Dietikon
Im Streichorchester Dietikon treffen sich Musikliebhaber

Das Streichorchester zieht dank des neuen Dirigenten mehr junge Leute an. Das Ehepaar Christa und Max Jordi hat das Orchester 2011 kurzerhand gegründet. Bis jetzt stehen ihnen keine finanziellen Mittel zur Verfügung.

Anina Gepp
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Das Streichorchester Dietikon besteht aus fast 20 Mitwirkenden.

Das Streichorchester Dietikon besteht aus fast 20 Mitwirkenden.

ksc

Als Bezirkshauptstadt muss Dietikon ein Streichorchester haben. Das sagte sich das Ehepaar Christa und Max Jordi und gründete im Jahr 2011 kurzerhand das Streichorchester Dietikon. Denn schon rund dreissig Jahre war es her, als sich der letzte Orchesterverein in Dietikon aufgelöst hatte. Die «Vereinigung von Musikliebhabern», wie Christa Jordi ihr neues Streichorchester beschreibt, zählt jetzt schon fast 20 Leute.

«Bis jetzt stehen uns keine finanziellen Mittel zur Verfügung», sagt Jordi. Der seit August tätige Simon Nádasi aus Dietikon dirigiert das Orchester sogar, ohne einen Lohn zu bekommen.

Neuer Dirigent sorgt für Aufwind

Den Organisten und Pianisten Nádasi beschreibt Jordi als jung und dynamisch. Er habe für frischen Aufwind gesorgt. Denn von den Plänen der Mitglieder, hauptsächlich ein Seniorenorchester zu sein, hielt er nicht viel. Neue junge Musiker liessen nicht lange auf sich warten und so präsentiert sich das Orchester heute als altersdurchmischte Gruppe. «Eine junge Person hat eben auch ein junges Umfeld. Das kommt dem Orchester sehr zugute», so Jordi.

Das Konzertrepertoire des Streichorchesters Dietikon ist noch in der Entwicklungsphase. Zum jetzigen Konzertprogramm gehören beispielsweise Werke von Ravel, Boccherini, Reger, Sibelius, Dvorak und Christoph Bach. Aber auch Unterhaltungsstücke wie «Wien bleibt Wien», «Blue Tango» und verschiedene Walzer werden vom Orchester gespielt. An drei Werken von Mozart, an Franz Schuberts «Salve Regina» und an Georg Friedrich Händels «Ombra mai fu» arbeiten die Musizierenden derzeit noch.

Geige zu lernen, bringt Vorteile

Das Streichorchester Dietikon steht kurz vor dem nächsten Auftritt. Am Sonntag spielt es im ökumenischen Zentrum in Dättwil zusammen mit der Klarinettistin Mariella Bachmann und unter der Leitung von Simon Nádasi. Gespielt werden die Klarinettenkonzerte A-Dur und D-Dur von Johann Melchior Molter und Stücke von Maurice Ravel und Max Reger.

Jordi, die früher Musiklehrerin war, hat ihren Schülern immer geraten, neben dem Klavier noch ein Streich- oder Blasinstrument zu spielen. Auch wenn das Erlernen eines Streichinstruments am Anfang viel Geduld brauche, lohne sich der Aufwand. Denn Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabass zu spielen, habe den grossen Vorteil, dass man in einem Orchester mitspielen kann. «Vor allem von den Bratschen hat es in den meisten Orchestern immer zu wenig», so Jordi. Auch sei der Klang der Bratsche angenehmer und weicher als jener der Geige. Deshalb spielt Jordi, die selbst in verschiedenen Orchestern mitwirkt, auch lieber Bratsche als Geige.

Neue Mitspieler sind erwünscht

Im Streichorchester Dietikon seien all jene zum Mitmachen eingeladen, die mit fortgeschrittenen Kenntnissen Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass spielen, so Jordi. Wer dazu noch Freude am gemeinsamen Musizieren habe, sei noch herzlicher willkommen.