael Nussbaumer wird die 3000 Franken Preissumme in das Musikstudium an der MKZ investieren.

Riesige Vorfreude auf den Auftritt in Urdorf

Anfang November gewann der junge Geiger zudem den zweiten Preis beim internationalen Wettbewerb «Louis Spohr» in Weimar mit dem Violinkonzert in G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart – das gleiche Konzert, das er am CMU-Neujahrskonzert spielen wird. «Ich freue mich riesig, in Urdorf auftreten zu können. Doch einfach ist es keineswegs, Mozart zu spielen», betont Nussbaumer, denn musikalisch sei es recht schwierig. «Wenn es fad und banal gespielt wird, dann klingt es eben nicht nach Mozart.»

Neben der klassischen Musik hört er ebenso gerne Rock und Pop. «Wenn ich jetzt sehr ehrlich bin: Ich bin auch Fan von Hard-Rock-Sound. Zum Beispiel höre ich bei Spotify mit dem Handy gerne hie und da Heavy Metal», sagt Raphael Nussbaumer.

«Es öffnet sich immer wieder eine Tür»

Und wie geht der junge Geigenspieler mit all der Anerkennung, der Bewunderung und dem Lob um? «Wenn ich eben viel Lob bekomme, akzeptiere ich das. Doch auf meinem Weg geht es einfach weiter und es öffnet sich immer wieder eine Tür.»

In seiner Talentklasse mit Ballett-Tänzerinnen, Fussballern, Ringern und Schwingern sei er der einzige Musiker. Doch die Mitschülerinnen und -schüler nehmen sein musikalisches Engagement neidlos
zur Kenntnis. Nussbaumer geht gerne auch einmal mit ihnen Fussball spielen oder schwimmen. «Geige spielen, jeden Tag besser werden und stets Freude an der Musik zu haben», das ist sein erklärtes Ziel für die Zukunft.

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