Dietikon
Im Verfahren um die bankrottgegangene Weleco muss «zugewartet» werden

Für viele war der 11.11.2011 ein Jubeltag: Die einen gaben sich am Schnapszahldatum das Ja-Wort, andere feierten ausgelassen den Fasnachtsbeginn. Weniger froh war der Tag für Mitarbeitende und Inhaber der Firma Weleco.

Bettina Hamilton-Irvine
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Stillgelegt: Im Weleco-Gebäude an der Lagerstrasse 10 in Dietikon arbeitet niemand mehr.

Stillgelegt: Im Weleco-Gebäude an der Lagerstrasse 10 in Dietikon arbeitet niemand mehr.

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Gegen das Dietiker Unternehmen an der Lagerstrasse 10 - an derselben Adresse ist auch Koenig Feinstahl zu Hause - eröffnete der Konkursrichter des Bezirksgerichts Dietikon an jenem Tag Konkurs; die Gesellschaft gilt seither als aufgelöst. Dass die Firma liquidiert wird, ist zwar im Handelsregister zu finden, wurde ansonsten jedoch nicht publik gemacht.
Rund 80 Mitarbeitende betroffen
Wie Urs Vogel, Leiter des Dietiker Betreibungsamts auf Anfrage sagt, werden, sobald ein Konkurs eröffnet ist, die Gläubiger darüber informiert, dass für Forderungen bis zur Konkurseröffnung nicht mehr das Betreibungsamt, sondern das Konkursamt zuständig ist. Wie viele Betreibungen gegen Weleco vorliegen, darf Vogel jedoch des Gesetzes wegen nicht sagen.
Involviert wurde - wie in einem Konkursfall üblich - auch das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Dietikon, wie deren Leiter Peter Greif sagt. «Wir versuchen, in solchen Fällen eine Mitarbeiterinformation durchzuführen, noch bevor der Konkurs eröffnet wird», erklärt Greif. «Das ist der positivste Weg, da wir so alle Mitarbeitenden erreichen.» Dies sei im Fall Weleco glücklicherweise möglich gewesen. An einer «koordinativen Information» habe man die Mitarbeitenden über ihre Möglichkeiten und das weitere Vorgehen unterrichtet. Die rund 80 Personen mussten bei der öffentlichen Arbeitslosenkasse des Kantons einen Antrag auf Insolvenzentschädigung stellen.
Ob der Konkurs überhaupt durchgeführt wird, ist jedoch noch nicht klar, wie Peter Suter vom Konkursamt Dietikon auf Anfrage sagt: Der Entscheid über die Durchführung oder Einstellung des Verfahrens steht noch aus. «Wir sind diesbezüglich immer noch gleich weit», so Suter. Man müsse nun «zuwarten», ob und wie der Konkurs durchgeführt werden könne.
Viele Forderungen eingetroffen
Konkret heisst dies: Lassen sich nicht genügend freie Aktiven finden, um die Konkurskosten zu decken, so ordnet das Gericht die Einstellung des Verfahrens an. Ob das Konkursverfahren durchgeführt wird, hänge nun davon ab, wie viele freie Aktive die Konkursverwaltung findet, so Suter. Wie er weiter sagt, seien bereits viele Forderungen eingetroffen.
Weleco war im Bereich Strassenausstattung tätig. Die Firma entwickelte und produzierte unter anderem Fahrzeug- und Personenrückhaltesysteme, Verkehrssicherheitseinrichtungen und Schallschutzwände. Sie gab an, rund 4000 Kilometer National- und Kantonsstrasse und 50 000 Kilometer Gemeindestrassen zu betreuen.