Kuko Schlieren
Im Stürmeierhuus wird musikalisches Geschichten-Fangis betrieben

Zum Ende des Saisonprogramms der Kuko Schlieren bot das Trio «Lili Pastis Passepartout» ein musikalisches Erzähltheater. Das Stürmeierhuus war sehr gut besucht und die Zuschauer hingen geradezu an den Lippen der Erzählerin Cornelia Montani.

Kathrin Fink (Text u. Bilder)
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Zum Ende des Saisonprogramms der Kuko Schlieren bot das Trio «Lili Pastis Passepartout» ein musikalisches Erzähltheater.
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Cornelia Montani erzählt, spielt, jodelt und singt sich durch das Programm.
Daniel Schneider ist voller Spielfreude.
Christoph Elsaesser am Bass ist voller Spielfreude.

Zum Ende des Saisonprogramms der Kuko Schlieren bot das Trio «Lili Pastis Passepartout» ein musikalisches Erzähltheater.

Kathrin Fink

Geschichten über Geschichten über Geschichten. Da wäre zum einen der Willi, der keine Frau findet, aber eine Mutter hat, die verzweifelt eine für ihn sucht. Dann gibt es die Brigitte mit einem Gartenzwerg und einem grünen Daumen, die sich während des Sirtaki-Tanzens in einen Griechen verliebt. Und nicht zu vergessen ist da auch Pauline, Willis Cousine, die sich nicht getraut, ein Stück vom Kuchen zu essen, weil Willis Mutter das Kuchenessen mit dem Küssen verglich: «Pauline, die Liebe ist wie ein Kuchen, den man aufbewahren muss für den Mann, den man später einmal heiratet – wenn man vorher schon küsst, ist der Kuchen bereits angeknabbert.»

Das Trio «Lili Pastis Passepartout» erzählt in seinem Programm «Chasch mi gärn ha!» ungewöhnliche Geschichten von gewöhnlichen Menschen. Sie betreiben in ihren Worten «Geschichten-Fangis». Die Erzählungen untermalen sie mit Akkordeon, Klarinette, Saxofon, Kontrabass und natürlich Gesang.

Die erzählende Akkordeon-Spielerin, Cornelia Montani, jodelt, ruft und spricht – und das in drei Sprachen: Italienisch, Französisch, Deutsch. Die drei spielen Lieder aus den Schweizer Alpen, italienische Canzoni, Klezmer-Melodien und sogar ein bisschen Jazz. Alles mit viel Spielfreude und schauspielerischem Einsatz.

Die Darbietung des Trios ist die letzte der Saison 2014/2015. Das Programm der Kulturkommission Schlieren ist vorerst zu Ende. «Dieses Jahr war ein besonderes», sagt Stadtpräsident und Kuko-Vorsitzender Toni Brühlmann-Jecklin in seiner Rede zum Anlass. «Wir haben nämlich unser 60-jähriges Bestehen gefeiert.» Ausserdem seien die Kindervorstellungen dieses Jahr sehr gut besucht gewesen. Und zwar nicht nur von Kindern, sondern auch von erwachsenen Besuchern. Für Lacher sorgte die Aussage, dass Eltern und Grosseltern ihre Kinder und Enkel nicht als Rechtfertigung gebrauchen müssen, um das Kinder-Programm zu besuchen. «Sie dürfen auch einfach so kommen», beteuert der Stadtpräsident.

Am Anlass am Freitagabend war dafür kein einziges Kind unter den Zuschauern. Das Publikum war doch eher älter, was der Begeisterung für das Erzähltheater jedoch keinen Abbruch tat. Die Besucher riefen auch mal dazwischen, und während des Schluss-Jodlers jauchzte ein Mann in der mittleren Reihe lautstark zur Bühne hin. Cornelia Montani nahm diesen Beitrag gleich auf und jauchzte mit dem Publikum, bis der letzte Scheinwerfer erlosch.