Schlieren

Iman Farasatpour: «Meine Zukunft liegt in der Schweiz»

Frau mit viel Optmismus: die Schlieremerin Iman Farasatpour

Frau mit viel Optmismus: die Schlieremerin Iman Farasatpour

Die 25-jährige Iman Farasatpour ist vor 14 Jahren aus dem Irak geflüchtet. Heute lebt sie in Schlieren. Und die junge Frau, die seit 2005 einen Schweizer Pass besitzt, strahlt viel Optimismus aus.

Es ist eine bewegende Geschichte, die die hübsche Frau mit buntem Kopftuch erzählt. Die 25-jährige Schlieremerin hat schon mehr als ihr halbes Leben in der Schweiz verbracht. «Ich fühle mich als Irakerin und Schweizerin», sagt Iman Farasatpour. Mit elf Jahren musste sie mit ihren beiden jüngeren Geschwistern und ihrer Mutter in die Schweiz flüchten. Ihr Vater konnte damals nicht mit ihnen kommen. Erst vier Jahre später kam er nach. Über die Gründe der Flucht möchte Farasatpour nicht sprechen. «Es schmerzt zu sehr, sich an diese Zeit zu erinnern», sagt sie. «Ich möchte die Vergangenheit ruhen lassen. Was geschehen ist, ist vorbei. Ich konzentriere mich lieber auf das, was vor mir liegt.»

Mit Optimismus in die Zukunft

Die junge Frau, die seit 2005 einen Schweizer Pass besitzt, strahlt viel Optimismus aus. «Ich bin extrem dankbar für die Chancen, die ich in der Schweiz habe», sagt sie. «Dass ich eine Ausbildung absolvieren und mich im Land frei bewegen kann ist nicht selbstverständlich. Das schätze ich sehr.»

Der erste Eindruck von der Schweiz sei traumhaft gewesen, sagt Farasatpour. «Die grünen Wiesen, die Häuser und die hellen Leute, es kam mir vor wie gezeichnet, wie auf einem Bild.» Das Eingewöhnen sei ihr nicht leicht gefallen und die Ausfragerei der Polizei am Flughafen bei der Ankunft sei für sie und ihre Familie ein schlimmes Erlebnis gewesen. «Meine Mutter hat uns jedoch immer beruhigt, obwohl sie damals selbst noch sehr jung war.» «Ich bin so stolz, wie meine Mutter damals alles gemeistert hat. Sie ist mein grösstes Vorbild.» Am Anfang sei es sehr schwer gewesen für die irakische Familie in der Schweiz. «Ich kannte niemanden, konnte die Sprache nicht und vermisste meinen Vater.»

Heute fühlt sie sich jedoch sehr wohl in der Schweiz. «Auch meine Eltern sind sehr gut integriert, sprechen beide Deutsch und arbeiten hier», sagt Iman Farasatpour. «Meine Eltern haben mich immer ermutigt, etwas aus meinem Leben zu machen, mich weiterzubilden», sagt Farasatpour.

Offenheit ist ihr wichtig

Seit ihrer Flucht vor 14 Jahren war sie nicht mehr im Irak. «Ich möchte meine Heimat gerne wieder einmal besuchen», sagt sie. «Aber momentan ist die politische Lage einfach noch zu unsicher.» Wohnen will sie jedoch nicht mehr dort. «Meine Wurzeln sind im Irak, doch in der Schweiz bin ich zu Hause.» Sich zu integrieren ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Jeder Ausländer sollte sich ihrer Meinung nach anstrengen. Wichtig seien gegenseitige Akzeptanz und Offenheit für die Unterschiede. Dies lebt Iman Farasatpour auch selbst. «Nur wenn ich offen bin, kann ich von den anderen erwarten, dass sie mich so akzeptieren, wie ich bin», so Farasatpour.

Bildung ist für die gelernte Dentalassistentin zentral. Zurzeit absolviert sie die Berufsmaturität und arbeitet 60 Prozent in einer Zürcher Zahnarztpraxis. In der Praxis bildet sie zudem Lernende aus. «Ich habe meinen Lehrtöchtern immer gesagt, dass es wichtig ist, selbstständig zu sein», sagt sie. «Ich möchte, dass ihnen bewusst wird, welche Chancen sie hier in der Schweiz haben und dass sie diese nutzen.»

Die Familie ist sehr wichtig

Am meisten fehlt ihr in der Schweiz ihre irakische Familie. Ausser ihren Eltern und Geschwistern hat sie keine Verwandten in der Schweiz. «Ich vermisse den Familienzusammenhalt, die Gemeinschaft», sagt sie. «In der Schweiz ist jeder für sich. Ich finde jedoch die Verbundenheit einer Familie sehr wichtig, sie gibt einem Halt und Stärke.»

Aus ihrer Geschichte hat die zielstrebige Frau viel gelernt. «Ich ziehe für mich das Positive aus den ganzen Geschehnissen. Durch das Erlebte bin ich stärker geworden.»

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