Limmattal - Weiningen
Im WWF-Lager lernen Kinder die Waldbewohner kennen

Jedes Jahr werden rund 100 WWF-Lager in der ganzen Schweiz organisiert. Eines davon ist das Tierspurenlager, das diesmal in Weiningen stattfindet.

Anja Mosbeck (Text und Fotos)
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WWF
6 Bilder
Welcher Vogel lebt bei uns Anhand von Vogelsteckbriefen ordnen die Kinder die Informationen dem passenden Vogel zu
Mit dem Insektenstaubsauger werden im Unterholz Insekten eingesaugt
Handwerklich begabt, zeigt dieser Knabe, wie man mit der Säge umgeht
Der riesige Wildschweinkopf imponiert den jungen Naturfreunden
Für den Traumfänger ist Fingerspitzengefühl beim Einfädeln gefordert

WWF

Anja Mosbeck

Es raschelt hier, es knackst da. Ab und an ertönt Kinderlachen aus dem dichten Grün. In dieser Woche sind nicht nur die Waldbewohner auf der Bruderbergwiese im Wiesentäli zu Hause, sondern auch der WWF mit seinen jungen Schützlingen. Mit fünf grossen Zelten haben sich die sieben Leiter, 12 Mädchen und 13 Knaben bereits am Sonntag einquartiert. «Bis Freitag, wenn das Lager zu Ende geht, werden die Kinder hier noch einiges über den Wald erfahren», sagt Lagerleiterin Fabia Fischli.

Insekten- anstatt Staubsaugen

Der Tag beginnt jeweils um 8 Uhr. Gestärkt mit einem z’Morge widmen sich die Kinder in Gruppen verteilt einer der fünf Werkstätten im Wald. Dabei gehen die einen auf Wildschweinspurensuche, die anderen bauen mit verschiedenen Gegenständen Traumfänger, Mäusenistplätze oder Insektenstaubsauger. Letzteres bereitet den Kindern besonders Spass, denn mit einem Konfitüren Glas und zwei Röhrchen, die durch den Deckel hindurchgestossen sind, saugen die Kinder fleissig Spinnen, Ameisen oder Käfer ein. Ein Knabe erklärt, wie dies funktioniert: «Man hält ein Röhrchen auf das Insekt und saugt am anderen. So gelangt es ins Glas und ich kann es mir in aller Ruhe anschauen.» Einer Mädchengruppe wiederum, hat es das Kochen unter freiem Himmel angetan. «Sonst stellt mir immer Mama alles auf den Tisch. Hier im Lager bereite ich mein Essen selber zu», sagt die neunjährige Selina und ist stolz. Ihre Freundin Mona begeistert hingegen das Kochen über dem Feuer.

Über 2000 Anmeldungen

Aber nicht nur die Werkstätten sollen den Kindern die Natur näher bringen. Eine Ämtliliste verteilt Aufgaben wie Abwaschen, Holz sammeln, Brot backen oder Wasser aus dem Brunnen holen. Fischli findet, dass die Kinder in einem Alter seien, in dem sie Verantwortung übernehmen können. «Ausserdem lernen sie hier, dass beispielsweise Wasser nicht einfach aus einem Hahn kommt», sagt sie.

Diese Kombination aus Spass, Geselligkeit und Wissensvermittlung komme bei den Mitgliedern gut an. Denn jährlich würden fast 2000 Kinder und Jugendliche an den WWF-Lagern teilnehmen. So empfiehlt Fischli, sich schnell anzumelden: «Jedes Jahr sind innerhalb von einer Stunde schon fast alle Lager ausgebucht.»

Anmeldebeginn für die jährlichen WWF-Lager ist im Februar. Jeder, der das 18. Lebensjahr erreicht hat, kann freiwillig als Leiter oder Leiterin am Lager teilnehmen.