Dietikon
Imagewandel: Dieter Beeler will der Silbern ein Gesicht geben

Dieter Beeler ist seit 15 Monaten Gebietsmanager — und trotz blockiertem Gestaltungsplan zuversichtlich.

Tobias Hänni
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Aussicht vom Limmat Tower Limmattower in Dietikon. Sandra Ardizzone

Aussicht vom Limmat Tower Limmattower in Dietikon. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Für was soll die Silbern stehen? Welches Image soll das Gebiet im Westen Dietikons künftig haben? Und wie soll dieses nach aussen kommuniziert werden? Diesen Fragen ist Dieter Beeler nachgegangen, seit er vor über einem Jahr von der Interessengemeinschaft (IG) Silbern und der Stadt Dietikon als Gebietsmanager engagiert wurde. Der Auftrag — verbunden mit einem Budget von 60 000 Franken — lautete: Silbern-Lerzen-Stierenmatt (SLS) vermarkten.

Dieter Beeler

Dieter Beeler

Tobias Hänni

An der letzten Generalversammlung der IG konnte Beeler kürzlich die wichtigsten Fragen, die ein solcher Auftrag mit sich bringt, beantworten. So präsentierte er den Mitgliedern etwa das Logo für das Gebiet. Der Schriftzug Silbern, über den eine geschwungene blaue Linie läuft — als Symbol für die Limmat. Zusammen mit dem Slogan «Silbern — Die Wahl im Limmattal» ist es eines der Elemente für den neuen Aussenauftritt.

Aber auch für den Zusammenhalt im Gebiet. «Erst durch eine gemeinsame Identität entsteht ein Wir-Gefühl», sagt Beeler ein paar Tage nach der Generalversammlung. Und erst diese Identifikation erlaube die weitere Entwicklung des Gebiets. «Wenn das ansässige Gewerbe nicht hinter einer gemeinsamen Vision steht, dann macht das Gebietsmanagement wenig Sinn.» Diesbezüglich hat Beeler aber keine Bedenken. Der Vorstand der IG sei sehr engagiert und wolle «vorwärtsmachen».

Die Richtung stimmt

Das neue Image, das er mit dem Vorstand und dem städtischen Standortförderer erarbeitet habe, sei an der Versammlung auch von den Mitgliedern der IG gut aufgenommen worden, sagt Beeler. «Es gibt Feinheiten, die wir noch diskutieren und anpassen müssen. Aber die Richtung stimmt.» Zum neuen Gesicht der Silbern gehört auch eine Internetseite, die für Beeler nicht nur wegen der Information potenzieller Kunden des Gewerbes «extrem wichtig» ist.

«Es gibt Angestellte im Gebiet, die nicht wissen, dass man entlang der Limmat joggen kann.» Die Seite solle deshalb auch die Kommunikation nach innen verbessern — und die Vernetzung der Akteure. «Sie soll Liegenschaftbesitzer vernetzen und helfen, leerstehende Gebäude besser zu vermarkten.»

Neben der Arbeit am Aussenauftritt und der Vernetzung habe er die letzten 15 Monate vor allem auch Basisarbeit geleistet, sagt Beeler. In einer Standort- und Marktanalyse hat er etwa die Stärken und Schwächen des Gebiets aufgezeigt, in Interviews und Online-Umfragen Gewerbe und Bewohnern den Puls gefühlt. Dabei wurde er überrascht. «Die Zufriedenheit ist grösser als gedacht.» Er habe eine negativere Stimmung erwartet, unter anderem, weil das Gebiet sehr heterogen sei, «und Einfamilienhäuser neben modernen Bürogebäuden stehen.» Doch der bunte Mix werde auch als Vorteil angesehen.

Diesen Mix möchte Beeler weiterentwickeln, wenn auch künftig geordneter. «Es soll keine Monokultur entstehen, sondern eine Mischung aus Gewerbe, Bürogebäuden und Wohnungen.» Auch kleine Handwerksbetriebe, wie beispielsweise ein Schuhmacher, sollen im Silbern Patz finden. Heute werde das Gebiet als Arbeitsort wahrgenommen, sagt Beeler. Die Vision sei aber ein Lebensraum, in dem auch gewohnt und gelebt werde. Bis sich diese Vision realisieren lässt, hat Beeler noch Einiges zu tun.

Zu den nächsten Schritten gehöre ein Nutzungskonzept, also wo dereinst etwa welche Läden entstehen sollen. «Eine grosse Herausforderung ist dabei der Gestaltungsplan«, sagt Beeler. Der 2012 vom Volk genehmigte Plan ist wegen der fehlenden Schutzverordnung für das angrenzende Flachmoor nach wie vor nicht rechtskräftig. «Diese Unsicherheit ist für die Eigentümer im Gebiet am schlimmsten.»

Immerhin sollen diese bald näher über die Schutzverordnung informiert werden. So ist laut Wolfgang Bollack, Mediensprecher der kantonalen Baudirektion, nach Abschluss der Anhörungsphase die Orientierung der Grundeigentümer und die öffentliche Auflage der Verordnung geplant. Dieser Schritt sei für Ende dieses oder Anfang nächstes Jahr vorgesehen. Danach erfolge der Erlass durch die Baudirektion mit anschliessender Rekursfrist. Gebietsmanager Beeler hofft, dass keine Rekurse eingereicht werden, auch nicht von den Eigentümern in der Silbern. «Für das Gebiet als Ganzes wäre es besser, einen Kompromiss mehr einzugehen, statt die Entwicklung mit einem Rekursverfahren nochmals über Jahre zu blockieren.»